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Altenburger Land setzt auf Metropolregion und will Hoteliers anlocken

Verbund Altenburger Land setzt auf Metropolregion und will Hoteliers anlocken

Das Altenburger Land ist seit nunmehr zwei Jahren Mitglied in der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland – einem Verein, der Unternehmen, Städte und Landkreise bündelt. Warum diese Kooperation wichtig ist, darum ging es am Donnerstag im Landratsamt in Altenburg.

Ziehen in der Metropolregion an einem Strang: Wolfram Schlegel, Michaele Sojka, Jörn-Heinrich Tobaben (v.l.).

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Mittendrin statt nur dabei. Unter dieser Maßgabe wird sich das Altenburger Land im Oktober auf der Expo Real in München präsentieren. „Ich habe vor allem ein Ziel: Hotels nach Altenburg zu holen“, sagt Landrätin Michaele Sojka (Linke). „Denn wir hätten schon tolle Veranstaltungen in dieser Stadt haben können, die wir ablehnen mussten, weil es an Übernachtungsmöglichkeiten fehlt. Damit bleibt auch das Schloss als Veranstaltungsort hinter seinen Möglichkeiten.“ Es sei dringend nötig, so Sojka, Hotelinvestoren für die Skatstadt zu werben. Und dafür gebe es kaum einen besseren Ort als Europas größte Immobilien-Fachmesse. Dort soll der Landkreis im Herbst ein kleines, aber sichtbares Podium bekommen. Ein Gemeinschaftsstand der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland (EMMD) macht’s möglich. Mittendrin statt nur dabei.

Wenn es um die EMMD geht, liegt das Altenburger Land durchaus zentral. Seit zwei Jahren ist der Landkreis Mitglied in jenem Verein, der zwischen Jena und Dessau-Roßlau, zwischen Zwickau und Nordhausen insgesamt 55 große Unternehmen, sieben Städte und fünf Landkreise bündelt. Zwei Jahre, die das Altenburger Land vorangebracht haben, schätzt Sojka ein. Sie ist in der EMMD eines von acht Vorstandsmitgliedern. „Wir erhalten dadurch Aufmerksamkeit und kommen mit Leuten ins Gespräch, die wir sonst nicht treffen würden.“ Netzwerken, sich über Landkreis- und Ländergrenzen hinweg austauschen, darum vor allem gehe es in dem Verein, für den das Landratsamt jährlich etwa 12 000 Euro Mitgliedsbeitrag zahlt. „Wir unterstützen Kooperationen und gemeinsame Projekte, wenn alle davon profitieren“, schildert EMMD-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben. „Das finanzieren wir zum allergrößten Teil mit Geldern privater Unternehmen.“

Welchen Nutzen konkret das Altenburger Land seit 2015 hatte, das konnte am Donnerstag zur Bilanzpressekonferenz nur grob umrissen werden. Ein wichtiger Baustein sei die Gewerbeflächen-Datenbank für die gesamte Metropolregion, die im Vorjahr laut Tobaben 42 000 Zugriffe hatte. „Die Leipziger Wirtschaftsförderung kümmert sich um die technische Lösung, die Städte und Kreise zahlen nur 280 Euro im Jahr dafür, damit sie sich dort einbringen können“, schildert Tobaben. „Dieses wirklich günstige Modell ist ein Ergebnis unserer Kooperation.“

Wolfram Schlegel, der Wirtschaftsförderer des Landkreises, hat eingepflegt, was an freien Arealen im Landkreis verfügbar sei. Benannt sind die Gewerbegebiete Altenburg-Nordost, Nörditz, Guteborn, Gößnitz, der Industriepark Nobitz und 2000 freie Quadratmeter im Luckaer Galgenfeld. Warum die Übersicht nicht vollständig ist, konnte am Donnerstag nicht geklärt werden. „Wir sind abhängig von den Informationen, die uns die jeweiligen Kommunen geben“, sagt Schlegel. In Meuselwitz beispielsweise gebe es aber gar keine Flächenangebote, ergänzt Landrätin Sojka. Deshalb sei ein Investor, der sich für die Stadt interessiert habe, nun nach Tröglitz bei Zeitz ausgewichen. Neu ist seit wenigen Wochen eine Metropol-Datenbank für verfügbare Hallen. Dazu will die Wirtschaftsförderung des Landkreises nun eine Abfrage bei den Gemeinden starten.

Ansonsten funktioniere Kooperation vor allem durch Kommunikation. „Wir verständigen uns grenzübergreifend über gemeinsame Ansatzpunkte – ob es nun um Fördermittel, Kulturprojekte oder Radverkehrskonzepte geht“, berichtet Wolfram Schlegel. Das Podium dafür bieten fünf thematische Arbeitsgruppen. Wissenschaft, Wirtschaft, Verkehr, Kultur und Demografie sind die Oberthemen. „Der Landkreis arbeitet in allen mit“, so Schlegel. Mit dabei auch Akteure, die kein EMMD-Mitglied sind. „Die Mitarbeit in den Gruppen ist nicht an eine Mitgliedschaft gebunden. Wir wollen niemanden ausschließen“, betont Tobaben. In diesem Sinne sollen auch große Wohnungsunternehmen ins Boot geholt werden, wenn es um die Stärkung des Altenburger Landes als Wohnstandort geht.

Auf alle Fälle habe der Landkreis ein großes Entwicklungspotenzial innerhalb der Metropolregion, ist Tobaben überzeugt. „Leipzig boomt, und die Suburbanisierung ringsum schlägt immer mehr durch.“ Im Moment, so der EMMD-Geschäftsführer, profitieren schon Städte wie Delitzsch und Borna sehr deutlich. „In der nächsten Phase ist auch Altenburg dran.“ Der Auftritt auf der Expo Real komme also gerade recht.

Von Kay Würker

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