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Altenburger Flugplatz als Drehkreuz für Abschiebungen im Gespräch

Migration Altenburger Flugplatz als Drehkreuz für Abschiebungen im Gespräch

In Thüringen gibt es Überlegungen, den Flugplatz Altenburg-Nobitz zum Drehkreuz für Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber einzurichten. Vertreter des Landesverwaltungsamtes haben den Platz deswegen in der vergangenen Woche  inspiziert.

Am Altenburger Airport gibt es keine Linienflüge mehr, jedoch noch Flüge von Privat- und Geschäftsreisenden.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Erfurt. Es ist die reine Idylle. Menschenleer ist das Vorfeld, ein einzelner Sicherheitsbeamter streift ums Terminal. Am wolkenlosen Himmel stört nur ein kleines Flugzeug die ansonsten völlige Stille. Mit der Beschaulichkeit des Nobitzer Flugplatzes könnte es jedoch bald vorbei sei. Der Airport ist als Drehkreuz im Gespräch, über das in Mitteldeutschland die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber abgewickelt werden soll.

Solche Pläne der Thüringer Landesregierung bestätigte am Montag Flugplatz-Geschäftsführer Frank Hartmann. Vertreter des Landesverwaltungsamtes Weimar haben den Platz am Ende der vergangenen Woche deshalb bereits inspiziert. Das Ministerium für Migration habe außerdem Unterlagen zum Airport angefordert, sagte Hartmann. Viel mehr sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, weder, ab wann das Drehkreuz eingerichtet noch wie stark der Flugplatz in Anspruch genommen wird. Hartmann versicherte, dass der Airport technisch und personell in der Lage sei, sofort die avisierten Flugbewegungen abzuwickeln. Bei der Kontrolle der Passagiere benötige man freilich die Unterstützung der Polizei. Der Flugplatzchef begrüßte die Pläne, weil damit der Airport an Bedeutung gewinne. Das unter anderem auch negativ besetzte Thema Abschiebung werde nicht zu einem Image-Problem, sagte Hartmann, weil es in der Bevölkerung  kaum jemanden gebe, der die Notwendigkeit von Abschiebungen  nicht einsehe.

Der Einsatz des Flugplatzes für Abschiebungen ist Sache der Bundespolizei. Eine Sprecherin bestätigte am Montag, dass Nobitz dafür im Gespräch sei. Allerdings werde darüber noch beraten, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Über die konkrete Standortauswahl befindet allerdings nicht die Bundespolizei, sondern das Bundesministerium des Inneren, sagte die Sprecherin. Sie kündigte für Dienstag an, auf ungeklärte Details einzugehen, so unter anderem ab wann das Drehkreuz in Betrieb genommen wird, wie viele Flugbewegungen pro Tag und welche Maschinen vorgesehen sind und mit wie vielen Asylbewerbern täglich gerechnet werde.

Planungen auch für den Flughafen Erfurt-Weimar

„Sollte bei der Landesregierung der Flugplatz Altenburg angefragt werden, werden wir uns nicht verweigern“, sagte Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne). Wie es aus Regierungskreisen hieß, wäre der Flugplatz in Ostthüringen als Drehkreuz geeignet, wenn Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bei Abschiebungen zusammenarbeiten sollten. Allerdings ist Nobitz nicht allein im Gespräch. Der Flughafen Erfurt-Weimar wäre ebenso geeignet und verkehrstechnisch gut und sogar noch besser als der in Nobitz erreichbar. Er liegt an den Autobahnen 4 und 71.

Landrätin Michaele Sojka (Linke) wollte die Pläne am Montag nicht kommentieren. Ob Nobitz für das Abschiebedrehkreuz ausgewählt werde, liege nicht in der Entscheidungskompetenz ihres Landkreises, sagte sie. Sie sei gespannt, welcher Flugplatz letztlich der kostengünstigste ist.

Auf dem zum Großteil im Besitz des Landkreises befindlichen Flugplatz finden seit dem Weggang der Billigfluggesellschaft Ryanair 2011 nur noch Starts und Landungen von kleineren Privat- und Firmenflugzeugen statt, etwa 9000 pro Jahr. Die Fugplatz-Gesellschaft, die zwölf Mitarbeiter beschäftigt, ist auf einen jährlichen Zuschuss von 350.000 Euro des Kreises angewiesen.

Jens Rosenkranz

Flugplatz Altenburg-Nobitz 50.979264 12.511867
Flugplatz Altenburg-Nobitz
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