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Altenburg Altenburger Lindenau-Museum erhält sanierte Terrakotta-Muse zurück
Region Altenburg Altenburger Lindenau-Museum erhält sanierte Terrakotta-Muse zurück
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05:06 17.05.2018
Kehrte an ihren angestammten Platz zurück: Die Muse und die beiden dazugehörenden Greife wurden wieder auf das Dach des Lindenau-Museums gesetzt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Schutzgöttinnen der Künste sind seit der griechischen Antike die Musen. Einer der neun Schwestern schwebte am Mittwoch zurück auf das Dach des Lindenau-Museums. Doch bevor die von Steinmetz Christian Späte restaurierte Terrakotta-Figur auf ihrem angestammten Platz auf dem Dach fest verankert werden konnte, passierte es beim Abladen: Kaum schwebte die fast Drei-Meter-Dame am Kranhaken, zeugte ein Ruck samt metallenem Geräusch von der mittleren Katastrophe.

Irgendetwas hatte nachgegeben und ein beinahe 50 Zentimeter großes Loch in das steinerne Gewand der Muse gerissen. „Sie hat ja auch 500 Kilogramm zugenommen“, beweist Christian Späte Galgenhumor angesichts des frischen Schaden. Eine halbe Tonne schwerer ist die Figur, weil sie vom Steinmetz einen Eisenkern bekommen hat. Dieser war nötig, um der an sich hohlen Figur aus dem 19. Jahrhundert genügend Festigkeit für die Zukunft zu geben.

„Gerade vor dem Hintergrund der Stürme der letzten Zeit war das sehr wichtig. Außerdem haben wir einen Stahlsockel angebracht, mit dem die Bauplastik auf den Dach jetzt auch festgeschraubt werden kann“, erklärt Späte, während Bauarbeiter und Kranfahrer beraten, wie die fast 1,5 Tonnen nun nach oben gehievt werden können, ohne weiteren Schaden anzurichten.

Das herausgebrochene Stück werde er – notgedrungen auf dem Dach – mit Hilfe von Epoxidharz ausbessern. Bestenfalls, in dem er die Bruchstücke wieder einklebt, so Späte. Ganz ähnlich mit Epoxidharz hatte er bereits in seiner Zeitzer Werkstatt die zahlreichen Risse im Terrakotta geschlossen.

Außerdem wurden an den beiden Greifen die Schwänze komplett erneuert. Und natürlich musste die Figurengruppe, ein Werk des Altenburger Hofbildhauers Emil Hesse, gründlich gereinigt werden. „Das ist schon ein größerer Schaden. Aber das passiert eben“, meint der Steinmetz beim erneuten sorgenvollen Blick auf die offene Hüfte der Dame.

Auf dem Museumsdach stehen die Muse samt der Greife rechts und links seit der Eröffnung des Hauses 1876. Interessant sei die Ikonografie, verweist der Direktor des Lindenau-Museums, Roland Krischke, auf die Motive, die Hesse genutzt hat. Denn der Kunstgöttin hat der Bildhauer des Herzogs eine Schriftrolle samt Feder in die rechte Hand gegeben. „Das verweist auf die wissenschaftliche Arbeit im Haus“, so Krischke.

Speziell für das Kunstmuseum sei auch die linke Hand, die eine ägyptische Sphinx trägt und somit auf die Ägyptensammlung verweist, zu der auch eine Mumie zählt, die derzeit im Ägyptischen Museum in Leipzig aufbewahrt wird. „Die Ägyptensammlung ist aber noch nicht ständig zu sehen, weil wir dafür noch keinen ausreichenden Platz haben“, erläutert Krischke.

Von Jörg Reuter

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