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Altenburg Altenburger Hof: Eigentümer planen Zäsur in jeder Hinsicht
Region Altenburg Altenburger Hof: Eigentümer planen Zäsur in jeder Hinsicht
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06:30 13.02.2016
Der Altenburger Hof soll – möglicherweise noch in diesem Jahr – als Hotel wiedereröffnet werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Altenburg

Meist brennt abends im Foyer noch Licht, auf dem Parkplatz stehen ein paar Fahrzeuge. Doch auch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das größte Hotel der Stadt und des Kreises geschlossen ist. Und das nun schon seit sieben Wochen. Gleich hinter dem Eingang rechts steht noch der Weihnachtsbaum mit den Leuchten, im Restaurant liegen ein paar Deko-Geschenke herum, gleichsam als Mahnung, dass am 24. Dezember die letzten Gäste gehen mussten. Nur der Hausmeister ist noch da, der als einziger der etwa 30 ehemaligen Mitarbeiter seinen Job behielt, jetzt nach dem rechten sieht und kleinere Reparaturen erledigt. Alle anderen wurden entlassen. Wie es heißt, haben etwa 20 von ihnen wieder einen Job gefunden.

Ende Dezember begannen die Spekulationen, die gar nicht so fern der Wahrheit lagen: die geplante Nutzung als Flüchtlingsheim, was sofort dementiert wurde. Der Umbau zu einem Altersheim für betreutes Wohnen, wofür es mindestens zwei ernsthafte Kauf-Interessenten gab, einer davon kam aus Altenburg. Doch die Eigentümer, es sind zwei Männer und eine Frau aus Stuttgart, wollen nicht verkaufen. Und sie haben es offenbar auch nicht eilig.

Aber sie planen die Wiedereröffnung des Hauses als Hotel, möglicherweise noch in diesem Jahr. Das bestätigte Eugen Höschele der OVZ, der ein Beratungsmanagement betreibt und dabei die Eigentümer vertritt und unterstützt. Zweimal reiste Höschele deswegen bereits nach Altenburg. Anfang Februar war er dabei, als sich Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) mit den Eigentümern in Stuttgart traf.

Geplant sei „eine Zäsur in jeder Hinsicht“, sagt der Berater. Was genau er damit meint, erklärt er nicht, ebenso wenig, um welche Voraussetzungen es sich handelt, die noch erfüllt werden müssen. „Details können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen“, bittet Höschele um Verständnis. Er spricht von nötigen Kooperationen mit der Stadt und dem Kreis und von den vielen Chancen, die Altenburg als wirkliches Kleinod habe.

Eine solche Chance waren die Touristen, die nach Altenburg kamen und im Altenburger Hof übernachteten, der jetzt zu ist, weswegen viele Gäste ausbleiben. Auch die Unternehmen kommen nun nicht mehr, die das Hotel als Tagungs- oder Veranstaltungsort nutzten.

Das weiß auch Michael Wolf, der deswegen nach Stuttgart fuhr. Von den Eigentümern nahm er einen positiven Eindruck und ihr Bekenntnis mit, das Haus nach einer grundhaften Sanierung so schnell es geht wieder zu eröffnen. „Wann ist jedoch offen“, sagte Wolf der OVZ. Die Stadtverwaltung habe Kontakte zu Finanzpartnern im Altenburger Land hergestellt und werde ebenso in Gesprächen mit der Landesregierung herausfinden, ob es Fördermöglichkeiten, finanzielle Zuschüsse, Bürgschaften oder ähnliches gebe. „Das braucht seine Zeit“, sagte der OB, der davon abrät, nun in Aktionismus zu verfallen. Man könne die Eigentümer schließlich auch nicht drängen. Er habe Verständnis dafür, dass sie sich für eine solch nachhaltige Investition Zeit nehmen.

Zeit ist das, was die Stadt bei ihrem dringend benötigten Hotel am wenigsten hat. Hätten die Eigentümer auf die ständigen Bitten des ehemaligen Pächters gehört, die im Haus seit Jahren nötigen Investitionen endlich vorzunehmen, wäre das Hotel gar geschlossen worden, meint ein ehemaliger Angestellter. Er möchte seinen Namen nicht nennen. Das passt in die vielen unklaren Details, über die die Beteiligten nicht reden mögen.

Von Jens Rosenkranz

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