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Altenburg Altenburger Marstallkonzert bildet gelungenen Auftakt zum Tag des offenen Denkmals
Region Altenburg Altenburger Marstallkonzert bildet gelungenen Auftakt zum Tag des offenen Denkmals
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15:56 13.09.2011
Gemeinsam musizieren das Philharmonische Orchester und das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Altenburger Land unter Leitung von Thomas Wicklein.

Das sanierungsbedürftige Gebäude ist genau der richtige Platz für eine derartige Veranstaltung.

Schade, dass diese Tradition, was den Konzertort betrifft, zu Ende geht, denn der Marstall wird im kommenden Jahr vermutlich saniert. Diese Tatsache ist trotzdem sehr erfreulich, da ein weiteres denkmalwertes Gebäude vor dem Verfall gerettet wird. Und es hatte für diese speziellen Konzerte genau die rechte, die rustikale Atmosphäre und das Flair eines zu rettenden Denkmals: Die Wände voll mit bröckelndem Putz, die bedrohlich anmutende Dachschalung, ein feuchtes Klima durch eingedrungenes Regenwasser und eine notdürftig angebrachte Beleuchtung.

Und trotz dieser Umstände war das Konzert stets ein Publikumsrenner, immer mit vollem Haus und mit sehr aufgeschlossenen Zuhörern. Sicherlich wird es nicht ganz einfach sein, für das nächste Jahr einen adäquaten Platz zu finden, denn zum Glück werden die sanierungsbedürftigen Räume in Altenburg immer rarer.

Romantik, Realismus, Revolution - das 19. Jahrhundert war das Leitthema des diesjährigen Denkmaltages. Thomas Wicklein, der Spiritus Rector des Konzertabends, hatte diesem Thema ein weiteres Motto gegenübergestellt: Von Figaro bis Filmmusik. Das passte ganz gut zusammen und zeigte viele musikalisch reizvolle Facetten auf.

Aber das Besondere des Konzertes lag auf einer ganz anderen Ebene. Es war nämlich das Zusammenspiel zweier markanter Klangkörper der Region, des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule des Landkreises Altenburger Land, das sein Leiter Holger Runge vorzüglich auf diesen Abend vorbereitet hatte. Großartig, wie die gestandenen Profis mit den jungen, aufstrebenden Künstlern harmonierten.

Neben dem pädagogischen Aspekt dieser Aktion ist es vor allem die Freude am gemeinsamen Spiel in einem derartigen Klangkörper, die bei den Musikschülern dadurch geweckt wird. Behutsam und dennoch stets bestimmt führte Thomas Wicklein die Nachwuchsmusiker durch diese und jene schwierige Passage. Außerdem hatte man einige Kompositionen von Beethoven oder Verdi in einer Light-Fassung arrangiert, da die originale Partitur dann doch die Musikschüler überfordert hätte.

Am ersten Pult saß übrigens nicht der Konzertmeister der Philharmonie, sondern die Musikschülerin Nancy Langner vom Jugendsinfonieorchester; eine schöne Geste. Zusammen mit Luise Beyrer spielte sie auch ein kleines Solo in Nikolai Rimski-Korsakows Scheherazade. Damit wären wir schon beim Programm, das Highlights aus Oper, Operette und Film umfasste und den Bogen von der Egmont-Ouvertüre Beethovens über Arien von Rossini, Verdi und Mozart bis zum Traditional Amazing Grace spannte.

Zwei Solisten gab es auch; den Musikschüler Matthias Voitel mit einer trefflich geblasenen Posaune und den soeben am Theater engagierten, sympathischen Kai Wefer mit seiner sonoren und jugendlich frischen Stimme. Er brillierte in Arien von Gioacchino Rossini und Wolfgang Amadeus Mozart, vom runden, vollen Klang des Orchesters mit sehr gut aufgestellten Bläsern und Streichern begleitet.

Thomas Wicklein führte in seiner typisch humorvollen Art durch das Programm, vermied auch den einen oder anderen kleinen, lokalpolitisch pointierten Seitenhieb nicht, sei es mit Rossinis Barbier von Sevilla als einer der typischen Friseure, die die Welt verändern wollen, oder er brach eine Lanze für Kay Kuntze, den neuen Intendanten des Theaters, und schlug außerdem mächtig die Werbetrommel für die Inszenierungen und Konzerte der neuen Saison. Schließlich animierte er das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen bei der Zugabe, die dieses sehr fröhliche Marstallkonzert beendete: Paul Linckes "Das ist die Berliner Luft", abgewandelt auf die "gute" Altenburger Luft.

Felix Friedrich

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