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Altenburg Altenburger Ernestinum soll für neue Bibliothek bis 2021 saniert werden
Region Altenburg Altenburger Ernestinum soll für neue Bibliothek bis 2021 saniert werden
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00:19 19.05.2017
Wird saniert: das Ernestinum gleich neben der Brüderkirche. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Das Ernestinum gleich neben der Brüderkirche, das viele Jahre vor allem als Bildungsstätte diente, soll aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Das hat Altenburg schon seit Jahren vor, seitdem es das heruntergekommene Kulturdenkmal 2009 kaufte. Nun aber gibt es sowohl ein Nutzungskonzept als auch ein Finanzierungsmodell, das zumindest für 2017 und 2018 in einem ebenso beschlossenen Doppelhaushalt verankert ist. Alle drei Voraussetzungen setzte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) gegen teilweise Widerstände kürzlich im Stadtrat durch.

Kernbereich des Ernestinums soll zukünftig die städtische Bibliothek sein. Diese befindet sich seit Jahren im Gebäude Lindenaustraße 14, das allerdings nach Ansicht der Stadtverwaltung einen erheblichen Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarf aufweist. Außerdem habe es große Nutzungsmängel, gilt nach heutigen Anforderungen als ungeeignet. So sei es anhand der vorhandenen und notwendigen Medieneinheiten, wie Bücher und CD, zu klein, nicht barrierefrei, besitze keinen Veranstaltungsbereich, keinen Platz für ungestörtes Lernen und Lesen, keinen separaten Jugendbereich sowie keinen Zeitschriftenraum. Und es fehlen ausreichend Flächen für Garderobe, Aufenthalt, Anmeldung, Ausleihe und für Toiletten.

All diese Mängel soll es im Ernestinum nicht mehr geben. Laut den vom Stadtrat mehrheitlich genehmigten Plänen wird in das dortige Erdgeschoss der Eingangs- und Sachliteraturbereich einziehen. Im ersten Obergeschoss können Kinder-, Jugend- und Erwachsenenliteratur ausgeliehen werden. Das zweite Obergeschoss ist für Veranstaltungen, Zeitschriften und als Arbeitsraum für die Nutzer vorgesehen. Dafür stehen dann insgesamt 1230 Quadratmeter zur Verfügung, während es in der Lindenaustraße im Moment nur 560 Quadratmeter sind. Die Aula soll neben der Bibliothek hauptsächlich Schulen, Kindergärten und Vereinen für Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Weitere Vorteile für den neuen Standort sind die Zentrumslage, Parkplätze im Umfeld, der Beitrag für die Innenstadtbelebung und eben der dauerhafte Erhalt eines Denkmals. Als Nachteil werden die hohen Betriebskosten erwähnt, weil wegen der Denkmaleigenschaft keine Wärmedämmung an den Außenwänden möglich ist. Die Raumaufteilung ist nicht optimal. Und es muss womöglich die Deckenkonstruktion verstärkt werden, um die zulässigen Lasten zu erhöhen.

Doch auch ohne diesen statischen Kunstgriff werden Sanierung und Umbau des Ernestinums eine sündhaft teure Angelegenheit. Bis 2021 sind 4,8 Millionen Euro veranschlagt, wovon eine halbe Million in diesem und im kommenden Jahr allein in die Planung fließen soll. 2019 erfolgt der Bau im Außenbereich, in den Jahren danach der Innenausbau und die Freianlagen. Seit dem Kauf 2009 hatte die Stadtverwaltung unter anderem bereits das Dach repariert und die Standsicherheit der Außenwände hergestellt.

Als Gegner der teuren Sanierung hat sich im Stadtrat unter anderem die Linke in Stellung gebracht. Die enormen Ausgaben seien keineswegs durch ein ordentliches Nutzungskonzept gerechtfertigt, erklärte Fraktionsvorsitzende Kati Klaubert gegenüber der OVZ einen der wichtigsten Gründe. Die Unterbringung der Bibliothek und der Veranstaltungsraum allein reichten als Nutzung nicht aus. Das Ernestinum dürfte daher keineswegs in der Liste der wichtigsten Investitionen in Altenburg auftauchen. Angesichts der enormen Ausgaben sei dies nun aber so. Auch die zu erwartenden hohen Nebenkosten würden dies nicht rechtfertigen. Die anfangs geplante Unterbringung des Familienzentrums der benachbarten Kirche sei zum Schluss nicht mehr im Konzept aufgetaucht.

Trotz dieser Einsprüche können die Umbau-Pläne kaum noch gestoppt werden. Womöglich nur noch, falls es bei der Oberbürgermeisterwahl 2018 einen Machtwechsel gibt. Sowohl der Haushalt für 2017und 2018 als auch das Bauvorhaben an sich wurden durch den Stadtrat mehrheitlich beschlossen.

Von Jens Rosenkranz

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