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Altenburg Altenburger Hotel-Pension Treppengasse verdoppelt Kapazität für Touristen
Region Altenburg Altenburger Hotel-Pension Treppengasse verdoppelt Kapazität für Touristen
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19:59 11.10.2017
Stoßen auf den nun begonnenen Neubau gegenüber ihres Familienbetriebes Hotel-Pension Treppengasse an: Birgit Träger, Kathy Träger-Thieme und Joachim Träger. Quelle: Jens Paul Taubert
Altenburg

Wer derzeit durch die Berggasse geht, bleibt zwangsläufig stehen. Nicht nur wegen des Anstiegs und des historischen Ambientes samt Roter Spitzen, sondern vor allem aufgrund einer imposanten Baustelle. Wenige Meter oberhalb des Altenburger Wahrzeichens erheben sich Schrägen aus Lehm. Dazwischen sind noch die Steinreste eines alten Kellers zu sehen. Mitten im Berg liegt bereits das Gestänge für eine Bodenplatte. Dort legte Familie Träger am Mittwoch den Grundstein für einen Neubau. Direkt unterhalb ihrer Hotel-Pension Treppengasse entsteht bis Ende nächsten Jahres eine zweite Herberge, die die Skatstadt dringend braucht.

„Damit verdoppeln wir uns quasi“, sagt Kathy Träger-Thieme voller Vorfreude. Bereits nächste Woche kommen die ersten Wände für einen Teil der Tiefgarage, der sich schon auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes abzeichnet. Direkt darüber entsteht die eigentliche Tiefgarage, auf die das Erdgeschoss mit Lobby, Rezeption, Frühstücksraum, kleiner Küche und einem barrierefreien Doppelzimmer folgt. In die Obergeschosse kommen neben weiteren Zimmern zwei Doppelzimmer mit separatem Schlafbereich für Kinder, zwei Appartements mit Küchenzeile sowie eine weitere Ferienwohnung für längere Aufenthalte. Verbunden wird alles mit einem Fahrstuhl.

„Ziel ist die Schaffung eines flexibleren Übernachtungsangebots“, erklärt die 32-Jährige, die die Pension mit ihrer Mutter Birgit führt und fünf Angestellte hat. „Long-Stay-Aufenthalte und die Ausweitung des Hotelangebots für Familien mit zwei oder mehr Kindern stehen dabei im Fokus. Beide Hotelbauten werden organisatorisch als eins geführt und können getrennt als auch zusammen bewirtschaftet werden.“

Mit dem geplanten Abschluss der Arbeiten im vierten Quartal 2018 stehen statt bisher elf 22 Zimmer zur Verfügung. Die Aufnahmekapazität steigt damit von derzeit 22 auf 50 Gäste. Hintergrund der Investition, die sich geschätzt im oberen sechsstelligen Bereich bewegt und zu deren Höhe sich die Familie nicht äußern will, ist die steigende Nachfrage und die gute Auslastung des seit 25 Jahren bestehenden Hauses in der Treppengasse 5. „Besonders zu großen Events, wie Sachsenring-Rennen oder dem Skatstadtmarathon, und an den Wochenenden platzen wir aus allen Nähten“, sagt Träger-Thieme angesichts eines im September zu 73 Prozent ausgelasteten Hauses. Der Mangel an Hotels in Altenburg tue das Übrige.

Ein Fakt, weswegen sich Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der den ersten Hammerschlag auf den Grundstein übernahm, besonders über das Neubau-Projekt freut. „Wir haben Nachholbedarf bei den Betten und brauchen Sie für die touristische Entwicklung in Altenburg“, so das Stadtoberhaupt, das zugleich Chef des Tourismusverbandes Altenburger Land ist. „Ich habe tiefsten Respekt vor dem Familienunternehmen, denn es ist keine Selbstverständlichkeit, eine solche Investition zu schultern.“ Zumal es sich um eine der schönsten Ecken der Skatstadt handle. Gleichzeitig sicherte er zu, dass Berg- und Treppengasse ab 2020 grundhaft ausgebaut und damit aufgewertet werden.

Leicht gemacht hat sich die Familie die Expansion aber nicht. Alles begann laut Joachim Träger 2015 damit, dass die Mauer, die den Parkplatz umgab, bröckelte. „Der Denkmalschutz hat gesagt, dass das wieder in Ordnung gebracht werden muss“, erinnert er sich. Da eine Erweiterung des bestehenden Hauses zu aufwendig war, schlug der beauftragte Planer vor, den Parkplatz zu bebauen. „Wir haben uns schon gefragt, ob wir uns das in unserem Alter noch antun sollen“, so der 65-Jährige, der frischgebackener Rentner ist, was seiner Frau erst noch bevorsteht. Glücklicherweise kam Tochter Kathy just mit dem Vorschlag, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Damit war die Entscheidung gefallen und die „Fortführung der Tradition in die nächste Generation“ gesichert.

Von Thomas Haegeler

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