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Altenburg Altenburger Gnadenkapelle wird Kulturstätte
Region Altenburg Altenburger Gnadenkapelle wird Kulturstätte
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00:16 23.05.2017
Enrico Landgraf nutzt die Räume auch für Musikaufnahmen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Noch scheint sie im Dornröschenschlaf zu liegen, doch schon bald soll neues Leben einziehen – die Gnadenkapelle in der Altenburger Carl-von-Ossietzky-Straße soll zu einer Veranstaltungslocation mit vielfältiger Verwendung werden. Das sind die Pläne von Enrico Landgraf. Seit Februar diesen Jahres ist er stolzer Besitzer der 1886 erbauten Kirche.

„In der oberen Etage möchte ich einen Raum für Konzerte, Lesungen, Feiern und ähnliches schaffen“, erklärt er. „Im Untergeschoss soll eine große Küche entstehen, so dass auf den Veranstaltungen auch genügend Raum für die Zubereitung von Speisen und Getränken ist.“ Außerdem sollen neue Toiletten und eine Künstlergarderobe entstehen.

Viel hat sich der 46-Jährige vorgenommen. Als erstes kommen die Entrümpler und sorgen für freie Räume. Der Musiker, der als Sänger der Band „Der Landgraf“ auftritt, nutzt den Andachtsraum im ersten Stock gleich für die eigenen künstlerischen Zwecke und nimmt dort Musik auf. „Die Akustik ist wirklich gut. Ich kann mir vorstellen, dass andere Künstler den Raum auch dafür nutzen möchten.“

Erste Konzertpläne gibt es bereits. Am 14. Juli spielt die eigene Band von Landgraf. Am 9. September tritt die Band „A Perfect Pair“ in der Kapelle auf. Zwei Tage später, am 9. September öffnet die Gnadenkapelle zum Tag des offenen Denkmals und am 7. Oktober spielt die Rockband „Ax Genrich und Band“ in den Räumlichkeiten. „Auch der Altenburger Jazzclub hat bereits Interesse gezeigt“, erklärt Landgraf.

Noch sind die Wände im Obergeschoss bemalt mit Zeichnungen der Jungen Gemeinde der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, die die Gnadenkapelle nutzte. Die Decke ist weiß, der Boden aus Linoleum. „Ich bin gespannt, was wir dahinter finden werden“, so Landgraf.

Für Karlheinz Kühn, Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Altenburg, ist der Verkauf der Kapelle ein Segen. „Auch ein leerstehendes Gebäude kostet Geld“, sagt er. 16 000 Euro sind durch die Versteigerung durch die Sächsischen Grundstücksauktionen AG an die Gemeinde geflossen. Insgesamt 38 000 Euro hat der Verkauf eingebracht. Zu gleichen Teilen geht diese Summe an die Landeskirche und an die Gemeinde, abzüglich der Maklergebühren. Das eingenommene Geld soll nun für den zweiten Bauabschnitt der Turmriss-Sanierung an der Brüderkirche und für die Simssteine an der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche ausgegeben werden.

Enrico Landgraf, der hauptberuflich als Steuerberater in Leipzig tätig ist, hofft, dass sich sein Vorhaben schnell umsetzten lässt. „Natürlich ist so etwas immer auch von Bau- und Fördergeldanträgen und Genehmigungen abhängig.“ Ein bis drei Jahre, schätzt er, wenn alles glatt läuft. „Die bereits geplanten Veranstaltungen sollen eine Art Interim sein“, erklärt Landgraf. „Um die Kapelle lebendig zu halten. Richtig losgehen wird es dann, wenn alles fertig ist.“

Damit sich Interessierte einen Eindruck davon verschaffen können, was Landgraf mit der Gnadenkapelle vorhat, öffnet er die Tür der kleinen Kirche am 10. Juni ab 18 Uhr. Unter dem Motto „Altes Gemäuer. Neuer Geist“, wird es einen kleinen Einblick hinter die Baukulissen geben.

Von Tatjana Kulpa

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