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Altenburg Altenburger Osterland-Center: Eigentümer plant Aldi-Ersatz und mehr Platz für Märkte
Region Altenburg Altenburger Osterland-Center: Eigentümer plant Aldi-Ersatz und mehr Platz für Märkte
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05:55 01.09.2016
Auf der Brache an der Sternstraße plant der Eigentümer des Osterland-Centers auch nach dem Weggang von Aldi einen neuen Lebensmittelmarkt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Nachdem klar ist, dass Aldi spätestens Ende 2017 aus dem Osterland-Center verschwindet (die OVZ berichtete), stellt sich nicht nur Anwohnern die Frage: Wie geht es weiter mit den Einkaufsmöglichkeiten an der Geraer Straße in Altenburg? Schließlich verliert der zu zwei Dritteln leerstehende, Anfang der 1990er Jahre gebaute Komplex damit seinen zugstärksten Mieter, der sich bis zum Vorjahr dort eigentlich noch vergrößern wollte, nun aber lieber an der Offenburger Allee neu baut. Center-Eigentümer Josef Hoffmann nimmt nun Schließungsgerüchten den Wind aus den Segeln.

„Wir bemühen uns um Alternativen, die Gespräche laufen“, sagt der Chef der bayerischen MJM Immobilien GmbH auf Nachfrage. Konkrete Namen will er jedoch ebenso wenig nennen wie eine konkrete Zeitschiene. „Es sind sensible Gespräche, aber es geht um einen Lebensmittelmarkt.“ Wann es werde, hänge auch am konkreten Auszugstermin von Aldi. Nach OVZ-Informationen zählen Rewe und Norma zu den heißen Kandidaten, was Hoffmann jedoch ebenso wenig kommentieren will. Rewe sucht offenbar nach einem Standort in der Region und Norma bevorzugt die Leipziger Straße in Altenburg, was aber weder Verwaltung noch Stadtrat passt, wie das Einzelhandelskonzept samt jüngst ergänzter Entwicklungsziele zeigt.

Letzteres sieht auch Hoffmann kritisch. „Das muss man erst mal setzen lassen und einzuordnen wissen, was meinen Kunden zunehmend schwer fällt“, erklärt der Geschäftsmann aus Bayern. „Das macht die Sache nicht einfacher.“ Insbesondere die Beschränkungen beim Sortiment und auch in der Fläche seien problematisch – selbst wenn man jetzt für das Osterland-Center zufriedenstellende Regelungen getroffen habe. So sieht die aktuell geplante Änderung des Bebauungsplans unter anderem vor, dass im neu zu bauenden Markt an der Sternstraße 15 Prozent der Waren auch andere als Lebensmittel sein dürfen. Dessen Verkaufsfläche darf sogar bis zu 1200 Quadratmetern betragen, während andernorts bisher maximal 800 oder in Ausnahmen 1000 Quadratmeter möglich sind.

Befürchtungen, dass sich die vier nach dem Aldi-Auszug verbleibenden Mieter auch noch zurückziehen könnten, hat Hoffmann hingegen nicht. „Kik und Tedi wollen sogar größer werden“, erklärt der Eigentümer. „Der eine bedeutend, der andere etwas weniger.“ Und auch das Reisebüro wolle bleiben und als Sonnenklar-TV-Partner expandieren. „Die Leute von Sonnenklar TV waren schon vor Ort und angetan.“ Nur wie es mit dem Altenburger Büroausstatter HSA weitergehe, müsse er sehen. Die weitere Vermietung will er dann im Anschluss an den Lebensmittelmarkt nach und nach lösen. Vorgesehen sind hier neben weiteren Fachmärkten und Dienstleistern eine Bäckerei/Metzgerei sowie eine Drogerie/Apotheke.

Fest steht jedenfalls, dass Hoffmann aktuell an seinen Erweiterungsplänen mit dem besagten Neubau an der Sternstraße festhält. „Aber ich kann nicht auf Verdacht mehrere 100 000 Euro in die Hand nehmen“, wirbt Hoffmann um Verständnis für die Verschiebung. Jetzt, wo es mit der Änderung des Bebauungsplans vorangeht, gebe es auch ein gewisse Planungssicherheit. „Seither sind die Gespräche viel konkreter geworden.“

Ein Grund, warum bisher noch nichts passiert ist und Aldi nun geht, ist die durch den Umbau zu erwartende Lärmbelastung. Im Ergebnis eines Gutachtens muss jetzt – im Gegensatz zum ursprünglichen Plan – in der Lieferzone auf der Rückseite des Centers eine elf Meter lange Wand zum Schutz der dortigen Häuser vor Krach gebaut werden. Auch darf nicht über die Sternstraße angeliefert werden. Darüber hinaus gilt es, an der neuen Bushaltestelle und den daneben entstehenden zusätzlichen Parkplätzen eine zwei Meter hohe Schallschutzwand zu errichten. Und: Der Platz für Einkaufswagen braucht eine Plexiglas-Einhausung.

Trotz der Probleme steht Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) zu den angestoßenen Veränderungen im Center. „Wir bringen es konsequent zu Ende“, sagt das Stadtoberhaupt. „Ob es Aldi oder ein anderer Anbieter ist, ist mir egal. Aber wir müssen aufpassen, dass wir das nicht zerreden.“ Sein Ziel sei es, im Oktober-Stadtrat einen Auslegungs- und Billigungsbeschluss zu fassen. Ob das etwas wird, hängt an seiner Verwaltung. Zwölf Träger öffentlicher Belange, aber keine Bürger haben zum neuen Bebauungsplan Stellung genommen. Die Hinweise werden nun eingearbeitet. Danach gibt es einen endgültigen Vertrag zwischen der Hoffmann und der Stadt. „Wie lange das dauert, lässt sich nicht konkret vorhersagen“, teilte Pressesprecher Christian Bettels mit. Erst danach darf dann der Stadtrat den Daumen heben oder senken.

Von Thomas Haegeler

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