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Altenburg Altenburger Crystal-Dealer zu fünf Jahren Haft verurteilt
Region Altenburg Altenburger Crystal-Dealer zu fünf Jahren Haft verurteilt
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15:40 28.11.2016
Das Landgericht Gera verhandelte den Fall (Symbolfoto)  Quelle: dpa
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Gera

 Am Landgericht Gera wurde am Dienstag der Fall eines Methamphetamin-Händlers verhandelt. Dem gebürtigen Altenburger Mario H. wurde vorgeworfen, zwischen Juli 2015 und April 2016 in 50 Fällen in der Skatstadt mit Methamphetamin – besser bekannt als „Crystal Meth“ – gehandelt zu haben. Bei jeder dieser Transaktionen sollen 20 Gramm der chemischen Droge über den Tisch gegangen sein.

Des Weiteren soll er auch in Gera in zehn Fällen jeweils zehn Gramm Methamphetamin verkauft haben. Am 4. Mai dieses Jahres wurde Mario H. schließlich von der Polizei festgenommen, wobei knapp 30 Gramm der Droge und 34 885 Euro Bargeld sichergestellt wurden.

H. hatte seine Geschäfte in erster Linie mit einer Frau aus Altenburg sowie einer aus Gera abgewickelt, die die Ware zum größten Teil selbst weiterverkauften, da sie sich in finanziellen Nöten befanden. H. wurde per Handy kontaktiert und ließ sich dann von einer Bekannten zum Treffpunkt fahren, da ihm bereits vor längerem die Fahrerlaubnis entzogen wurde.

Verkauf in örtlichen Spielotheken

Die Weiterverkäufe der Ware, bei denen mit Kleinmengen von höchstens einem Gramm gedealt wurde, fanden in der Skatstadt wahlweise in örtlichen Spielotheken (unter anderem am Bahnhof) oder auch im Schlosspark statt. Bei einer Personenkontrolle wurde seine Kundin aus Altenburg nach einem Handel auf dem Parkplatz der Penny-Filiale in der Münsaer Straße mit etwa 18 Gramm Meth erwischt und gab den Beamten den Hinweis, der zur Festnahme des Angeklagten führte.

Auch Mario H. stieg nach eigener Aussage in den Drogenhandel ein, um sich aus seiner finanziellen Notlage zu befreien und seinen eigenen Konsum zu finanzieren. Der 40-Jährige weist ein langes Vorstrafenregister auf, das bis ins Jahr 1996 zurückreicht,. Meist ging es dabei um Betrug, leichte Körperverletzung oder Fahrerflucht.

In den 2000ern kamen schließlich auch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz dazu. Zuletzt wurde H. deswegen im Jahr 2012 zu fünf Jahren und zwei Monaten Freiheitsentzug verurteilt. 2015 folgte die frühzeitige Entlassung, woraufhin H. versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen. Da allerdings die finanzielle Unterstützung des Staates ausblieb, wurde er bereits wenige Woche nach seiner Freisetzung rückfällig und stieg er wieder in den Konsum und Handel mit Methamphetamin ein.

Schuldbekenntnis von Mario H.

Mario H. zeigte sich bereits vor Verhandlungsbeginn geständig, weshalb auf die Anhörung von insgesamt zwölf geladenen Zeugen verzichtet wurde. Stattdessen beschränkte sich die Strafkammer auf das Verlesen von Berichten und Dokumentationen sowie den Bericht eines Facharztes für Psychiatrie. Der berichtete dem Gericht, dass er im Gespräch mit dem Angeklagten einen „kooperativen, wachen und zugewandten Mann“ erlebt habe, der nun „therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen möchte und deshalb einen abstinenten Lebensstil anstrebt.“ Der Sachverständige sah trotz des exzessiven Drogenkonsums von Mario H. keine Anzeichen für eine psychische Störung oder Beeinträchtigung.

Mario H. gestand seine Schuld in insgesamt 42 Fällen von unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ein. Das Gericht kam deshalb noch am selben Tag zu einem Urteil: Die Staatsanwaltschaft forderte aufgrund des Vorstrafenregisters erneut fünf Jahre und zwei Monate Freiheitsentzug, die Verteidigung plädierte auf 5fünfJahre.

Der Vorsitzende Richter Tonndorf kam schließlich dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft nach, merkte jedoch an, dass der Staat den Fehler gemacht habe, kein Geld auszugeben, um den Angeklagten nach seiner letzten Haftentlassung wieder in die Gesellschaft zurückzuführen. Die drei zusätzlichen Verhandlungstermine wurden abgesagt.

Weitere Informationen zu Sachsens Crystal-Meth-Problem in unserer Reportage.

Von Christian Neffe

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