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Altenburger Medicum vergrößert Minus des Medizinischen Versorgungszentrums

Patientenmangel Altenburger Medicum vergrößert Minus des Medizinischen Versorgungszentrums

Das Medicum hat dem Klinikum Altenburger Land bisher kein Glück gebracht. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, stieg der Verlust der Medizinische Versorgungszentren Altenburger Land GmbH, deren Praxen sich in dem Anbau befinden, anno 2014 auf über eine halbe Million Euro.

Das Medicum des Klinikums Altenburger Land hat den darin beheimateten Versorgungszentrum im ersten vollen Betriebsjahr kein Glück gebracht.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Im ersten vollständigen Betriebsjahr hat das Medicum dem Klinikum Altenburger Land kein Glück gebracht. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, stieg der Verlust der Medizinische Versorgungszentren Altenburger Land GmbH (MVZ AL), deren Praxen zum Teil in dem Anbau untergebracht sind, anno 2014 auf 569 000 Euro. Damit rutschte die Klinikumstochter im Vorjahresvergleich (minus 89 000 Euro) um fast eine halbe Million Euro ab. Noch deutlicher überstieg das Minus mit 518 000 Euro den Plan, der nur einen Verlust von 51 000 Euro vorsah.

„Ursächlich für diesen Geschäftsverlauf sind deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibende Patientenzahlen in der Strahlentherapie, welche wiederum den Geschäftsverlauf der gesamten Gesellschaft dominiert und die positive Entwicklung in anderen Bereichen überdeckt“, begründen die Geschäftsführer Lutz Blase und Thomas Altenburg die roten Zahlen. Zudem führen sie infolge der Erweiterung noch Mehrkosten für Personal, Betriebsmittel und Mieten ins Feld.

Was die Geschäftsführung damit meint, verdeutlichen die nackten Zahlen. So stieg der Umsatz der MVZ AL dank mehr ambulanter Behandlungen (plus 28,4 Prozent) von knapp 3,3 Millionen Euro in 2013 auf nun etwas mehr als vier Millionen Euro. Mehr als aufgefressen wurde dieses Plus von 717 000 Euro aber durch einen höheren Personalaufwand (plus 635 000 Euro) und stark gestiegene sonstige Aufwendungen (plus 682 000 Euro). Hinter Letzterem verbergen sich etwa höhere Mieten für die neuen Räume im Medicum und für einen Linearbeschleuniger samt dessen Wartung.

Allerdings gelang es nicht, so viele Patienten zu gewinnen, um die größere Fläche, das erweiterte Angebot und das dafür zusätzlich eingestellte Personal gegen zu finanzieren. Um immerhin 7,5 auf 53,5 Vollzeitstellen wuchs die Personaldecke des MVZ AL anno 2014. Jedoch gab man auch rund drei Viertel der erwirtschaften vier Millionen Euro Umsatz für Angestellte aus.

Die negative Entwicklung ging so weit, dass das Klinikum als MVZ-Mutter und der Kreis als Gesellschafter Geld zuschießen mussten. Ohne eine Erhöhung der Rücklage um 250 000 Euro und zwei Kredite in Höhe von fast einer Millionen Euro wäre die Zahlungs- und Investitionsfähigkeit der Tochter nicht mehr gewährleistet gewesen, heißt es im Geschäftsbericht weiter. Angesichts dessen ist es fast eine Randnotiz, dass das MVZ AL sogar diese Kreditlinie um nochmals fast 50 000 Euro überzog. Ein Dauerzustand soll das laut Geschäftsführung jedoch nicht werden. So planen Lutz Blase und Thomas Altenburg für das abgelaufene Jahr zwar erneut mit einem Verlust, aber der soll mit 81 000 Euro bereits moderater ausfallen als 2014. „Ab 2016 werden stetig steigende Überschüsse erwartet“, erklärt das Führungsduo. Entscheidend dafür seien jedoch „die Erlös- und Ergebnisentwicklung in der Strahlentherapie“. Um diese zu verbessern, begannen bereits im Vorjahr, „umfangreiche Bemühungen, die aktuell noch außerhalb des Landkreises behandelten Patienten für unsere Einrichtung zu gewinnen“.

Parallel will das MVZ AL weitere „Synergieeffekte mit den am Klinikum vertretenen Fachrichtungen erschließen. Die Strahlentherapie und Kardiologie sind die jüngsten Beispiele für die Wahrnehmung solcher Chancen. Jedoch wird dieser Entwicklung inzwischen weniger Potenzial zugemessen als der im Bereich der hausärztlichen Versorgung“, meinen die Fachleute.

Das heißt: Man will vor allem weitere Hausarztpraxen aufkaufen. Aber nur sofern diese „eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Einzugsgebietes bieten, für die Versorgung der Bevölkerung von Bedeutung und von ihrer Struktur her wirtschaftlich gesund sind“. Diesen Kurs schlug die Geschäftsführung bereits 2013 ein, weil mit Hausärzten aktuell Gewinne gemacht werden. Diese wiederum „können eine negative Ertragsentwicklung der Strahlentherapie kompensieren“.

Von Thomas Haegeler

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