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Altenburg Altenburger Landratsamt kauft Fachwissen für Breitbandausbau
Region Altenburg Altenburger Landratsamt kauft Fachwissen für Breitbandausbau
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15:07 07.10.2017
Rund 11 000 Haushalte im Altenburger Land haben noch kein schnelles Internet. Quelle: dpa
Altenburg

Der Breitbandausbau im Altenburger Land ist nach wie vor ein großes Thema. Dieser Tage lud das Landratsamt, das das Großprojekt im Auftrag der Kommunen erledigt, zum Auftakt für die europaweite Ausschreibung. Wie berichtet, fördern Bund und Land dieses Infrastrukturprojekt mit wenigstens 90 Prozent. In den Kreis fließen so fast zwölf Millionen Euro (die OVZ berichtete), die von den Gemeinden mit höchstens zehn Prozent Eigenanteil aufgestockt werden müssen. Weil aber die Materie so komplex ist und bei einem derart großen Millionen-Deal keine Fehler passieren sollen, hat sich die Kreisbehörde Hilfe ins Boot geholt. Die Firma MRK Management Consultants wird als technischer Berater dem Landratsamt zur Seite stehen, und die Aktiengesellschaft PricewaterhouseCoopers Legal wird die juristische Beratung übernehmen.

Der Vertragsunterzeichnung wohnten etliche Bürgermeister und Vertreter der Kommunen bei. Bemerkenswert ist diese doch recht große Resonanz schon deshalb, weil unterm Strich „nur“ ein weiterer bürokratischer Schritt Richtung schnelles Internet gegangen wurde. Denn wann dieses in den abgelegen Haushalten im ländlichen Landkreis anliegt, kann mit Sicherheit noch niemand sagen. Ziel der Fördermittelgeber sei es aber, den Abschluss des Netzausbaus bis Ende 2018 umzusetzen, hieß es vor Ort.

Weil jedoch bis dahin bundesweit zahllose Ortschaften versorgt werden sollen, könnten sich wegen begrenzter Kapazitäten Verzögerungen ergeben. Dazu kommen möglicherweise langwierige Abstimmungen, etwa wenn Bahntrassen und Gewässer gekreuzt werden, gaben die Berater zu bedenken. Ungeachtet dessen stellt Rechtsanwalt Marc Salevic von der weltweit agierenden PricewaterhouseCoopers gegenüber der OVZ klar: „Wir gehen davon aus, dass die Maßnahme bis Ende 2018 abgeschlossen ist. Was der Zeitvorgabe des Bundes entspricht.“ Die Vorbereitungsphase Ausschreibung hat jetzt begonnen, im Frühsommer könnte sie abgeschlossen sein.

Noch offen ist derzeit aber, ob die Breitbandversorgungen im Ganzen ausgeschrieben werden, sodass am Ende ein Unternehmen den Zuschlag bekommt, oder ob einzelne Lose vergeben werden, damit letztlich mehrere Telekommunikationsunternehmen im Kreis zum Zuge kommen können. Wer auch immer am Ende der Ausschreibung die Submission für sich entscheidet – Aufgabe ist es dann, rund 11 000 Haushalte mit einem Breitbandanschluss zu versorgen. Dazu ist es unter anderem nötig, 1600 Kilometer Kabel zu verlegen.

Angeschlossen werden sollen nach den Worten von Landrätin Michaele Sojka (Die Linke) auch Schulen und Gewerbegebiete mit einem Gigabyte Übertragungsrate. Für letzteres hatte zwar der Bund Ende 2016 ein extra Milliarden-Euro-Förderprogramm nachgeschoben. Jedoch schließen sich beide Programme aus. Das heißt, weil im Kreis von Anfangen geplant wurde, auch die Industriegebiete mit den dringend benötigten hohen Übertragungsarten zu versorgen, kann nun nicht mehr auf die zweite Förderung zugegriffen werden, wie das Bundesverkehrsministerium auf OVZ-Nachfrage bestätigt.

Von Jörg Reuter

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