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Altenburger Landrätin: Bürgerservice wird nicht geschlossen, aber umstrukturiert

Gerüchteküche Altenburger Landrätin: Bürgerservice wird nicht geschlossen, aber umstrukturiert

Fünf Indizien haben im Landratsamt seit Sommer die Gerüchteküche angeheizt, wonach Michaele Sojka (Linke) den Bürgerservice in ihrer Verwaltung zum Jahresende schließen will. Die Landrätin dementierte am Donnerstag solche Pläne, kündigte allerdings Umstrukturierungen an. So wird das Bürgerbüro in Zukunft kein eigener Fachdienst mehr sein.

Der Bürgerservice im Landratsamt in der Lindenaustraße muss in Zukunft mit weniger Personal auskommen und hat keinen eigenen Chef mehr

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Schließt der Bürgerservice im Altenburger Landratsamt zum Jahresende? Im Sommer war dieses Szenario nur ein Gerücht, das über die Gänge an der Lindenaustraße waberte. Später müssen sich die Indizien so verdichtet haben, dass die OVZ mehrere interne Informationen aus der Kreisbehörde erreichten, dass im Service nach Silvester die Lichter ausgehen.

Dafür gab es zumindest fünf Gründe. Zwei der vier Mitarbeiter gehen Ende Januar beziehungsweise Ende März in Rente. Außerdem wurde im Sommer bekannt, dass Landrätin Michaele Sojka (Linke) das Büro umstrukturieren will und mit dieser Aufgabe einen ihrer Fachdienste beauftragte. Zum dritten hatte Sojka mit einer Aussage auf einer Kreistagsitzung im März 2015 ihre eigenen Leute verunsichert. In einer erregten Haushaltsdebatte sagte sie, dass schon morgen der Bürgerservice geschlossen werde, sollte kein Kompromiss beim Etat zustanden kommen. „Die Mitarbeiter werden im Asylbereich benötigt“, rief Sojka laut Sitzungsprotokoll. Für einige Angestellte in der Kreisbehörde war damit klar, dass ihre Chefin wohl nicht allzu sehr am Bürger-Büro im Erdgeschoss hängt.

Auch deshalb, weil diese Abteilung mit nur vier Mitarbeitern einen eigenen Fachdienst samt Leiterin bildet, der dafür aber viel zu klein ist – das vierte Indiz. Zu guter Letzt strebt die rot-rot-grüne Landesregierung an, dass Städte von der Größe Altenburgs selbst einen Bürgerservice vorhalten müssen, der in einer Kreisbehörde dann also nicht mehr benötigt wird, zumal Schmölln und Meuselwitz bereits eigene Bürger-Büros haben.

Alle fünf Indizien und auch das Gefühl der Angestellten reichen aber nun doch nicht für eine Schließung aus. Sojka hat am Donnerstag gegenüber der OVZ entschieden bestritten, dass sie den Bürgerservice abschaffen will. „Natürlich nicht“, lautete ihre Antwort. Allerdings wird es zu Umstrukturierungen kommen. Wie diese genau aussehen, vermag Sojka im Moment noch nicht zu sagen.

Klar ist aber, dass der Fachdienst aufgelöst wird, die Mitarbeiter anderen Abteilungen angegliedert werden. Womöglich war dies der Grund, dass im Haus gleich von einer Schließung die Rede war. Die bisherige Fachdienstleiterin Angela Kiesewetter-Lorenz wechselt in die Wirtschaftsförderung, die direkt der Landrätin unterstellt ist.

Ob das Aufgabenspektrum des Mini-Amtes so bleibt, ist ebenso noch nicht geklärt. Das Büro hinter der Glastür nimmt etliche Anträge entgegen, so für die Befreiung von Rundfunk- und Kitagebühren, für die Zahlung von Wohngeld, Sozialhilfe, Sozialpässe, für Leistungen über das Bildungs- und Teilhabe-Paket und für Schwerbehinderten-Fälle. Die Landrätin möchte in Zukunft dort kein Annahme- und Weiterleitungsamt, sondern einen Service, wo viele Probleme bereits geklärt werden.

Zumindest eine Stelle der beiden baldigen Ruheständler wird neu ausgeschrieben, zunächst intern, danach extern, nach dem Wunsch von Sojka laufen beide Verfahren parallel. In Zukunft wird der Bürgerservice nur noch zwei bis drei Mitarbeiter haben, also ein bis zwei weniger als jetzt. Ob dann die Arbeit noch zu schaffen ist, steht für Sojka außer Frage. „Warum nicht?“, sagte sie. Die Wochen und Monate, als der Stress wegen der vielen Flüchtlingsbusse groß war, seien doch vorbei.

Von Jens Rosenkranz

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