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Altenburger Gartensparten ducken sich vor wachsenden Problemen

Ernüchternde Resonanz Altenburger Gartensparten ducken sich vor wachsenden Problemen

Die Schere zwischen Schein und Sein klafft nach Meinung des Chefs vom Regionalverband der Kleingärtner, Wolfgang Preuß, immer weiter auseinander. Zu diesem doch recht bitteren Fazit kommt der 70-Jährige für das Jahr 2015.

Der Chef des Regionalverbandes der Kleingärtner, Wolfgang Preuß, ist enttäuscht über den Rücklauf einer Spartenbefragung in Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. „Auf der einen Seite leisten verschiedene Gartenanlagen bezüglich Zukunftssicherung und Wettbewerbserfolge Hervorragendes. Auf der anderen Seite laufen immer mehr Anlagen regelrecht leer, weil ihnen vor allem wegen des demografischen Wandels schlichtweg die Nutzer der Parzellen abhanden kommen“, wiederholt Preuß das Dilemma. Am dramatischsten zeige sich dies in Altenburg, wo derzeit pro Einwohner rund 38 Quadratmeter Kleingartenland zur Verfügung stünden. „Der bundesweite Durchschnittsbedarf ist mit 17 Quadratmetern aber nicht einmal halb so groß“, weiß der Verbandschef.

Um diesem wachsenden Leerstand gezielt zu begegnen, gibt es seit etlichen Jahren in der Skatstadt die Entwicklungskonzeption für Kleingärten. Nur Anlagen, die alle Punkte eines dort verankerten Katalogs erfüllen, können städtische Fördermittel zur Verbesserung eigener Bedingungen beantragen.

Jedes Jahr wird diese Konzeption fortgeschrieben, werden die Kriterien den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Seit einigen Jahren rückt da als ein wichtiges Kriterium auch ein möglicher Rückbau, sprich der Abriss von Anlagen in den Blickpunkt, die aufgrund von horrenden Leerständen keine Überlebenschance mehr haben und aufgegeben werden. „Bislang sind hier bis zu maximal 50 Prozent der Abrisskosten förderfähig. Dieser Satz muss künftig noch höher angesetzt werden“, schlägt Preuß vor. Auch weil er schon eines für 2016 genau weiß: „Es werden auch in diesem Jahr in Altenburg weitere Anlagen für immer verschwinden, weil sie aufgegeben werden.“

Umso überraschter ist der Regionalverbandschef über den Rücklauf der eigenen Entwicklungskonzeptionen aus den derzeit 52 Altenburger Mitgliedssparten. Jede einzelne sollte bis zum Jahresende dem Verband genau auflisten, wie konkret die Belegungszahlen der eigenen Parzellen und wie der Altersdurchschnitt der Pächter ist. Weiterhin wollte der Verband wissen, welche Alleinstellungsmerkmale jede einzelne Anlage auszeichnen und welche Maßnahmen man für eine sichere Zukunft in Betracht zieht. „Das sollten beileibe keine großen wissenschaftlichen Ausarbeitungen sein. Vielmehr sollte ein DIN-A-4-Blatt mit den gewünschten Stichpunkten genügen“, sieht Preuß die Vorstände mit dieser Forderung keineswegs überfordert. Trotzdem sei der Rücklauf „sehr ernüchternd“ gewesen: Gerade mal 70 Prozent der Altenburger Sparten gaben einen Entwurf beim Verband ab, „obwohl eine Nichtteilnahme ein Ausschlusskriterium für eine mögliche weitere Finanzförderung war“, wie Preuß ernüchtert rekapituliert. Viele Kleingärtner würden sich vor den bestehenden und wachsenden Problemen offensichtlich immer noch verschließen, wollten sie augenscheinlich einfach nicht wahrhaben.

Hinzu komme, dass eine Reihe der abgelieferten Arbeiten schlichtweg ungenügend war, weil wichtige Angaben fehlten oder nur schwammig aufgeführt waren.

Preuß’ Fazit: „Derzeit sind noch 34 Anlagen förderfähig. Davon werden etliche jetzt wohl diesen Status verlieren. Perspektivisch scheint Altenburg tatsächlich auf dem Weg zu sein, dass mittelfristig um die 15 Gartensparten ausreichen, um den Bedarf zu decken.“ Das hatte Preuß schon vor gut zehn Jahren gepredigt.

Von Jörg Wolf

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