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Altenburger Kongo-Hilfeverein baut Gesundheitszentrum in Maluku

Herausforderung in Afrika Altenburger Kongo-Hilfeverein baut Gesundheitszentrum in Maluku

Die Hilfsorganisation „Hilfe für Menschen im Kongo“ mit Hauptsitz in Altenburg will in der Hauptstadt des afrikanischen Landes, Kinshasa, ein groß dimensioniertes Gesundheitszentrum errichten. Es sei das bislang bedeutsamste Projekt des Vereins, der in der Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole bereits zwei Kinderhäuser und eine Grundschule eröffnet hat.

So soll das neue Gesundheitszentrum in Maluku nach der Fertigstellung aussehen. Die Gebäude im Hintergrund gehören zur Grundschule und zu einem Waisenhaus.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Kinshasa. „Wir haben erlebt, dass Kinder plötzlich ohne ihre Mutter dastanden, weil diese bei der Geburt eines weiteren Kindes verblutet war. Auch deshalb ist es unglaublich wichtig, dieses Vorhaben so schnell wie möglich in die Tat umzusetzen“, betont Jürgen Hauskeller, Kassenwart beim Verein „Hilfe für Menschen im Kongo“. Die Hilfsorganisation mit Hauptsitz in Altenburg ist in Kinshasa aktiv, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaire). Dort will sie im Ortsteil Maluku ein groß dimensioniertes Gesundheitszentrum errichten. Es sei das bislang bedeutsamste Projekt des Vereins, der in der Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole bereits zwei Kinderhäuser und eine Grundschule eröffnet hat. „Wir legen da unser gesamtes Gewicht drauf“, hält Hauskeller fest.

Dem ersten Planentwurf zufolge, den das Nürnberger Architektenbüro blauhaus ehrenamtlich erarbeitet habe, soll ein Gebäudekomplex mit insgesamt 32 Räumlichkeiten aus dem Boden gestampft werden. Als Vorbild dafür diene eine vergleichbare Einrichtung im Zentrum von Kinshasa. Diese werde von katholischen Schwestern aus Deutschland und Österreich betrieben. „Mit ihnen stehen wir seit zehn Jahren in Kontakt, waren auch schon mehrere Male vor Ort“, sagt Hauskeller, der im vergangenen November den Thüringer Engagement-Preis erhielt. „Die Schwestern haben uns erklärt, wo sie Probleme in ihrem Haus sehen. Die haben wir aufgegriffen und bei unserem Bau berücksichtigt.“

Das neue Gesundheitszentrum namens „Nzoto Na Motema“ („Leib und Seele“) soll aus zwei Bereichen bestehen. In einer poliklinischen Ambulanz sollen Kranke und Verletzte untersucht und bei Bedarf ambulant behandelt oder gar operiert werden. Eine stationäre Betreuung sei nicht angedacht. Auf der anderen Seite hat der Verein eine Entbindungsstation im Sinn, in der in dringenden Fällen Kaiserschnitte möglich sein sollen. Die sind laut Hauskeller lebensnotwendig. Denn in Maluku gebe es keine Kranken- oder Rettungswagen. Betroffene Frauen müssten privat oder mit dem Taxi bis ins rund 80 Kilometer entfernte Stadtzentrum fahren. Doch das dauere am Ende oft zu lange.

In puncto Ausstattung seien nur notwendige Dinge vorgesehen. „Wir werden nichts Luxuriöses verwenden. Nichts, worauf man verzichten könnte“, hebt Hauskeller hervor. Neben den Räumen der beiden medizinischen Areale seien eine Wäscherei, eine Kapelle zum Beten, ein Seminar- und Konferenzraum sowie Platz für eine angemessene Verwaltung angedacht. Auch eine Apotheke ist ins Auge gefasst. Regelmäßiger Strom soll unter anderem über einen hauseigenen Diesel-Generator sichergestellt werden. „Energie und fließendes Wasser sind die größten Herausforderungen.“ Mit Medizinern habe der Verein bereits gesprochen. Gebraucht werden unter anderem Fachärzte, Laboranten und mindestens zwei Hebammen. Das Personal soll komplett von Einheimischen gestellt werden.

„Es ist von vornherein klar, dass der Betrieb der Einrichtung nicht auf eine schwarze Null kommt. Sie trägt sich nicht von alleine. Wir müssen mit Verlusten rechnen“, unterstreicht Hauskeller. Denn: Die Demokratische Republik Kongo gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Es gibt weder Krankenversicherung noch Rente. Nach Angaben des Hilfswerkes World Vision leben 90 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. „Es werden deshalb auch Leute zu uns kommen, die gar nichts bezahlen können“, so der Altenburger, der selber vier Jahre lang im Kongo gelebt hatte. Für solche Fälle müsse es dann einen Topf mit Hilfsmitteln geben.

Wie die vorhergehenden Projekte auch werde das gesamte Vorhaben über Spendengelder von Mitgliedern, Freunden und Förderern finanziert. Kurz vor Weihnachten hat zum Beispiel die „Ray of Peace Organisation“ 10 000 Euro gespendet. Eine ausreichende Summe sei aber noch nicht vorhanden. Hauskeller schätzt, dass nur für den Bau rund 200 000 Euro notwendig sind. Gleichwohl stehe zumindest schon so viel Geld bereit, dass mit der Grundsteinlegung begonnen werden könne. Losgehen soll es demnach in den kommenden Monaten, auf jeden Fall vor Sommerbeginn. Zuvor will die Vereinsvorsitzende Christine Hauskeller, die Frau von Jürgen Hauskeller, am 11. Februar zusammen mit einer kleinen Gruppe nach Kinshasa fliegen, um das Projekt vor Ort voranzutreiben.

Der Kongo-Verein wurde vor zehn Jahren gegründet. Zu seinen Hilfsprojekten gehören die Waisenhäuser „Bomoyi“ mitten in Kinshasa und „Kiki Bolingo“ in Maluku. In beiden Einrichtungen leben aktuell jeweils rund 20 Mädchen. Hinzu kommt die 2014 eröffnete Grundschule „Elikya na biso“, ebenfalls in Maluku, in der mittlerweile über 300 Schüler in fünf Klassen unterrichtet werden. Ab September soll eine sechste Klasse folgen.

Von Matthias Klöppel

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