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Altenburger Kinder machen mit Flüchtlingen großes Theater

„Karneval der Tiere“ Altenburger Kinder machen mit Flüchtlingen großes Theater

Zusammen mit Flüchtlingskindern haben Jungen und Mädchen aus Altenburg eine ganz besondere Ferienwoche erlebt. Auf Initiative des Osterländer Musikbundes beschäftigten sie sich mit Camille Saint-Saens’ Stück „Karneval der Tiere“ und gestalteten danach eine herzzerreißende Abschlusspräsentation.

Altenburger und Flüchtlingskinder führen am Ende des Ferienprojekts „Musik schafft Heimat“ in der Aula der Volkshochschule den „Karneval der Tiere“ auf.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Ihre Blicke suchen immer wieder Kontakt zu den Musikern auf der Bühne oder den beiden Tanzpädagoginnen in der ersten Zuschauerreihe. Denn sie wollen keinen Einsatz verspassen und schon gar nicht aus der Reihe tanzen. Sie, das sind 18 Kinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren: Acht von ihnen sind Flüchtlingskinder aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. Gemeinsam mit zehn Mädchen und Jungen aus Altenburg – allesamt sind sie Schüler der skatstädtischen Gemeinschaftsschule „Erich Mäder“ – haben sie in einem ganz ungewöhnlichen Ferienprojekt mitgewirkt. Nach der Musik des bekannten Werkes „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens gestalteten sie in der Aula der Volkshochschule (ehemals Neubauer-Schule) eine sehenswerte und zu Herzen gehende Abschlusspräsentation.

Die Idee dazu kam von Kathrin Osten, stellvertretende Vorsitzende des Osterländer Musikbundes. Die 48-Jährige hatte im Herbst vergangenen Jahres in der Hochzeit der Flüchtlingswelle Kontakt zu einem Ehepaar aus Syrien – sie Sängerin, er Choreograf. „Wir wollten irgendetwas machen, um die beiden zu integrieren, und kamen auf die Idee mit dem Kinderprojekt“, erinnert sich Kathrin Osten. Doch so schnell ging das natürlich alles nicht. Da mussten Fördermittel beantragt und Sponsoren gewonnen werden. „Inzwischen ist das Ehepaar weitergezogen, doch wir wollten das einmal angestoßene Projekt nicht sterben lassen“, so Osten.

Denn der 2001 von Musikern des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera und Musikschullehrern gegründete Musikbund hat sich die Förderung und Pflege des Musiklebens sowie der musischen Bildung und Erziehung im Osterland, besonders in Altenburg und im Landkreis, auf die Fahnen geschrieben. Und so startete eine Ferienwoche, die in Altenburg wohl ihresgleichen sucht – das Projekt „Musik schafft Heimat“.

Die Kinder waren in der Musikschule, im Theater, dem Studio bildende Kunst des Lindenau-Museums und dem Mauritianum zu Gast. Sie haben die Musik aus dem „Karneval der Tiere“ kennengelernt, haben gemeinsam musiziert, getanzt, gebastelt und gemalt. So entstanden beispielsweise die Tiermasken, die beim Einmarsch zur Abschlussgala ein so imposantes Bild abgaben. Aus kleinen Plasteröhrchen formten die Kinder Kuckuckspfeifen, die in der Tonhöhe genau abgestimmt werden mussten. Im Lindenau-Museum wurde ein Ammonit gegossen, denn bei Saint-Saens kommen ja auch Fossilien vor. In Pappbecher gefüllter Reis gab wunderbare Rasseln.

Gemeinsam mit zwei betreuenden Lehrern der Mäder-Schule und den Leiterinnen des Kinder- und Jugendballetts vom Theater, Claudia Kupsch und Dagmar Stollberg, wurde die Abschlusspräsentation gestaltet und geübt. Es gelang alles so gut, dass manch Mutter oder Vater feuchte Augen hatte, als ihre Sprösslinge nach dem Schlussapplaus auf sie zustürmten.

„Auch ich bin sehr froh, dass unser Projekt so funktioniert hat. Es war für alle Kinder eine große Herausforderung, die meisten haben so etwas überhaupt noch nie gemacht. Dabei waren sie zur letzten Probe kurz vor der Aufführung noch ein einziger Hühnerhaufen“, sagt Kathrin Osten und lacht. Die stellvertretende Soloflötistin des Philharmonischen Orchesters war gemeinsam mit Kollegen und Musiklehrern für den musikalische Part der Aufführung zuständig – Garant für eine hohe Qualität.

Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass uns zudem zahlreiche Sponsoren aus dem Altenburger Land unterstützt haben,“ so der Vorsitzende des Osterländer Musikbundes, Michael Böhme. So sorgten beispielsweise die Bäckerei Strobel, die Kathrin Meier Gaststättenbetriebs GmbH, die Innova und das Weltcafé für das leibliche Wohl der kleinen Künstler. Und Jutta Penndorf sowie Robby Tänzer vom Integrationsbündnis Altenburger Land „Futura“, das sich auch finanziell beteiligte, stellten für den Musikbund die Verbindung zu den Dolmetschern und Kindern her.

Von Ellen Paul

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