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Altenburger Land verliert so wenig Einwohner wie noch nie

Demografischer Wandel Altenburger Land verliert so wenig Einwohner wie noch nie

Welche Chance im aktuellen Flüchtlingsstrom auch für das Altenburger Land steckt, zeigt ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung im vergangenen Jahr. Laut Thüringer Landesamt für Statistik sank zwar die Einwohnerzahl des Kreises Ende 2014 auf 92.705, doch mit exakt 900 Menschen liegt das Minus so niedrig wie nie zuvor.

Zwar sinkt die Zahl der Bewohner des Altenburger Landes, aber noch nie so langsam wie im vergangenen Jahr. (Symbolfoto)
 

Quelle: dpa

Altenburg.  Welche Chance im aktuellen Flüchtlingsstrom auch für das Altenburger Land steckt, zeigt ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung im vergangenen Jahr. Laut Thüringer Landesamt für Statistik (TLS) sank zwar die Einwohnerzahl des Kreises Ende 2014 auf 92.705, doch mit exakt 900 Menschen liegt das Minus so niedrig wie nie zuvor. Das hat neben dem massiven Einwohnerschwund der Vergangenheit – allein seit Ende der 1990er-Jahre verlor man fast 25.000 Einwohner – vor allem mit zugezogenen Menschen aus anderen Ländern zu tun.

So verzeichnete das Altenburger Land im vergangenen Jahr mit 2094 (2013: 1952) so viele Zugezogene wie nie zuvor. Fast ein Drittel (658) davon – und damit wiederum knapp doppelt so viele wie noch 2013 – kamen aus dem Ausland. Das wirkte sich auch auf die Quote aus, die mit 1,7 Prozent (2013: 1,3) zwar immer noch niedrig ist, aber dennoch einen neuen Rekordwert für den Kreis darstellt. Insgesamt bleibt der Wanderungssaldo, der sich aus Zu- minus Fortzügen ergibt, aber negativ. Allerdings büßte man mit 186 Einwohnern auch hier noch nie so wenige und nur einen Bruchteil der Höchstwerte aus den Jahren 2006 und 2008 ein. Seinerzeit lag dieser Wert bei einem Minus von mehr als 1000 Einwohnern.

Bemerkenswert beim Wanderungssaldo ist aber noch etwas anderes. Während fast genauso viele Männer ins Kreisgebiet zogen, wie es verließen (-19), zog es deutlich mehr Frauen weg (-167). Zwar gibt es im Altenburger Land total gesehen fast 2000 Frauen (47 309) mehr als Männer, aber dieses Verhältnis wird von dem Verlust mehr als aufgewogen. Und genau deswegen gehen die Demografen des TLS beim Altenburger Land – wie in vielen anderen Regionen Thüringens auch – von einem sich beschleunigenden Bevölkerungsschwund und einer weiteren Überalterung aus.

Letztere manifestiert sich bereits. Denn deutlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54,4 Prozent) ist 50 Jahre oder älter – eine seit Jahren steigende Zahl, während die der Unter-30-Jährigen stetig sinkt. Dies wird sich durch die wegziehenden Frauen weiter verstärken. Denn dadurch fehlen dem Altenburger Land auf lange Sicht die Babys. Entgegenwirken könnte man diesem Trend durch den weiteren Zuzug von Flüchtlingen, die dann aber auch auf Dauer hier sesshaft werden müssten.

Dennoch gibt es neben den gestiegenen Zuzügen einen weiteren Lichtblick. Schließlich wurden anno 2014 mit 599 Babys im Kreis ganze 19 mehr geboren noch als im Jahr zuvor. Allerdings verstarben zugleich 1322 Bewohner (2013: 1373). So ergibt sich ein Minus von über 700 Einwohnern, das sich weiter auf dem Niveau der Vorjahre bewegt und damit den Hauptgrund für den Schrumpfungskurs der Bevölkerung darstellt.

Am wenigsten davon betroffen sind die Städte Schmölln und Altenburg. Während die Einwohnerzahl in der Knopfstadt dank massiver Zuzüge (707) sogar um sechs auf nunmehr 11 353 stieg, verlor die Skatstadt im Vorjahresvergleich durch einen erstmals positiven Wanderungssaldo (plus 72) lediglich 173 Bewohner. Deutlich größere prozentuale Verluste mussten da die Städte Meuselwitz, Lucka und Gößnitz sowie der ländliche Raum hinnehmen. Jedoch nahmen Schmölln und Altenburg 2014 auch als einzige Kommunen im Kreis Flüchtlinge auf.

Von Thomas Haegeler

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