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Altenburger Geschichtsverein plant Gedenkraum

Altenburger Geschichtsverein plant Gedenkraum

Weil es eine eigene Erinnerungsstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Altenburg bislang nicht gibt, plant der Altenburger Geschichtsverein nun einen Gedenkraum und bittet Bürger, Behörden und Unternehmen um Unterstützung bei der Gestaltung.

"Es gibt leider nur ein paar Ansätze", so der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Wolfgang Böhm, auf OVZ-Nachfrage. Und verweist auf die Stolpersteine, die überall im Stadtgebiet an das Schicksal jüdischer Mitbürger erinnern, oder auf die Gedenktafel für die Opfer des Rüstungsunternehmens Hasag. "Das ist einfach zu wenig für all das, was auch zur Geschichte unserer Stadt gehört." Ein Vorstoß des Vereins, im Schlossmuseum eine Stätte der Erinnerung zu schaffen, sei aber leider ohne Resonanz geblieben.

Laut Konzeption soll der geplante Gedenkraum mehrere Bereiche umfassen: Für die Opfer des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945, die Opfer des Zweiten Weltkriegs sowie für die Opfer der Nachkriegszeit, von Flucht und Vertreibung. Wie der Verein in einer Pressemitteilung informierte, wird vor allem Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Räumen und bei der inhaltlichen Gestaltung der Ausstellungen in dem Gedenkraum gebraucht.

Zeitzeugen werden gebeten, sich beim Verein zur Aufnahme ihrer Erinnerungen und Berichte zu melden. Dokumente, Fotos, Filme, Briefe - auch in älteren Handschriften - und Gegenstände als Zeugnisse dieser Zeit seien willkommen, egal ob als Spenden oder Leihgaben.

"Die Möglichkeiten einer Aufarbeitung dieses historischen Zeitraumes sind heute bereits stark eingeschränkt. Zeitzeugen sind verstorben, verzogen oder nicht mehr in der Lage, über diese Zeit zu berichten. Gebäude wurden unbeachtet ihres historischen Wertes abgerissen. Gegenstände, Filme, Fotos und Schriftstücke sind achtlos entsorgt worden. Dokumente der Verwaltungen, auch der Archive, sind vielfach weltweit verstreut", erklärt Böhm die Initiative seines Vereins. Es bestehe dringend Handlungsbedarf. "Unsere Kinder und die nachkommenden Generationen haben ein Recht darauf, dass es keine weißen Flecke in der Geschichte Altenburgs und des Altenburger Landes gibt. Kommen wir unserer Pflicht nach."

Interessenten könnten sich jederzeit vertrauensvoll an den Altenburger Geschichtsverein wenden. Alle Informationen und Zeugnisse werden diskret und sorgsam behandelt, heißt es in der Pressemitteilung.

Kontakt: Altenburger Geschichtsverein e.V. (AGV), c/o Wolfgang Böhm, Albert-Levy-Straße 22, 04600 Altenburg, Deutschland, % 03447 831156, 0160 94788705, E-Mail:altenburgergeschichtsverein@t-online.de

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