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Altenburger Lindenau-Museum und Marstall sollen zu Mega-Museum werden

Leuchtturm an der Blauen Flut Altenburger Lindenau-Museum und Marstall sollen zu Mega-Museum werden

Mit einer Neukonzeption soll das Altenburger Lindenau-Museum zu einem Leuchtturm der Thüringischen Kulturlandschaft werden. Direktor Roland Krischke stellte die rund 30 Millionen Euro teuren Pläne für Museum und Marstall am Mittwoch gemeinsam mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) der Öffentlichkeit vor.

Museumsdirektor Roland Krischke hat ehrgeizige Pläne für das Altenburger Lindenau-Museum.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Große Visionen hat Roland Krischke, Direktor des Lindenau-Museums Altenburg. Gemeinsam mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) stellte er am Mittwoch die Neukonzeption, mit dem Titel „Der Leuchturm an der Blauen Flut – das neue Lindenau-Museum“ vor.

„Das Museum gehört mit seinen Sammlungen zweifelsohne zu den wichtigsten Thüringer Museen“, sagte er während der Vorstellung. „Um auf internationalem Niveau mitzuhalten, ist es wichtig die Räumlichkeiten des Museums an die Erfordernisse anzupassen“.

Dafür wurde im vergangenen Jahr das nun vorgestellte Konzept erarbeitet, welches, so Krischke, nicht nur ein Wolkenschloss sei, sondern durchaus bereits in der konkreten Umsetzung und Bearbeitung stecke.

Es sieht vor, nicht nur das Lindenau-Museum im Inneren umzugestalten und barrierefrei zu machen, sondern auch den Marstall im Schlosspark mit einzubeziehen. „Diesen wollen wir gemeinsam mit dem Residenzschloss nutzen“, so der Direktor weiter. Dort sollen Schaudepots für Porzellan, Gips, Vasen und Plastiken entstehen. Ebenso wie Werkstätten, Lager und Büroräume. „Das Lindenau-Museum platzt förmlich aus allen Nähten.“

Im Museum selbst – so sehen es die ersten Entwürfe vor – soll das Erdgeschoss vor allem neu gestaltet und umgenutzt werden. „Den Eingang würden wir gerne ebenerdig verlegen, neben die jetzige Eingangstreppe. Außerdem sollen dort Ausstellungsräume, etwa für Lindenau selbst, entstehen.“ Weiterhin seien ein Bereich für Veranstaltungen, ein Café und eine Ausstellungsfläche für die Arbeiten aus dem Studio Bildende Kunst geplant.

Alle Etagen – vom Keller, über das Erdgeschoss, die erste und zweite Etage, sowie das Dachgeschoss – sollen mit einem Fahrstuhl verbunden werden. „So schaffen wir nicht nur Barrierefreiheit für die Besucher, sondern auch für die Mitarbeiter, für die das Umsetzen der Plastiken und Sammlungsstücke über die Treppen nicht einfach ist.“

Die Kosten für das Vorhaben – den Umbau von Museum und Marstall – schätzt der Direktor aus „geisteswissenschaftlicher Sicht“ auf runde 30 Millionen Euro. „Positive Signale, uns bei der Umsetzung zu unterstützen, haben wir auf Landesebene bereits bekommen“, sagte die Landrätin, die wie der Direktor von dem Projekt begeistert ist. „Ich werde niemanden bremsen, wenn es darum geht, Visionen für die Kulturstätten unseres Kreises zu haben“, so Sojka weiter. Welche Fördergelder man für das Vorhaben nutzen könne und welchen Eigenanteil der Kreis aufbringen müsse, würde sich in nächster Zeit zeigen.

Als nächstes stehen eine Machbarkeitsstudie durch die Stadt Altenburg sowie Gespräche mit Architekten und Denkmalschützern auf der Agenda. „Wenn alles optimal und nach meinen ganz persönlichen Vorstellungen laufen würde, dann könnten wir in den Kalender von 2022 die ersten Veranstaltungen in den neugestalteten Häusern aufnehmen“, wagte Krischke einen vorsichtigen Blick in die Zukunft.

„Mit der Erweiterung würden wir unsere Fläche verdoppeln. Das ginge nur über eine Aufstockung der Mitarbeiter“. Momentan beschäftigt das Museum rund zehn Angestellte. Auch die steigenden Betriebskosten könnten nur durch eine Erhöhung der finanziellen Zuwendung durch das Land Thüringen und den Bund gestemmt werden.

In einem ersten Schritt soll das Museum in einer Wiederbelebung der nie erloschenen Lindenau-Zachschen Stiftung in eine vom Landkreis abhängige Lindenau-Stiftung umgewandelt werden. Entsprechende Vorlagen, das bestätigte auch die Landrätin, lägen schon bei den Juristen. In Zukunft könnte dann eine selbstständige Stiftung in Trägerschaft des Freistaates, des Landkreises und der Stadt Altenburg eine Lösung sein, um dem Museum die Selbstständigkeit zu geben, die ihm – dem Rang seiner Sammlungen nach – gebühre.

Von Tatjana Kulpa

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