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Altenburg Altenburger Land: Ein Dutzend Serientäter geschnappt und weggeschlossen
Region Altenburg Altenburger Land: Ein Dutzend Serientäter geschnappt und weggeschlossen
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07:00 09.04.2016
Die Polizei in Altenburg hat die aktuelle Kriminalstatistik vorgelegt. (Symbolfoto) Quelle: dpa-Zentralbild
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Altenburg

Intensivstraftäter nennen die Ordnungshüter im schönsten Beamtendeutsch jene Ganoven, die eine Straftat nach der anderen abliefern und mit ihren regelrechten Serien massiv für Unruhe in der Bevölkerung sorgen. „Davon sind uns im Vorjahr gleich etliche ins Netz gegangen und mittlerweile auch rechtskräftig verurteilt“, sagt Altenburgs Polizeichef Andreas Pöhler. Er und Kripochef Ullrich Zeppernick nennen in diesem Zusammenhang etwa die Serie von Büro- und Geschäftseinbrüchen in der Altenburger Innenstadt, die geknackten Postfächer und Münzautomaten in der Kreisstadt und die Automatensprenger in Schmölln.

Insgesamt 7399 Straftaten

Polizeichef Andreas Pöhler. Quelle: Mario Jahn

Insgesamt 13 solcher Intensivstraftäter, die oftmals Haftstrafen erhielten, haben die Ermittlern außer Gefecht gesetzt. „Und weil sie in Verwahrung sind, können sie draußen nichts mehr anstellen“, weist Pöhler auf eine Ursache für die teilweise deutlich gesunkene Fallzahlen im Jahr 2015 hin. Es wurden insgesamt 7399 Straftaten registriert und damit 1276 weniger als noch 2014.

Das habe aber nur funktioniert, weil beide Polizeidienststellen, Staatsanwaltschaft sowie das Amtsgericht sehr eng zusammengearbeitet hätten und für die Verdächtigten die entsprechenden Verurteilungen sehr zügig erfolgt seien. „Auf der anderen Seite haben wir auch als Polizei mit Hochdruck an diesen Fällen gearbeitet. Wir haben ja auch erkannt, dass sich hier eine regelrecht Welle auftat“, sagt Kripochef Zeppernick.

Kripochef Ullrich Zeppernick. Quelle: LVZ-Archiv

Und natürlich sei jedem Beamten klar gewesen, welche Verunsicherung, ja welchen Unmut das teilweise dreiste Vorgehen der Straftäter bei der Bevölkerung schuf. „Man spürt da schon den Druck“, gesteht Pöhler. So habe man beispielsweise im Falle der Einbruchsserie im Altenburger Marktbereich sogar eine gemeinsame Arbeitsgruppe zwischen Kripo und Schutzpolizei gebildet, um die Täter möglichst rasch dingfest zu machen. Die hatten sich sogar nicht gescheut, mitten am Tag einzubrechen. Die Arbeitsgruppe, die sich ausschließlich mit dieser unheilvollen Serie befasste, schnappte letztendlich die vermeintlichen Täter ziemlich schnell.

Polizisten personell anderweitig eingebunden

Keineswegs lehne man sich angesichts dieser sicht- sowie in den nackten Zahlen nachlesbaren Verbesserung entspannt zurück. Denn beiden Polizeichefs ist auch klar, dass solche Serientäter rasch wieder nachrücken können. „Man muss immer genau aufpassen und beizeiten solche Tendenzen erkennen, um wirksam dagegen vorgehen zu können“, weiß Zeppernick.

Auch bei dem Komplex der Drogenkriminalität relativieren die Polizisten die aktuellen Zahlen für das Altenburger Land. „Die Fallzahlen sind im vergangenen Jahr zwar um 20,7 Prozent im Vergleich zu 2014 gesunken, aber jetzt zu sagen, man habe endlich die Trendwende geschafft, wäre vermessen“, schränkt Pöhler ein. Denn Fälle des illegalen Drogenmissbrauchs oder -handels werden meist nur dann aufgedeckt, wenn die Polizei entsprechend intensiv danach forscht. „Aber im vergangenen Jahr waren wir wegen der aktuellen politischen Lage mit den zahlreichen Demonstrationen personell derart eingebunden, dass viel weniger Zeit für solche Kontrollen blieb. Deshalb sind die Zahlen auch niedriger ausgefallen“, schränkt der Polizeichef ein. „Wenn wir diese Kontrollen wieder intensivieren, werden wir leider ganz andere und höhere Zahlen bekommen“, ist er sich sicher.

Droge „Crystal“ erfasst jede Altersgruppe

Was im Bereich der Drogenkriminalität nicht überrascht, sei die Tatsache, dass es sich zumeist um Crystal dreht. Was aber dennoch bedrücke, sei die Erkenntnis, dass die Droge mittlerweile beinahe jede Altersschicht erfasst hat: „Das geht schon bei Zwölf- bis 14-jährigen Konsumenten los, steigert sich bei den 25- bis 30-Jährigen, ist aber bei den 30- bis 40-Jährigen offensichtlich am meisten verbreitet, was die Zahlen der Ermittelten vermuten lassen“, so Pöhler.

Ein anderes, sich bei Bevölkerungsteilen hartnäckig haltendes Gerücht, können Pöhler und Zeppernick anhand der vorliegenden Zahlen nicht bestätigen: Dass Flüchtlinge herausragend häufig für Diebstähle aller Art verantwortlich seien. „Auf 2463 deutsche Tatverdächtige kamen im Vorjahr gerade 299 nichtdeutsche Tatverdächtige. Und in dieser Zahl sind auch andere erwischte EU-Bürger.“

Von Jörg Wolf

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