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Altenburg Altenburger Land: Windradgegner fahren in den Erfurter Landtag
Region Altenburg Altenburger Land: Windradgegner fahren in den Erfurter Landtag
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18:29 23.10.2015
Einblick über Kostitz zum Starkenberger Windpark. Quelle: Mario Jahn
Heukewalde/Naundorf

Diese Regelung verlangt, dass der Mindestabstand von neuen Windkraftanlagen auf das zehnfache der Anlagenhöhe vergrößert wird. Das ist schon eine Hausnummer bei knapp 200 Meter vom Boden bis zur Spitze der Flügel am oberen Punkt. Damit die Heukewalder mit ihrem Begehr in der Landeshauptstadt Gehör finden, waren 1700 Unterschriften nötig. "Erst dachten wir, das schaffen wir nie", so Lutz Wolf aus Heukewalde. Doch am Ende der Frist hatte die BI 4030 Unterschriften auf dem Zettel. Mit unterzeichnet haben auch die Gegner der Windkaftanlagen im Starkenberger Ortsteil Naundorf um Lutz Kermes. "Wenn wir uns nicht wehren, dann werden wir zukünftig immer wieder überrollt", sagt er der OVZ.

Deshalb machen jetzt die Windkraftgegner mobil und fahren am Dienstag in den Thüringer Landtag, in dem ab 9 Uhr die Petition der BI "Gegenwind" behandelt wird. Die Heukewalder hoffen auf möglichst viele Gleichgesinnte - auch aus umliegenden Regionen. "Wir werden mit vier bis zehn Leuten dabei sein", kündigt Lutz Kermes an. Dass sich vielerorts in Thüringen Widerstand gegen Windkrafträder formiert, hat sich herumgesprochen. "Die Bürgerinitiativen treffen sich inzwischen regelmäßig und koordinieren ihre Aktionen", so Kermes.

Am Dienstag wollen die Initiativen mit möglichst vielen Bürgern Erfurts Flagge zeigen und protestieren. Ein Reisebus steht zur Verfügung, der übrigens gesponsert wurde. Wer mitfahren möchtet, sollte sich noch anmelden. Abfahrt ist um 6.45 Uhr auf dem Parkplatz der Tankstelle im Gewerbegebiet Beerwalde. "Aber große Hoffnungen darauf, dass die 10 H Regel in Thüringen eingeführt wird, haben wird nicht. Dafür ist der parlamentarische Prozess schon zu weit vorgeschritten", schimpft Lutz Kermes mit Verweis auf den neuen Windenergieerlass des Freistaats. Kermes kritisiert, dass der Ausgang der angekündigten Diskussionsphase zum Ausbau der Windenergie bereits feststeht, da die Debatte bereits abgeschlossen ist.

In Heukewald formiert sich der Widerstand, weil die Mitgliedsgemeinden der Verwaltungs­gemeinschaft (VG) "Oberes Sprottental" einen Aufstellungs­beschluss gefasst haben, der ein ­gemeinsames Windrad-Gebiet für die gesamte VG ausweist. Es umreißt das Areal von Thon­hausen in Richtung Sachsen, wo jenseits der Landesgrenze schon jetzt große Anlagen stehen.

Die Investoren seien laut Lutz Wolf im Dorf unterwegs und versprechen den Landeignern hohe Summen. "Wie hoch die sein sollen, darüber will zwar niemand ­reden. Aber das Thema insgesamt spaltet unser Dorf." In Starkenberg sind wie berichtet sechs Anlagen in Betrieb, je zwei weitere befinden sich im Bau oder sind in Planung.

Anmeldungen zur Fahrt nach Erfurt über das CDU-Wahlkreis-Büro von Simone Schulze in Schmölln, Tel: 034491 2 36 54

jabo/reu

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