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Altenburger Firma sucht Fachkräfte

Altenburger Firma sucht Fachkräfte

Der Fachkräftemangel ist momentan eines der beherrschenden Themen in der Altenburger Firma HEAB Absaugtechnik. Derzeit beschäftigt das Familienunternehmen 22 Mitarbeiter, doch Firmenchef Jan Heilmann würde gern mehr Leute einstellen.

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In den Produktionshallen der Firma HEAB Absaugtechnik in der Leipziger Straße sorgen die Filtersysteme aus eigener Produktion für saubere Luft.

Quelle: Jörg Reuter

Möglichst schnell müssten drei Stellen neu besetzt werden, und in den nächsten zwei Jahren soll die Belegschaft auf wenigstens 27 wachsen. "Wir haben schon viel versucht, doch manchmal ist für Geld und gute Worte der Job nicht an den Mann zu bringen", erklärte der Unternehmer gegenüber Michaele Sojka (Linke). Die Landrätin besuchte jetzt den Betrieb.

 

Es fehle an ganz normalen Facharbeitern, Elektriker zum Beispiel, so Heilmann. Demgegenüber gebe es genügend Akademiker für den administrativen Bereich beziehungsweise die Entwicklung. Für Sojka keine Überraschung, da über 50 Prozent der Schüler zum Gymnasium wechseln, um anschließend zu studieren. "Ich habe bei meinen Abiturreden viel Murren geerntet, als ich sagte, dass ein Studium nicht die einzige Option sei und den Jugendlichen eine Lehre empfahl", so die Landrätin, die angesichts von etwa 30 Prozent Studienabbrechern laut über den volkswirtschaftlichen Sinn dieser Entwicklung nachdenkt.

 

Patentrezepte hatte sie aber nicht im Gepäck. Ihr Vorschlag, ältere Langzeitarbeitslose einzustellen, für die es auch Fördermittel gibt, stieß beim Firmenchef auf gedämpfte Begeisterung. Seine Teams, die häufig und europaweit auf Montage bei Kunden tätig sind, brauchten keine älteren Kollegen, die aufgrund ihrer Erfahrung die jüngeren anstellen. "Wir suchen Leute, die mit anfassen und das körperlich auch schaffen." Sojkas Anregung, die Lücken mit Flüchtlingen zu schließen, fand Heilmann interessant, ohne dafür sofort Feuer und Flamme zu sein.

 

Auch der naheliegendste Gedanke, selbst die benötigten Fachkräfte auszubilden, ist schwierig. "Das haben wir vor. Hier am neuen Standort, an dem wir seit 2013 arbeiten, ist das auch möglich." Doch sei der Produktionsleiter, der die Ausbildung übernehmen sollte, krankheitsbedingt weggebrochen und müsse nun erst einmal ersetzt werden. Das gelinge nicht von heute auf morgen. Davon abgesehen, sei es schwierig, geeignete Kandidaten zu finden. Zum einen, weil es hier relativ wenig Jugendliche gebe, zum anderen, weil sie oft mit falschen Vorstellungen kämen. "Die sitzen mir mit Anzug und Schlips gegenüber, während ich sie im Poloshirt empfange. Da frage ich mich: Wollen die wirklich bei uns arbeiten und sich die Hände schmutzig machen?"

 

So oder so ähnlich hätten in den vergangenen Wochen viele Betriebe ihre Probleme beschrieben, sagte die Landrätin. "Besonders bitter dabei ist, dass die Altenburger Berufsschule vor einigen Jahren Elektriker, die überall gesucht werden, nicht weiter ausbilden durfte. Neun Schüler waren für eine Klasse zu wenig. Die Lehrlinge sollten deshalb in Jena die Berufsschule besuchen, was nicht funktionierte, weil sich die jungen Leute umorientiert haben." Ein Möglichkeit wäre, glaubt Sojka, wenn die Firmen zusammenarbeiten, um genügend Lehrlinge - mindestens 15 für eine Klasse - zusammenzubekommen. Doch auch das erscheint schwierig. "Die Unternehmen der Region gönnen sich gegenseitig nicht die Butter aufs Brot", klagte Heilmann.

 

Davon abgesehen, steht die HEAB Absaugtechnik GmbH nicht schlecht da und die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Die Firma stellt seit 1997 Anlagen zur Reinigung von Abgasen und verschmutzter Luft her. Wie der Firmenchef betonte, könnten Kunden Standardlösungen wie die Entlüftung der Schweißerei erwerben. Die Stärke der Firma seien aber individuelle Lösungen. Systeme, für die die Altenburger teilweise die Patente haben, filtern vom Staub bis zum Öl alles Mögliche aus der Luft und werden speziell auf die Bedingungen beim Kunden angepasst. Über 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschafte das Unternehmen so, sagte der Geschäftsführer. © Kommentar Seite 13

Jörg Reuter

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