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Altenburg Altenburger Drogen-Junkie muss für lange Zeit hinter Gitter
Region Altenburg Altenburger Drogen-Junkie muss für lange Zeit hinter Gitter
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09:45 15.03.2016
Das Gericht in Altenburg muss sich immer häufiger mit Drogendelikten befassen. Quelle: dpa
Altenburg

„Die Bevölkerung ist verunsichert, und es gibt nur eine geringe Aufklärungsquote.“ Solch klaren Worte vor Gericht waren in der Vergangenheit so selten wie Schnee in der Sahara. Doch am Montag redete Staatsanwalt Frank Erdt angesichts zahlloser Einbrüche, geknackter Fahrzeuge, gestohlener Fahrräder und Drogendelikte Klartext.

Einer, auf den dies alles zutrifft, ist Sven L., der am Montag vom Amtsgericht Altenburg in insgesamt zwölf Punkten schuldig gesprochen wurde. Noch gut in Erinnerung ist der fast spektakuläre Einbruch in elf Schließfächer der Postfiliale am Kepplerplatz in einer Januarnacht 2015, der auf die Kappe des nun fast 30-Jährigen geht. Gemeinsam mit zwei Komplizen schmiss L. im September 2014 mit einem Stein die Scheibe eines Getränkeladens an der B 7 in Schmölln ein. Weil das Loch zu klein war, wurde mit einer Mülltonne nachgeholfen.

Diebstahl, um die Drogensucht zu finanzieren

Und welch Zufall: Am 2. Januar 2015, kurz nach Mitternacht , entdeckte L. am Brühl einen Rucksack mit Diebesgut, das in jener Nacht aus einer Anwaltskanzlei gestohlen wurde. Dazu kommen Diebstähle aus nicht verschlossenen Fahrzeugen, wo L. Handys, Geld und ein Navi einsammelte. All dies tat der Altenburger nur aus einem einzigen Grund: Um seine Drogensucht zu finanzieren. Drogen nahm er, seit er 13 war, danach immer öfter und immer mehr. „Ich sah im Leben keinen Sinn, mir war alles egal“, begründete L. seine Sucht.

Dies erklärt womöglich, dass er die am Montag verhandelten Taten allesamt beging, obwohl er zuvor bereits dreimal zu Bewährungsstrafen verurteilt wurde, was ihm schnuppe war. Das rächt sich. Denn all dies muss L. nun zu mindestens zwei Dritteln absitzen, ehe ungefähr im Sommer seine am Montag verhängte Haft von zwei Jahren und sechs Monaten angehängt wird – wegen schweren Diebstahls in acht Fällen, unerlaubten Drogenbesitzes, Unterschlagung, Beleidigung und Hausfriedensbruchs.

Angeklagter war geständig

Richter Sandy Reichenbach blieb bei seinem Urteil unter dem Antrag des Staatsanwalts (drei Jahre) und würdigte damit vor allem die weitgehende Geständigkeit des Angeklagten, die das Verfahren vereinfacht und verkürzt hatte.

Nach einer gewissen Zeit kann L. eine Drogentherapie beginnen. Er selbst bezeichnete sich auch als abhängig, bekommt gegen die Entzugserscheinungen im Knast Medikamente. Die dann bereits zweite Therapie wird seine letzte Chance sein. Denn es ist fraglich, ob die Krankenkasse eine dritte bezahlt. „Sie müssen ihr Leben auf die Reihe kriegen“, fand der Richter deutlich Worte. Sven L. will dies tun. Man wird sehen.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Von Jens Rosenkranz

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