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Altenburg Altenburger Mauritianum freut sich über Neuzugänge
Region Altenburg Altenburger Mauritianum freut sich über Neuzugänge
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09:00 04.10.2017
Geologin Cordula Winter vergleicht verschiedene Exponate aus Spitzbergen. Quelle: Mauritianum
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Altenburg

Es gibt derzeit einiges zu feiern im Altenburger Mauritianum. Nicht nur können die Hausherren auf inzwischen 200 Jahre Geschichte zurückblicken, präsentieren in diesem Zusammenhang eine eigens gestaltete Sonderausstellung und dürfen sich über weitere Fördermittel vom Kreis freuen (die OVZ berichtete). Auch weitere Exponate durften inzwischen in den Ausstellungsräumen willkommen geheißen werden.

Erweitert wird so zum einen die derzeitige Sonderausstellung „Forscher, Sammler, Sammlungen: Lebenswerke von Privat – gesichert im Museum“, in der bedeutende biologische und geologische Sammlungszugänge der vergangenen Jahre präsentiert werden. In den Vitrinen finden nun auch Exponate aus der Sammlung von Walter Ludwig Platz. Er übergab dem Museum eine umfangreiche Kollektion mit Bernstein-Inklusen aus dem Bitterfelder Raum.

Die in der goldgelben Flüssigkeit konservierten Insekten und Spinnen sind trotz des hohen Alters von 20 bis 25 Millionen Jahre gut erhalten – und liefern wichtige Erkenntnisse nicht zuletzt zur Lebenswelt des Bernsteinwaldes, der sich einst über die gesamte Region erstreckte. Das Besondere an Ludwigs Sammlung: Während sich die meisten Bitterfelder Bernsteinsammler auf das Auflesen der Einschlüsse beschränkten, konnte er in den Neunzigern auch einige Steine „in situ“, also im sie umgebenden Bodenmaterial, ergattern. Drei von ihnen sind nun im Mauritianum zu sehen. Weitere Fossilien aus dem Erdzeitalter des Jura, darunter etwa ein rund 150 Millionen Jahre alter Abdruck eines Schlangensterns im Solnhofener Plattenkalk, runden die Sammlung ab.

Eine ebenso ergiebige, jedoch deutlich weitere Reise hat Andreas Lesser für seine Sammlungsstücke übernommen. Der Münchner weilte in Spitzbergen auf einer Privatreise. Gleich mehrere versteinerte Pflanzenreste aus dem Tertiär brachte er mit nach Hause. Nachdem die Stücke jahrelang in Lessers heimischen vier Wänden schlummerten, übergab er zwei ethnographische Objekte nun dem Museum für seine Sammlung.

Ein glücklicher Umstand hatte Lesser und die Altenburger Naturforscher zusammengebracht: Beim Besuch in der Skatstadt kam Lesser auch ins Mauritianum und sein Blick fiel auf die Vitrinen, in denen Fossilien und Gesteinsproben aus der Expedition von Herzog Ernst II. nach Spitzbergen ausgestellt sind. Dieser war 1911 mit einer Segeljacht in den Norden Europas aufgebrochen und bis fast zum 80. Breitengrad vorgestoßen. Zahlreiche naturwissenschaftliche Objekte fanden so den Weg zurück nach Altenburg.

Klare Sache für Andreas Lesser: „Im Mauritianum sind meine Funde sicherlich gut aufgehoben.“ Die Geologinnen Cordula Winter und Undine Morgenstern nahmen die Schenkung näher unter die Lupe und konnten die versteinerten Blattabdrücke gleich näher bestimmen. Sie stammen hauptsächlich von Sumpfzypressen und Pappeln – und geben Aufschluss über die damaligen Umweltbedingungen. So steht nun fest, dass die Bäume vor rund 60 Millionen Jahren wuchsen und ihre Wurzeln in einer Sumpflandschaft ähnlich den Braunkohlewälder Mitteldeutschlands schlugen.

Von Bastian Fischer

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