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Altenburger Land will 20 Langzeitarbeitslosen auf die Sprünge helfen

„Mehr wert sein“ Altenburger Land will 20 Langzeitarbeitslosen auf die Sprünge helfen

1500 Menschen gibt es im Altenburger Land, die seit vielen Jahren keinen Job haben. Dass es diesen sogenannten Langzeitarbeitslosen trotz Hilfestellung und trotz der Tatsache, dass es immer mehr freie Stellen gibt, nicht gelingt, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, dafür kennen Fachleute viele Gründe. Der Landkreis will sich nun an einem Modellprojekt beteiligen.

Im Jobcenter Altenburg werden 20 Teilnehmer für das Modellprojekt ausgesucht.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. 1500 Menschen gibt es im Altenburger Land, die seit vielen Jahren keinen Job haben. Dass es diesen sogenannten Langzeitarbeitslosen trotz Hilfestellung und trotz der Tatsache, dass es immer mehr freie Stellen gibt, nicht gelingt, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, dafür kennen Fachleute viele Gründe: Gesundheitliche und soziale Probleme, fachliche Defizite. Besonders schwer haben es alleinerziehende Mütter und Menschen über 55 Jahre.

Noch misslicher wurde die Lage, weil arbeitsmarktpolitische Instrumente – wie ABM oder SAM – längst abgeschafft sind. Die zuletzt Erfolg versprechende Bürgerarbeit gibt es auch nicht mehr. Und das, obwohl Gemeinden und Vereine personelle Unterstützung gut gebrauchen würden.

Der Landkreis will sich nun an einem Modellprojekt beteiligen, der nicht nur langjährigen Hartz-IV-Empfängern helfen, sondern der einen Teil der passiv bezogenen Sozialleistungen in gemeinnützige Arbeit ummünzen soll. Für die Teilnahme an dem Landesprogramm „Mehr wert sein – Mehrwert schaffen“ gab der Kreistag kürzlich mehrheitlich grünes Licht.

Großartig senken wird man durch das Modellprojekt die Zahl der Langzeitarbeitslosen aber nicht. Es soll lediglich 20 Teilnehmer geben, die durch das Jobcenter ausgewählt werden. Diese erhalten für 30 Stunden Beschäftigung pro Woche eine Monatsvergütung von 1105 Euro. 200 Euro werden pro Teilnehmer für Verwaltungskosten benötigt. Das Projekt soll am 1. September beginnen und Ende 2018 auslaufen. Insgesamt sind dafür knapp 800 000 Euro veranschlagt. 135 000 Euro davon zahlt der Landkreis, die größten Anteile kommen vom Jobcenter und vom Freistaat. Auch die jeweiligen Einsatzstellen sollen sich mit einem geringen Prozentsatz beteiligen.

Allerdings geht es nicht nur um Kosten, sondern auch um Einsparungen. Wenn sich die Teilnehmer zu gleichen Teilen aus Alleinstehenden, Alleinerziehenden mit einem Kind und Bedarfsgemeinschaften mit mehreren Hartz-IV-Empfängern zusammensetzen, wird mit weniger Unterkunftskosten in Höhe von 16 000 Euro im Jahr gerechnet. So steht es in der Beschlussvorlage des Landratsamtes.

Welche Tätigkeiten ausgeübt werden, steht noch nicht fest, diese sollen über ein Auswahlverfahren von geeigneten Projektträgern nun vorgeschlagen werden. Landrätin Michaele Sojka (Linke) würdigte das Projekt, mit dem würdevolle Arbeit für Betroffene geschaffen und dabei auch Kindern geholfen wird. Kreistagsfraktionschef Ralf Plötner (Linke) kritisierte die zu große Zahl der Langzeitarbeitslosen und ebenso die Abschaffung der Bürgerarbeit. Das neue Modell eröffne die Chance, Menschen im Landkreis konkret zu helfen.

Von einem neuen Bürokratiemonster sprach dagegen Klaus-Peter-Liefländer, Fraktionschef der Regionalen im Kreistag. Allein durch die Kontrollpflicht entstehe ein enormer Verwaltungsaufwand, die Tätigkeiten dürften außerdem nicht in Konkurrenz zur freien Wirtschaft stehen. Aus der Erfahrung heraus sei bekannt, dass dies dann wenig Sinn mache, warnte Liefländer. Das Geld sei in Investitionen besser eingesetzt, mit denen der erste Arbeitsmarkt vor Ort gestärkt werde.

Von Jens Rosenkranz

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