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Altenburger Pfarrer Reinhard Kwaschik sagt Servus

Feierliche Verabschiedung Altenburger Pfarrer Reinhard Kwaschik sagt Servus

Natürlich ist die Reformation für jeden Christen ein gewichtiges Thema. Für Altenburger Pfarrer Reinhard Kwaschik hat gerade dieser 31. Oktober auch persönlich ein besonderes Gewicht.

Blickt auf schaffensreiche Jahre zurück und mit Freude in die Zukunft: Pfarrer Reinhard Kwaschik.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Natürlich ist die Reformation für jeden Christen ein gewichtiges Thema. Für Altenburger Pfarrer Reinhard Kwaschik hat gerade dieser 31. Oktober auch persönlich ein besonderes Gewicht. „Ich bin hier in Altenburg am 31. Oktober 2007 feierlich in mein Amt eingeführt worden. Und am 31. Oktober 2016 endete diese Dienstzeit offiziell“, so der 64-Jährige. Mit einem Gottesdienst in der Brüderkirche wurde Kwaschik am Montag feierlich verabschiedet. Nach acht Jahren Studium und 36 Jahren aktiven Dienst geht er nun in den verdienten Ruhestand.

Was haben ihm diese zurückliegenden neun Jahre gebracht? Reinhard Kwaschik denkt nach, ehe er antwortet. „Insgesamt sehr viel. Sehr viele neue Eindrücke und vor allem auch das Wissen, etwas verändert zu haben“, sagt er.

Ja, verändert hat der 64-Jährige nicht nur in der immerhin 2600 Mitglieder zählenden Kirchgemeinde einiges. Kein Wunder, als geschäftsführender Pfarrer, der neben dem seelsorgerischen Auftrag noch eine ganze Menge wirklich weltlich anmutender Aufgaben zu stemmen hat. „Altenburg hatte mich 2007 gereizt, weil es hier sehr viel Kultur gab. Vom Theater bis hin zum Jazzklub ist hier alles vorhanden“, sagt er heute. So denn die Zeit dazu blieb, Konzerte des Klubs, das Theater oder eines der Museen zu besuchen.

Denn zwar hört Kwaschik die Bezeichnung „Baupfarrer“ nicht so gerne. „Das stellt einen so in eine Ecke, obwohl die Anzahl der Aufgaben doch viel größer war und ist.“ Doch beim genauen Hinschauen ist Kwaschik in den zurückliegenden neun Jahren doch auf zahlreichen Baustellen unterwegs gewesen. Einerseits jene im wahrsten Sinne des Wortes. Denn allein die Kommune verfügt über drei große Stadtkirchen, hinzu kommen die der umliegenden Ortsteile. Ein Segen, der angesichts der vielen baulichen Herausforderungen, die nun einmal von solchen geschichtsträchtigen Gotteshäusern ausgehen, auch ein Fluch sein kann. Vieles hat Kwaschik mit seiner Entschlossenheit, Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit angeschoben und umgesetzt. „Damit habe ich mir nicht nur Freunde gemacht. Aber es braucht halt jemanden, der vorneweg geht. Und man braucht auch viele Mitstreiter, auf die ich jederzeit bauen konnte“, so der Gottesmann heute.

Die Bartholomäikirche als „Leuchtturm der Reformation“ wird aufwendig restauriert. Ebenso die Brüderkirche, die zum Zentrum der evangelischen Gemeinde wurde, ebenso die Agneskirche. „Als ich hier 2007 antrat, habe ich durchaus eine gut funktionierende Kirchgemeinde vorgefunden. Aber irgendwie trat man auch auf der Stelle. Da musste eine neue Struktur hinein“, sagt er. Und da lagen Kwaschiks Baustellen im übertragenen Sinn: Die Gemeinde musste mit einem personellen Schwund leben. Gab es 2007 noch fünf Pfarrer, so sind es heute neben dem Superintendenten noch 1,5 Stellen.

Was er in den neun Jahren nach seiner Ansicht nicht geschafft hat? „Aus dem großen Heer der 2600 Mitglieder noch mehr zu aktivieren, noch mehr aus diesem Status eines passiven Christen herauszubekommen. Das ist mir leider nicht gelungen“, sagt Kwaschik heute.

Auch dies dürfte eine Aufgabe seines Nachfolgers Sandro Vogler sein, der ab 1. Januar 2017 Kwaschik folgt. So lange wird der jetzige Pfarrer noch amtieren. Ansonsten zieht es Reinhard Kwaschik schon in einigen Tagen gen Potsdam, wo er mit seiner Frau ein altes Pfarrhaus zur Miete bezieht. „Hier lebte lange meine Mutter und in Berlin leben auch zwei meiner vier Kinder.“ Es gebe übrigens bei Pfarrern so etwas, wie einen Ehrenkodex, der besagt, dass der Vorgänger auch territorial seinem Nachfolger das Feld überlässt und in eine andere Gegend zieht. Verbunden bleibt Kwaschik aber dennoch mit Altenburg. Auch als Mitglied des Fördervereines, der sich für die neue Glocke der Brüderkirche einsetzt, die 2019 wieder erklingen soll.

Von Jörg Wolf

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