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Altenburger Künstler Anthony Lowe plant 360-Grad-Städte- und Landschaftspanorama Mitteldeutschlands

Altenburger Künstler Anthony Lowe plant 360-Grad-Städte- und Landschaftspanorama Mitteldeutschlands

Eine Reise durch Mitteldeutschland in einem 360-Grad-Städte- und Landschaftspanorama festzuhalten, ist ein ambitioniertes Vorhaben. Künstler Anthony Lowe stellt sich der Herausforderung - und das in seinem ersten öffentlichen Projekt nach 25 Jahren in Deutschland.

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Der Musiker Falk Zenker (links) und der Künstler Anthony Lowe freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Von Patricia Liebling

Etwa 25 Städte zwischen Eisenach und der Sächsischen Schweiz will Anthony Lowe auf eine 20 Meter lange und fünf Meter hohe Stoffbahn bringen. Der Musiker Falk Zenker soll das Kunstobjekt, das in ungefähr einem Jahr in der "Flasche" im Altenburger Schloss präsentiert werden soll, durch begleitende Klanginstallationen vervollständigen. "Er kann harmonisch, aber auch unharmonisch arbeiten. Ich bin froh, dass er dabei ist", sagt Lowe über Zenker. Die Musik des Weimarers überzeugte ihn gleich, als er sie im Januar das erste Mal hörte. "Mensch, der ist perfekt", erinnert er sich an seinen ersten Eindruck.

Eisenach, Erfurt, Weimar und Altenburg sind schon jetzt fest eingeplant in das Kunstprojekt, das Anthony Lowe und Falk Zenker ab April angehen werden. Insgesamt 550 Kilometer will der Künstler dafür zurücklegen. Die ersten Kilometer nach Eisenach hat der gebürtige Engländer, der seit 1988 im Altenburger Land lebt und künstlerisch sehr aktiv ist, schon hinter sich gebracht und zahlreiche Fotos von der Wartburgstadt geschossen. Aus verschiedenen Perspektiven hat Anthony Lowe die charakteristischen Elemente der Stadt eingefangen. Diese Bilder sind aber nur die Grundlage für sein Werk. Er bearbeitet sie digital, verzerrt und verschiebt sie, bringt malerische Aspekte ein, spiegelt düstere Wolken wider und verstärkt einzelne Farben. So entsteht ein Motiv, das die jeweilige Stadt zwar deutlich wiedererkennen lässt, aber dennoch eine sichtbare künstlerische Transformation durchgemacht hat.

Für sich alleine stehen sollen die einzelnen Städte am Ende aber nicht, sie sollen vielmehr Teil einer "naturistischen, farbintensiven Collage" sein, wie Lowe erklärt. "Ich will Tiefe schaffen, es soll aussehen wie ein Schmuckkasten", sagt der 54-Jährige. Die Städte sollen in unterschiedlichen Größen dargestellt werden und aus dem Raum hinaus- beziehungsweise hineinkippen.

In dem Rundgang durch den Wohnturm, der mit Eisenach beginnen und der Sächsischen Schweiz enden soll, begibt sich der Betrachter auf eine Art reformatorische Route, die mit Blick auf das Luthergedenkjahr 2017 gewählt wurde. Licht- und Klanginstallationen sollen das Erlebnis abrunden. Falk Zenker will dazu Alltagsgeräusche der gezeigten Städte und menschliches Gewisper vermischen und ebenso verzerren, wie Anthony Lowe seine Bilder verzerrt. Synchron zur Musik sollen Lichteffekte eingesetzt werden, die einen Tagesrhythmus simulieren.

Ein ungewöhnliches Projekt und eines, das den Vorsitzenden des Altenburger Schlossvereins, Peter Friedrich, sofort überzeugte: "Als Anthony Lowe uns seine Idee präsentierte, wollten wir sie sofort realisieren." Auch Schlossdirektor Thomas Knechtl begeistert sich für das farbintensive Panorama: "Die Ausstellung kann die Attraktivität unseres Hauses steigern. Wir überlegen auch, vor ihrem Hintergrund weitere Veranstaltungen durchzuführen."

Das Projekt steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch ein erster wichtiger Schritt ist getan. Die Bürgerstiftung Altenburger Land überreichte dem Schlossverein gestern eine Spende in Höhe von 17 500 Euro. "Moderne Kunst mit historischem Beiwerk", bewunderte Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos), der als Vorsitzender des Stiftungsrates den Scheck überreichte, die ersten Eindrücke. Komplett decken wird diese Spende die Kosten der Ausstellung kaum, starten kann das Duo aber zumindest schon einmal.

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