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Altenburger Land geht bei Verteilung von Flüchtlingen neue Wege

Asyldebatte Altenburger Land geht bei Verteilung von Flüchtlingen neue Wege

Das Landratsamt versucht offenbar, neue Wege bei der Verteilung von Flüchtlingen im Kreis zu gehen. Wie zwei Einwohnerversammlungen zeigten, quartiert die Behörde nun zunehmend Asylbewerber außerhalb der Städte Altenburg, Schmölln und Gößnitz ein. Zudem gibt es vor allem an ländliche Gemeinden die Zusage, dass Familien anstatt junger Männer kommen.

In Altenburg ankommende Flüchtlinge sollen nun stärker auf das Umland der Skatstadt verteilt werden.

Quelle: Mario Jahn

Langenleuba-Niederhain/Monstab. Das Landratsamt versucht offenbar, neue Wege bei der Verteilung von Flüchtlingen im Kreis zu gehen. Wie zwei Einwohnerversammlungen in dieser Woche zeigten, wird die Behörde nun zunehmend Asylbewerber außerhalb der Städte Altenburg, Schmölln und Gößnitz einquartieren. Zudem gibt es vor allem an ländliche Gemeinden die Zusage, dass Familien statt junge Männer kommen. Damit erfüllt das Altenburger Land eine der Hauptbedingungen, die die meisten Kommunen und deren Bewohner gestellt hatten, wenn sie Unterkünfte anbieten.

„Wenn Sie uns Wohnungen zur Verfügung stellen, bekommen Sie Familien oder Syrer oder wenigstens Leute, deren Asylstatus ziemlich sicher ist“, versprach Landrätin Michaele Sojka (Linke) am Dienstagabend in Monstab. Das sagte sie vorsorglich. Denn aus Monstab gibt es laut ihrer Aussage und nach den Worten von Bürgermeister Steffen Jahr (CDU) bisher noch keine Angebote. Sie habe sich aber bei der Landesregierung jüngst dafür eingesetzt, dass insgesamt mehr Familien ins Altenburger Land kämen.

Sojkas Aussage schloss sich am Donnerstagabend auch ihr Stellvertreter Matthias Bergmann auf der Einwohnerversammlung in Langenleuba-Niederhain an. Dort wird es jedoch schneller konkret als in Monstab. Denn die Gemeinde hat dem Landratsamt bereits zwei Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen angeboten, was von einigen Niederhainern während der Versammlung kritisiert wurde. „Hier werden 70-, 80-, 90-Jährige vor vollendete Tatsachsen gestellt“, sagte ein Anwohner. Er finde das unzumutbar. „Wir können auch gern den Saal hier vollstopfen, dann fällt eben der Fasching aus“, zeigte Bürgermeister Jürgen Schneider (parteilos) eine drastische Alternative auf. „Die Wohnungen stehen leer, wir haben Einnahme-Einbußen. Die Mietverträge sind fertig, aber noch nicht unterschrieben – zu gleichen Bedingungen wie für andere Mieter.“

An Renovierung sei auch nichts Außergewöhnliches passiert, sagte Schneider zu den Vorwürfen, dass für Flüchtlinge mehr getan werde als für einheimische Mieter. „Es gab Tapete, weiße Farbe und das billigste Linoleum, damit der Boden glatt ist.“ Zudem seien die Wohnungen auch noch nicht möbliert. „Das übernimmt das Landratsamt. Ich habe lediglich die Spende eines Bürgers von einem Tisch und sechs Stühlen angenommen. Die Leute müssen untergebracht werden.“ Wenn zwei Familien kommen, sehe er da auch keine Probleme.

Nachdem das Thema bei der jüngsten Gemeinderatssitzung von der Tagesordnung genommen wurde (die OVZ berichtete), will Schneider darüber nun am 9. Dezember abstimmen und dann zügig die neuen Bewohner einziehen lassen. Zugleich kündigte er an, dass er sich vorstellen kann, weitere Wohnungen in seiner Gemeinde zur Verfügung zu stellen.

Damit steht Schneider keineswegs alleine da. Denn außer in Niederhain plant das Landratsamt demnächst auch Angebote in Meuselwitz und Nobitz zu nutzen. Termine gibt es hierfür aber noch keine. Bisher sind die fast 900 Flüchtlinge im Kreis wie folgt verteilt: Altenburg (703), Schmölln (172), Fockendorf (14), Gößnitz (13) und Rositz (4).

Von Thomas Haegeler

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