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Altenburger Land: Kommunen fehlt Wohnraum für Flüchtlinge

Altenburger Land: Kommunen fehlt Wohnraum für Flüchtlinge

Im Altenburger Land wird seit vergangener Woche verstärkt nach Wohnungen gesucht, um die steigenden Anzahl von Flüchtlingen unterzubringen und Altenburg und Schmölln zu entlasten.

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Neue Asylbewerber, unter ihnen auch Kinder, sind gestern erstmals im Landratsamt begrüßt und dort registriert worden.

Quelle: Jens Rosenkranz

Ebenso soll vermieden werden, dafür Turnhallen oder andere öffentliche Gebäude zu schließen und Zelte oder Container bereitzustellen. Doch bis auf wenige Ausnahmen treten die Städte und Gemeinden des Kreises dabei auf der Stelle.

"Im Moment sehe ich mich nicht in der Lage, Flüchtlinge in der Stadt aufzunehmen", sagte die Meuselwitzer Bürgermeisterin Barbara Golder (CDU) der OVZ. Es werde aber weiter gesucht, obwohl bekannt ist, dass sich die leer stehenden kommunalen Wohnungen nicht dazu zu eignen. Golder distanzierte sich zudem von Äußerungen des Vize-Landrats Matthias Bergmann. Dieser hatte in der vergangenen Woche vor der Presse erklärt, dass es unter allen Bürgermeistern und VG-Chefs einen Konsens dazu gebe, Flüchtlinge im Kreis gleichmäßiger zu verteilen. Vertreter aller Städte und Gemeinden hätten sich auf einer Sitzung am 9. September bereiterklärt, Wohnungen anzubieten, hatte Bergmann betont. "Es gibt dazu keinen Konsens", entgegnete Golder. Bergmann habe dies viel zu euphorisch dargestellt. Viele Bürgermeister könnten gar nicht helfen.

Als merkwürdig bezeichnete die Vize-Bürgermeisterin von Lucka, Brigitte Richter (BfL), die Bemerkungen Bergmanns, die sie sowohl durch die Versammlung als auch durch die tatsächliche Lage in ihrer Stadt nicht gedeckt sieht. Denn in Lucka, das sich auf etwa 50 Asylsuchende einstellen muss, gebe es mit dem Stand von gestern keinen geeigneten Wohnraum, sagte Richter in Vertretung von Bürgermeisterin Katrin Backmann-Eichhorn (parteilos), die im Urlaub ist. Dennoch werde weiter gesucht, dabei würden auch private Vermieter eingebunden. Es sei aber bekannt, dass die leer stehenden Objekte bauliche Mängel oder keine Heizung und keine sanitären Einrichtungen haben.

Ähnlich sieht die Lage in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rositz aus, wo man in diesem Jahr mit 66 Flüchtlingen rechnet und vorgestern in großer Runde, an der neben den Bürgermeistern auch die Rositzer Wohnbaugesellschaft teilnahm, beriet, wie diese untergebracht werden können. "Eigene kommunale Möglichkeiten haben wir derzeit nicht, können nur auf private Vermieter zurückgreifen", fasste die VG-Chefin Anja Dallek das Ergebnis zusammen. "In Monstab und Lödla sind alle eigenen Wohnungen belegt, und in Schelditz steht zwar ein Block leer, aber das geht nicht, weil es dort gesundheitsgefährdend ist." Man suche weiter, könne bisher aber keine Angebote machen, erklärte sie mit Blick auf Bergmanns Konsensgerede. "Wir tun, was wir können und wollen uns auch beteiligen, aber im ländlichen Raum ist es schwierig."

Eine Ausnahme ist da die Flächengemeinde Nobitz. Denn binnen einer Woche stellte Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) nicht nur eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes als Ansprechpartnerin in Flüchtlingsfragen ab, sondern kann auch schon erste Erfolge vermelden. "Wir haben bis jetzt zwei kommunale Wohnungen und sechs private, in denen wir Flüchtlinge unterbringen können", sagte der Sozialdemokrat. Mit diesen dezentralen Unterkünften, die sich in Nobitz, Ehrenhain, Podelwitz und Saara befinden, könne man bereits über 30 der insgesamt 79 avisierten Asylbewerber unterbringen. "Zudem werden wir die Bürger am Wochenende im Gemeindeblatt dazu aufrufen, weitere Wohnungen zur Verfügung zu stellen und in der zweiten Oktoberhälfte vier Einwohnerversammlungen veranstalten", so Läbe weiter. "Die kommunale Familie muss und wird jetzt zusammenhalten."

Unterdessen sind am Mittwoch erstmals die im Landkreis ankommenden Flüchtlinge im Landratsamt begrüßt und namentlich registriert worden. Die 50 Personen, unter ihnen Kinder und Jugendliche, kamen gegen 13.30 Uhr mit einem Bus direkt aus dem Thüringer Erstaufnahmelager in Suhl an. Bislang waren die Asylsuchenden zunächst in die Gemeinschaftsunterkunft in Schmölln gefahren worden. Mit dieser Praxis ist seit gestern Schluss. Denn die Neuankömmlinge sind auf ihrer Reise nach Thüringen offenbar nirgendwo registriert worden. Die Personalien mussten deswegen zunächst im Landratsamt aufgenommen werden. Von dort aus wurden 30 von ihnen in die Schmöllner Gemeinschaftsunterkunft gebracht, die damit voll belegt ist. 20 wurden in Wohnungen in Altenburg-Nord untergebracht.

Jens Rosenkranz und Thomas Haeg

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