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Altenburger Kantorei glänzt mit Bachs Weihnachtsoratorium

Brüderkirche Altenburger Kantorei glänzt mit Bachs Weihnachtsoratorium

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Sonntag die Altenburger Brüderkirche. Die Altenburger Kantorei intonierte Bachs Weihnachtsoratorium. Auf dem Programm standen in diesem Jahr die ersten drei Kantaten, die Bach für die damaligen drei Weihnachtsfeiertage komponiert hatte.

Stimmungsvoll – Blick von der Empore in die festliche und überaus gut gefüllte Altenburger Brüderkirche.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Für viele Konzertbesucher ist es nicht einfach, Zugang zur Musik von Johann Sebastian Bach zu finden. Das mag sicherlich an seinen oft nicht gerade einfach strukturierten Werken liegen, die eine intensive musikalische Vorbildung erfordern. Vielleicht ist dem mit der Klassik nicht so vertrauten Hörer noch das Air oder die legendäre Orgeltoccata in d-Moll geläufig. Doch dann ist die Kenntnis der weit über 1000 gesicherten Bachschen Werke oft schon erschöpft.

Umso erstaunlicher ist es, dass gerade das Weihnachtsoratorium einen so hohen Popularitätsgrad erlangte, denn es erklingt landesweit in der Adventszeit in ungezählten und zumeist ausverkauften Aufführungen. So auch am Sonntag in der Altenburger Brüderkirche. Es gehört zum Fest einfach dazu, und das ist auch gut so. Durch seine wundervolle Musik findet die Botschaft von der Geburt Christi eine herrlich umglänzte Erhöhung, so dass sie das Herz eines jeden Hörers erreicht.

Im diesjährigen Konzert der Altenburger Kirchgemeinde war es nicht anders: Eine bis auf den letzten Platz gefüllte Brüderkirche, eine prächtige Aufführung unter der Leitung von Kantor Philipp Göbel und ein sehr aufgeschlossenes, eigentlich zu beifallsfreudiges Publikum, das in der ersten Kantate überflüssigerweise nach jedem Chor und fast jeder Arie Applaus spendete.

Auf dem Programm standen in diesem Jahr die ersten drei Kantaten, die Bach für die damaligen drei Weihnachtsfeiertage komponiert hatte. Das ist die klassisch zu nennende Auswahl aus den insgesamt sechs Kantaten. Damit kann man nichts falsch machen, denn so gelangen die wohl bekanntesten Arien, Choräle, Chöre und Rezitative zur Aufführung.

Die Magie dieses Werkes beginnt im Prinzip schon mit den einleitenden fünf Paukenschlägen und den im Dreiertakt dahin wirbelnden Chor „Jauchzet, frohlocket“, den Philipp Göbel mit Intensität anging und dessen Synkopen spannungsvoll in Szene setzte. Die bestens vorbereitete Altenburger Kantorei tat ein Übriges zum Gelingen des Konzertes mit der plastischen Gestaltung der Chöre und der wundervollen Choralsätze. Dank des sehr sicheren und musikalisch außerordentlich engagierten Dirigats von Göbel verfolgte man gebannt jedes Detail des Werkes.

Ein großes Lob gebührt dem Chor des Christlichen Spalatin-Gymnasiums in der Einstudierung von Carmela Kirschner. Dessen Mitwirkung beschränkte sich nicht nur auf das Kyrie in der ersten Kantate. Die jungen Sängerinnen und Sänger beteiligten sich auch aktiv in den weiteren Chorsätzen. Nicht minderen Anteil am Gelingen des Konzertes hatte das Sächsische Barockorchester. Es musizierte auf historischen Instrumenten und hinterließ sowohl mit den intimen Klängen der Holzbläser und Streicher als auch bei den trompetenumglänzten Teilen inklusive der drei Instrumentalsolisten an der Violine, der Flauto traverso und der Trompete einen sehr guten Eindruck. Minimale Ungenauigkeiten im Basso continuo fielen da überhaupt nicht ins Gewicht.

Zum Erfolg der Aufführung trugen natürlich besonders die vier Gesangssolisten bei. Falk Hoffmann als Evangelist vermied jede unnötige Dramatik in den Rezitativen, sondern orientierte auf eine sehr meditative und im Tempo gemäßigte Schilderung der Geschichte zu Bethlehem. Brillant und leichtfüßig trug er außerdem die virtuose Hirtenarie vor. Dirk Schmidt mit seinem voluminösen und sehr klaren Bass hatte natürlich seinen großen Auftritt in der Königsarie, die Philipp Göbel im straffen Tempo durchzog. Annette Markert gestaltete ihre drei Arien mit lebhafter Mimik und einfühlsamer Tongebung. Ihre Darstellung der sensiblen Arie des dritten Teils „Schließe mein Herze, dies selige Wunder“ geriet im Zusammenspiel mit der Solovioline zu einem der eindrucksvollen Höhe- und Ruhepunkte im gesamten Werk. Birte Kulawik verlieh dem Duett mit Dirk Schmidt den erforderlichen Glanz.

Das Fazit der diesjährigen Altenburger Aufführung des Weihnachtsoratoriums kann nur lauten: Eine rundum gelungene Interpretation auf hohem künstlerischen Niveau. Großes Lob für Philipp Göbel und sein gesamtes Ensemble. So sah es auch das Publikum und zollte vehementen Beifall, dann an der richtigen Stelle – nämlich am Schluss.

Von Felix Friedrich

Altenburg Brüdergasse 11 50.9856258 12.4304182
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