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Altenburger Mauritianum revitalisiert Ex-Militärgelände

Naturschutz in der Heide Altenburger Mauritianum revitalisiert Ex-Militärgelände

Altenburger Naturfreunde sind aufs liebe Vieh gekommen. Mit Esel, Schaf und Ziege sollen die geschützten Heidekraut-Bestände im Pöllwitzer Wald im Nachbarlandkreis Greiz vor Überwucherung bewahrt werden. Wie die OVZ berichtete, endete im September erfolgreich ein Pilotprojekt. Nun startet Phase zwei.

So schön ist der Herbst auf dem Ex-Militärgelände im Pöllwitzer Wald. Farbenfroh gedeihen dort unter anderem Fliegenpilze inmitten von Heidekraut.

Quelle: Mauritianum

Altenburg/Pöllwitz. Die Aktivitäten des Altenburger Mauritianums gehen bekanntermaßen weit über die Kreisgrenzen hinaus. So startete das Naturkundemuseum beispielsweise 2016 auf einer Pilotfläche ein Projekt, um die Heidekraut-Bestände auf dem ehemaligen militärischen Übungsgelände im Pöllwitzer Wald zu revitalisieren (die OVZ berichtete). Kürzlich konnte nun das Folgeprojekt „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald II“ seine Arbeit aufnehmen. Wie schon in der ersten Phase, handelt es sich auch diesmal um ein Projekt zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL), für das der Freistaat Thüringen und die Europäische Union die Finanzen beisteuern.

Im Fokus steht der nach europäischem Recht geschützte Lebensraum der Zwergstrauchheide, wie der dortige Vegetationstyp heißt, und seiner im Bestand gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Wozu unter anderem verschiedene Bärlapparten, aber auch Vögel wie die Heidelerche und Reptilien wie die einzige einheimische Giftschlange, die Kreuzotter, zählen. Das Pilotprojekt wurde im September abgeschlossen – dank guter Zusammenarbeit mit den zuständigen Forst- und Landkreisverwaltungen sowie dem Flächeneigentümer, der Naturerbe-Gesellschaft, einer gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Weil dieser Start so erfolgreich verlief, konnte in diesem Monat das Folgeprojekt starten.

Es gilt, im Pöllwitzer Wald rund ein Vierteljahrhundert die Zeit zurückzudrehen. Denn knappe Kassen haben dazu geführt, dass die durch den militärischen Übungsbetrieb bis etwa 1990 frei gehaltenen Heideflächen im Laufe der Zeit verbuscht sind. Dadurch erfüllen von ehemals etwa 33 Hektar heute lediglich noch 10 Hektar die Charakteristika einer Heide. Etwa 20 Hektar gelten als Heideentwicklungsfläche. Dort sind die typischen Arten zwar noch erhalten, doch junge Birken, Fichten und Kiefern werfen zu viel Schatten auf die Flächen. In den kommenden Jahren soll deshalb versucht werden, den offenen Charakter wieder herzustellen.

Dazu werden die Altenburger Naturfreunde zunächst maschinelle Pflegemaßnahmen anschieben, wie zum Beispiel eine Entkusselung – so wird in der Landschaftspflege die Beseitigung junger Gehölze genannt. Aber auch die Entnahme von Einzelgehölzen und kleineren Gehölzgruppen ist vorgesehen.

Danach werden tierische Landschaftspfleger die wichtigsten Akteure sein. Schafe, Ziegen und Esel sollen die teuren Pflegeeinsätze eindämmen. Während Ziegen gern das frische Laub aufkommender Birken verbeißen, bevorzugen Schafe das zwischen Heidekraut, Blau- und Preiselbeere aufkommende Gras und Esel fressen selbst hartblättrige Gräser, die von anderen Weidetieren eher verschmäht werden. Durch ihre unterschiedlichen Vorlieben helfen die Tiere, die Heideflächen aufzulichten und damit eine Naturverjüngung zu initiieren. Wie gut das funktionieren kann, konnte bereits auf den Pilotflächen im Pöllwitzer Wald beobachtet werden.

Von Elisabeth Endtmann

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