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Altenburger Linke üben Selbstkritik und rüsten sich für kommende Aufgaben

Altenburger Linke üben Selbstkritik und rüsten sich für kommende Aufgaben

Eine kritische Analyse der Schwachstellen, anspruchsvolle Ziele in den bevorstehenden Wahlkämpfen und ein Umbau der Führungsspitze - das sind die Ergebnisse einer Mitgliederversammlung des Altenburger Stadtverbandes der Linkspartei am Freitag.

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Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Dabei erinnerte der mit 93 Prozent wiedergewählte Vorsitzende Dieter Plötner an die Schwachstellen, die die zurückliegenden Wahlkämpfe offenbart hatten. Ein überarbeitungswürdiges Verteilersystem bei Postwurfsendungen und vor allem zu wenig Mitstreiter und Helfer. "Ehe ich jemanden überzeuge, mache ich es lieber selber", sorgte Plötner für ein Raunen im Raum.

Der Vorsitzende widersprach der Kritik, dass man zur Oberbürgermeisterwahl im Frühjahr zu spät mit der Kandidatensuche begonnen habe. Ein Manko sei jedoch gewesen, dass zwischen Bekanntgabe des Kandidaten und dem Wahltermin zu wenig Zeit war. Ein solcher Fehler dürfe sich nicht wiederholen. Somit konnte nur ein Teilerfolg verbucht werden, indem der amtierende Oberbürgermeister in eine Stichwahl gezwungen wurde. "Ohne einen Kandidaten der Linken wäre dies nicht gelungen", sagte Plötner. Enttäuschend sei auch das Ergebnis der Kommunalwahl 2009 gewesen. Wir brauchen aber eine starke Kreistagsfraktion, um die Landrätin zu unterstützen. "Und wir brauchen eine starke Stadtratsfraktion, um den Oberbürgermeister in seiner Selbstherrlichkeit in die Schranken zu weisen."

Ebenso wie Plötner sprach sich auch die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Birgit Klaubert, für eine aktivere Mitgliedergewinnung aus. Der Partei sei die Offenheit aus den 90er-Jahren etwas abhandengekommen, rief Klaubert dazu auf, sich deutlicher jenen Bürgern zuzuwenden, die sich für linke Politik interessieren. Man müsse neue Formen von Veranstaltungen finden, mehr auf die Leute zugehen und mehr Mut haben, etwas Neues auszuprobieren.

Stadtratsmitglied Gerhard Stenzel rief dazu auf, mit eigenen Themen das Profil der Partei zu schärfen. Dabei dürfe man sich nicht mit dem Argument abspeisen lassen, dass dafür kein Geld da sei. Schließlich nehme auch der Oberbürgermeister Geld aus den Gewinnen der stadteigenen Betriebe, "um das zu machen, was er machen will." Mit ausgedünnten Buslinien und der Barrierefreiheit gebe es genug zu tun. Die Linke müsse auch gegen die ständig steigenden Gebühren vorgehen und sich dafür einsetzen, dass die Preiserhöhungen der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) maßvoll ausfallen. Es könne nicht sein, dass Gas, Wasser und Strom ständig teurer werden und auf der anderen Seite die Ewa jedes Jahr mehr Gewinn mache. Ebenso sei nötig, mehr für die Ärmsten der Stadt zu tun, forderte Stenzel.

Erstmals bekommt der Vorsitzende des Stadtverbandes einen Stellvertreter. Mit 83 Prozent wählten die 29 anwesenden Parteimitglieder Mandy Eising in diese Funktion. Von der in Betracht gezogenen Bildung einer Doppelspitze rückten die Genossen ab, wie Dieter Plötner der OVZ erläuterte. Er selbst hätte sich auch einen Generationswechsel an der Spitze vorstellen können. In Anbetracht der bevorstehenden Wahlen habe er sich aber davon überzeugen lassen, dass jemand mit großer Erfahrung den mit 94 Mitgliedern größten Stadtverband leiten sollte, sagte der 63-Jährige. Plötner kündigte die Auflösung der vier Altenburger Basisorganisationen an, weil eine selbstständige Arbeit kaum noch möglich ist.

-Kommentar

 

Jens Rosenkranz

 

 

 

Der Stadtrat muss mehr Einfluss bekommen und nicht nur das abnicken, was der Oberbürgermeister will. Das meint der wiedergewählte Vorsitzende des Altenburger Stadtverbandes der Linken, der sich deshalb auch für mehr Bürgerbeteiligung einsetzen will.

Dieter Plötner ist ein Urgestein der Linken, saß von 1990 bis 1994 im Stadtrat, danach bis 2009 im Kreistag und war von 1990 bis 1997 auch Kreisvorsitzender seiner Partei. Der Lehrer für Polytechnik arbeitete erst in Ehrenberg und danach im Beruflichen Schulzentrum "Johann Friedrich Pierer". Seit kurzem ist er Rentner.

Der 63-Jährige ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Enkel.

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