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Altenburger OB will städtische Gärtnerei schließen

Altenburger OB will städtische Gärtnerei schließen

Nach der Verschiebung der Barbarossa-Festspiele hat Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) nun die zweite größere Sparmaßnahme angekündigt. Wenn der Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstag einem entsprechenen Antrag zustimmt, sollen die städtische Gärtnerei geschlossen, das Grundstück veräußert und die Flächen mit saisonal wechselnder Bepflanzung in der Skatstadt reduziert werden.

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Die städtische Gärtnerei am Grüntaler Weg.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Ellen Paul

Der SPD-Politiker beruft sich dabei auf einen Beschluss des Stadtrats, in dem er aufgefordert wird, nach geeigneten Maßnahmen für eine dauerhafte Senkung des sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwandes zu suchen. Und Wolf wurde fündig. Denn die Altenburger Stadtverwaltung leistet sich noch immer eine eigene Gärtnerei. Dort werden Blumen und andere Pflanzen gezüchtet, die auf Freiflächen und in entsprechenden Gefäßen zur Verschönerung des Stadtbilds beitragen.

Am Grüntaler Weg gelegen umfasst sie auf einer Fläche von rund 1260 Quadratmetern zwölf Gewächshäuser - feste und Folienhäuser. Zur Gärtnerei gehören außerdem Freiflächen. Die jährlichen Kosten zur Unterhaltung waren für dieses Jahr mit rund 28 000 Euro im Haushalt beziffert. Doch schon bis Juni schlagen Heizung, Wasser, Abwasser, Strom und Wartung mit über 33 000 Euro zu Buche. Laut Stadtverwaltung sind dafür höhere Jahres-Abrechnungen und die daraus folgenden höheren Abschlagssummen verantwortlich.

Aufgrund des Zustands der Gärtnerei ist vor allem unter energetischen Gesichtspunkten eine weitere Kostensteigerung zu erwarten. Auch ist die Bausubstanz ziemlich marode. Das Mauerwerk ist feucht, die Metallprofile sind durch Korrosion stark angegriffen, sodass in absehbarer Zeit mit einem Verlust der Standsicherheit der Gewächshäuser zu rechnen ist, heißt es in der Stadtratsvorlage. Der Investitionsbedarf wird mit mindestens 150 000 Euro beziffert.

Michael Wolf schlägt deshalb vor, die Gärtnerei zu schließen und das Grundstück zu verkaufen. In der begehrten Lage am Grüntaler Weg sieht der OB gute Chancen für eine Vermarktung als Wohnbaustandort. Die drei Mitarbeiter der Gärtnerei werden nicht entlassen, sondern in das Referat Grünanlagen übernommen, da dort ohnehin Mitarbeiter in Rente gehen.

Die benötigten Pflanzen sollen künftig in privaten Gärtnereien gekauft werden. Da dies aber teurer wird, will der OB die Flächen mit saisonaler Bepflanzung reduzieren. Sie soll es künftig nur noch auf dem Markt und dem Kornmarkt geben. "Sonst werden wir Rasen ansäen oder uns für eine Dauerbepflanzung entscheiden", so Wolf.

Er wisse sehr wohl, dass dieser Vorschlag im Stadtrat nicht unumstritten sein werde. "Doch lieber erhalte ich eine Bibliothek am Leben als eine Gärtnerei. Denn für die Pflanzen gibt es auch private Anbieter, für eine Bibliothek aber findet sich kein privater Betreiber", begründet der Oberbürgermeister.

Zugleich hofft er auf weitere Unterstützung durch die Bürger oder auf Patenschaften für städtisches Grün. So übernehmen die Händler auf dem Kornmarkt seit mehreren Jahren schon die Pflege der Pflanzen.

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