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Altenburger Hobbyschauspieler lassen die Geschichte der Ernestiner aufleben

Mitspielerakademie begeistert Gotha Altenburger Hobbyschauspieler lassen die Geschichte der Ernestiner aufleben

Seit Februar haben sie regelmäßig geprobt. Jetzt wurde es ernst: Pfingstmontag haben sich 30 Hobbyschauspieler der Altenburger Mitspielerakademie auf die rund 140 Kilometer lange Reise gen Gotha gemacht, um dort auf Schloss Friedenstein die Premiere des Stücks über das Geschlecht der Ernestiner zu geben.

Der zehnjährige Emil, hier beim Auftritt im Ekhof-Theater in Schloss Friedenstein, ist der jüngste Mitspieler.

Quelle: Jörg Wolf

Gotha. Gleich eine doppelte Premiere hatten die Mitglieder der Altenburger Mitspielerakademie am Pfingstmontag zu absolvieren. Denn erstmals führten sie ihr neues Stück „Von August bis Zach – ein lebendiger Familienstammbaum des Fürstenhauses Sachsen, Gotha, Altenburg“ vor Publikum auf. Und das nicht an einem geschichtsträchtigen Platz in der Heimat, wie das Altenburger Schloss, sondern in der Ferne.

Die Mitspielerakademie ging erstmals mit einem Theaterstück auf Reisen: Auf Schloss Friedenstein im 140 Kilometer entfernten Gotha war die Premiere des Stückes über das Fürstengeschlecht der Ernestiner angesetzt, das auch in Altenburg sichtbare Spuren hinterlassen hat. Dass ausgerechnet Gotha die allererste Aufführung erleben sollte, war keineswegs ein Zufall: Dort und in Weimar findet derzeit die Thüringer Landesausstellung statt, die sich mit dem Leben und Verdiensten der Ernestiner befasst.

Besichtigung aller Spielorte

Großartige Aufregung war den 30 Mitspielern beim frühmorgendlichen Start per Bus nach Gotha allerdings nicht anzumerken. „Das kommt sicher später noch“, meinte Veit Große, einer der Akteure, die zumeist aus den ehemaligen Prinzenraub-Festspielen hervorgingen, weil bei ihnen dort die Lust auf die Schauspielerei und vor allem dieses einzigartige und gute Gefühl der Zusammengehörigkeit geweckt wurde.

Während der Bus Kilometer um Kilometer auf der A 4 fraß, war das Team um die Chefin des zuständigen städtischen Kulturmanagements, Susanne Stützner, schon in zwei schnelleren Kleintransportern vorausgefahren. An Bord: Technik, Requisiten, Kostüme, diverse Schminkutensilien und natürlich Teile der Verpflegung für Mitspieler und Helfer bis hin zum echten Altenburger Senf zu den servierten Wiener Würstchen und Kartoffelsalat nebst belegten Brötchen. Salat, Wurst und Brötchen wurden aber bei einem Gothaer Metzger bestellt und ganz frisch direkt auf das Schloss geliefert.

Dort hatten die Akteure nach knapp zweistündiger Fahrt und nochmaliger Besichtigung aller Spielorte auch ordentlich Hunger. Aber mancher kaute schon ein wenig in sich gekehrt an seinem Brötchen in diesem zur Garderobe umfunktionierten Versammlungsraum im Westflügel von Schloss Friedenstein.

400 Jahre Zeitreise

Viele Schlossbesucher wollten die von den Altenburgern manchmal mit einem Augenzwinkern vorgetragene Zeitreise durch 400 Jahre Ernestiner-Geschichte miterleben. Eigentlich hatte die Gothaer Schlossverwaltung geplant, diese spezielle Schlossführung mit Theaterbegleitung für 30 Besucher anzubieten. Aber am Ende wollten das Spektakel über 100 Neugierige erleben.

Besucher wie Akteure kamen da auf ihre Kosten: Denn die Szenen spielten an verschiedenen Orten in dem Schlosskomplex. Und der prächtige Festsaal und das 1687 eröffnete Ekhof-Theater, in dem weltweit einzigartig noch die Bühnenmaschinerie aus dem 17. Jahrhundert im Einsatz ist, sind besondere Orte.

Die Altenburger verliehen mit ihrem Spiel auch diesen Orten noch einen besonderen Glanz und wussten zu begeistern. „Wir hatten durchweg ein ganz, ganz positives Feedback. Und das ist euer Verdienst. Danke“, meinte Regisseurin Heike Hennig aus Leipzig strahlend, als sich die meisten nach dieser gelungenen Premiere das obligatorische Gläschen Sekt schmecken ließen.

Von Jörg Wolf

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