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Altenburg Altenburger Landrätin Michaele Sojka zieht positive Halbzeitbilanz
Region Altenburg Altenburger Landrätin Michaele Sojka zieht positive Halbzeitbilanz
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00:36 10.10.2015
Landrätin Michaele Sojka (Linke) zieht Halbzeitbilanz und sieht im Flüchtlingszustrom die größte Herausforderung. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Bei Letzterem nannte sie insbesondere den Neubau der Turnhalle der Wieratalschule, die Sanierung des Lerchenberggymnasiums sowie Beschlüsse für das Theater. Unter ihrem Vorgänger seien die Verbindungen zur Landesregierung und in Ministerien gekappt und die Wahrnehmung im Umland eine andere gewesen. „Die Auseinandersetzungen der ersten beiden Jahre haben nun zu einer konstruktiven Zusammenarbeit geführt“, sagte Sojka. „Das macht mich ein bisschen stolz, auch wenn es viel Kraft gekostet hat.“ Daneben sei es gelungen, das Altenburger Land in der Metropolregion Mitteldeutschland zu platzieren und mit allen Wirtschaftsförderern und Bürgermeistern im Kreis zusammenzuarbeiten, um Außenwirkung zu erlangen.

Zuvorderst nannte sie hierbei Kulturtempel wie das Lindenau-Museum, die Burg Posterstein und das Theater, für das man nun auch „die bauliche Hülle auf die Schiene gesetzt bekommen“ hat. „Egal, wie der Kreis ringsum auch einmal heißt, Theater, Lindenau-Museum oder Posterstein werden die Region prägen“, erklärte Sojka, die auch die aus dem Regionalbudget mitfinanzierte Lumpziger Bockwindmühle erwähnte, an der in zwei Jahren der Deutsche Mühlentag eröffnet wird. Zudem habe man Weichen gestellt, etwa mit der Stadt Altenburg als familienfreundliche Kommune, und beim Verkauf von Schloss Tannenfeld sei man so weit wie nie. „Und auch das Lerchenberggymnasium ist unter meiner Ägide so weit gekommen.“

Selbst den Schulnetzplan sieht Sojka als Erfolg an, obwohl sie ihr Ziel, Kleinstschulen aufgrund immer knapper werdender Finanzen und weiter sinkender Schülerzahlen zu schließen, nicht durchsetzen konnte. „Die Verwaltung macht einen Vorschlag, der zur Disposition steht, und am Ende ist ein Kompromiss gefunden worden“, kommentierte sie diesen Umstand. „So stelle ich mir Kreistagsarbeit vor.“ Sie sei froh, dass die Blockadehaltung behoben sei. Durch Millionen-Investitionen und Beschluss des Bildungsministeriums sieht Sojka außerdem den Berufsschulstandort Altenburg gestärkt, auch wenn die Pierer-Schule jüngst Umwelttechnik-Klassen an Weimar verlor und angehende Elektriker und Anlagenmechaniker aus Jena wegen einer Klage vorerst nicht nach Altenburg kommen (die OVZ berichtete). „Gegen den Bescheid wird es keine Klage geben“, schloss die Landrätin eine ähnliche Reaktion jedoch aus.

Darüber hinaus ist die Kreischefin froh, dass ihre Behörde nach Umstrukturierung und Neubesetzung seit einigen Wochen erstmals personell vollständig sei. Das und die Beziehungen in viele Richtungen braucht sie auch, um die Herausforderungen der Flüchtlingsaufnahme zu meistern, ohne dass die Qualität der übrigen Leistungen leidet. „Gerade vor dem Hintergrund der Flüchtlingsbetreuung brauchen wir einen Personalzuwachs, was wiederum heißt, dass derzeit alle Arbeit an der Schmerzgrenze stattfindet“, so Sojka. „Ich brauche mehr Mitarbeiter oder Geld dafür.“

Dennoch hält die Kreischefin an ihrer Aussage fest, dass das Altenburger Land auf den Flüchtlingsstrom vorbereitet sei – auch wenn die Zahlen stetig weiter steigen. „Wenn Mitarbeiter weiter Überstunden und die Bürgermeister weiter Angebote machen, bleibt es dabei“, sagte Sojka und unterstrich, dass es „keine Zeltstädte mit mir“ geben wird.

Andererseits weiß sie auch, dass drei Jahre zu kurz sind, um wirklich schon etwas vorzuweisen. Vor allem mit Blick auf die sich anbahnende Thüringer Gebietsreform bezeichnet sie deshalb die vor ihr liegenden knapp drei Jahren als die „eventuell letzten“ und fügt an: „Ich hoffe, dass nach sechs Jahren, wenn abgerechnet wird, das Positive überwiegt.“

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