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Altenburg Altenburger Destillerie schließt mit Hochschule Anhalt Kooperationsvertrag
Region Altenburg Altenburger Destillerie schließt mit Hochschule Anhalt Kooperationsvertrag
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14:11 26.05.2018
Jörg Bagdahn, Präsident der Hochschule Anhalt, und Michael Schenk, Chef der Altenburger Destillerie und Liqueurfabrik, unterzeichnen einen Kooperationsvertrag. Quelle: Jörg Reuter
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Altenburg

Seit ungefähr 1000 Jahren brennen die Menschen hochprozentige Schnäpse. Doch offensichtlich ist das Wissen um die Spirituosenherstellung noch nicht ausgereizt. Ständig kommen neue Rohstoffe dazu, und es werden die Herstellungstechniken verfeinert. Von diesen Entwicklungen möchte auch die Altenburger Destillerie und Liqueurfabrik in der Zukunft weiter profitieren. Dieser Tage unterzeichneten Destille-Inhaber Michael Schenk und der Präsident der Hochschule Anhalt, Jörg Bagdahn, ein Kooperationsvertrag zwischen Bildungsstätte und Unternehmen.

Wissenschaftliche Ergebnisse im Praxistest

Informell gebe es die Zusammenarbeit schon länger, erklärten Schenk und Bagdahn. Nun bekam die fruchtbare Liaison mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages einen formellen Rahmen. Inhalt der Kooperation soll sein, dass Forschungsergebnisse, die am Hochschulstandort in Bernburg entwickelt werden, in Altenburg dem Praxistest unterzogen werden. Darüber hinaus erhalten die Studierenden die Möglichkeit, in der Destillerie und Liqueurfabrik im Rahmen von Praktika in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Das hiesige Unternehmen wiederum bekommt seine Fragen, die bei der Weiterentwicklung des Getränkeportfolios aufkommen, wissenschaftlich beantwortet.

„Wir müssen das Unternehmen für die Zukunft fit machen“, erklärte Schenk. Zum einen würden sich unentwegt die Geschmäcker weiter entwickeln, deshalb müsste heute bereits am Geschmack gearbeitet werden, der in fünf Jahren gefragt ist. „Wenn wir in andere Staaten blicken oder an die Entwicklung bei Zigaretten denken, dann müssen wir damit rechnen, dass auch der Alkoholmarkt in Deutschland früher oder später reguliert wird“, sagt Schenk. Doch wenn weniger Alkohol getrunken wird, was ja letztlich das Ziel solcher Regulierungen ist, dann muss der Betrieb, der heute zwischen 40 und 60 Millionen Euro Branntweinsteuer zahlt, gewappnet sein.

Herausforderungen der Zukunft müssen gelöst werden

In der Zukunft gehe es etwa darum, so Schenk, Liköre auf den Markt zu bringen, die bei gleichem Geschmack wie heute dann ohne Alkohol auskommen. Aber es gehe auch um das Finden komplett neuer Rohstoffe für die Herstellung der geistigen Getränke, an die heute noch keiner denkt. Die Hochschule experimentiert beispielsweise gerade mit vor Ort ökologisch angebautem Bambus. „Aber auch die Gewinnung von Fachkräften ist eine Zukunftsherausforderung, die wir lösen müssen“, sagt Schenk mit Verweis auf die Praktikumsplätze in seinem Unternehmen.

Doch nicht nur an Rohstoffen und Geschmack wird geforscht, sondern auch an der Verfahrenstechniken. „Die Geschmacksbeeinflussung durch den gezielten Einsatz von Oxidantien wird das nächste Projekt sein, das wir mit der Altenburger Destille angehen“, nennt Markus Seewald, Professor im Fachbereich für Landwirtschaft, Ökotrophologie und Landschaftsentwicklung, ein Beispiel. Vereinfacht und überspitzt ausgedrückt sei dabei das Ziel, die Reifezeit von Spirituosen von zwanzig auf zwei Jahre zu verringern, erläutert der Wissenschaftler.

Von Jörg Reuter

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