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Altenburger Land steckt neue Ziele ab

Tourismus-Marketing Altenburger Land steckt neue Ziele ab

Idyllische Natur und schmucke Vierseithöfe, lohnenswerte Ausflugsziele und hochrangige Kulturangebote: Das Altenburger Land hat eine Menge zu bieten. Um Touristen in den reizenden Zipfel Ostthüringens zu lotsen, braucht es ein wirksames Konzept. Deshalb trafen sich am Donnerstag Tourismus-Akteure aller Couleur im Goldenen Pflug in Altenburg zu einem Workshop.

Im Strategiegespräch (von links): Oliver Melchert, Ina Hofmann, Lisa Piller, Barbara Altenkirch, Olaf Döring und Michael Wolf.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Idyllische Natur und schmucke Vierseithöfe, lohnenswerte Ausflugsziele und hochrangige Kulturangebote: Das Altenburger Land hat eine Menge zu bieten. Doch diese Botschaft muss Gehör finden. Um Touristen in den reizenden Zipfel Ostthüringens zu lotsen, braucht es ein wirksames Konzept. Mit genau diesem Anliegen trafen sich am Donnerstag Tourismus-Akteure aller Couleur im Goldenen Pflug. Ein Auftakt-Workshop, um an einer neuen Strategie für die Marke Altenburger Land zu feilen. Im Dezember sind dann auch die Einwohner des Landkreises gefragt.

„Es ist ja nicht so, dass wir bislang keine Erfahrungen mit Tourismus hatten oder in der Vergangenheit alles falsch gemacht haben“, sagt Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). „Aber es ist nötig, sich immer mal wieder neu zu justieren und die Fäden, die jeder einzelne Akteur für sich geflochten hat, zu einem Tau zusammenzudrehen.“ Ein stimmiger Gesamtauftritt müsse entstehen, damit das Altenburger Land wahrgenommen werde, konstatierte auch Wolfram Schlegel, der Wirtschaftsförderer des Landkreises. „Ich freue mich, dass wir dazu Profis an der Seite haben.“

Stadt und Kreis haben die touristische Vermarktung zum 1. September in die Hände einer Arbeitsgemeinschaft gelegt, bestehend aus der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft (LVDG), zu der auch die Osterländer Volkszeitung gehört, und der Maxity Deutschland GmbH aus Dresden. Der Tourismusverband hatte die Leistungen zuvor europaweit neu ausgeschrieben. Die Entwicklung einer Markenstrategie ist nun eine der ersten großen Aufgaben. „Wir verständigen uns auf einen roten Faden: Inhalte, Themen, Positionierung und Alleinstellungsmerkmale der Region“, erklärt Oliver Melchert. Der Tourismus- und Regionalberater ist in dieser Sache sozusagen der Chefstratege. „Nicht zuletzt geht es darum, ein Ziel zu formulieren: Wo wollen wir im Jahr 2030 stehen?“

Viel Theorie. Die Melchert zunächst ganz praktisch anging. Die Workshop-Teilnehmer – von Hoteliers und Gastronomen bis hin zu Politikern und Vereinsleuten – beschrifteten bunte Klebezettel. Sie schrieben auf, was ihnen durch den Kopf geht: die Stärken und Schwächen des lokalen Tourismus’, die Chancen und Risiken. Das Ganze unterteilt in Oberthemen. So wurde unter der Überschrift „Natur und aktiv“ die Vielfalt an Ausflugszielen gelobt, die Bauernhöfe, Badeseen und Naturschutzgebiete. Allerdings, so wurde bemängelt, fehle es an einem übersichtlichen Radwegenetz, an Familien- und Wellnessangeboten. Die S-Bahn-Verbindung aus Richtung Leipzig oder Zwickau sei gut, die Erreichbarkeit aus Thüringer Nachbarregionen hingegen schlechter.

Viele Stärken fielen den Touristikern auch zum Oberthema „Kultur und Geschichte“ ein. Ebenso die Stellschrauben, um da noch besser zu werden. Mehr digitale Angebote wären zeitgemäß, wie zum Beispiel Apps, meinte einer. Und Investitionen in barrierefreie Zugänge zu Kulturstätten. Das dritte Oberthema Kulinarik traf ebenfalls den Geschmack der Teilnehmer. Es gebe durchaus zahlreiche regionale Anbieter, Hofläden und Direktvermarkter, aber an der Zusammenarbeit hapere es noch. Und damit auch an einer konzertierten Vermarktung.

Als nächstes sollen nun die Einwohner des Landkreises Gelegenheit bekommen, Kritik und Anregungen zum Tourismus zu äußern. Vorgesehen ist eine groß angelegte Befragung. Zudem wird es mit den Akteuren einen zweiten Workshop geben. Dann sollen aus der Bestandsanalyse konkrete Pläne erwachsen.

Von Kay Würker

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