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Altenburg Altenburger SPD stellt Kandidaten für OB- und Landratswahl vor
Region Altenburg Altenburger SPD stellt Kandidaten für OB- und Landratswahl vor
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14:53 12.03.2018
Zu ihrem Kreisparteitag hatte die Altenburger SPD in den Ratskeller eingeladen.  Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

 Sie war spürbar, diese Spannung, die Samstagvormittag im Bürgersaal des Altenburger Ratskellers herrschte. Die SPD hatte zum Kreisparteitag eingeladen, um zuvorderst zwei der wohl bestgehüteten Geheimnisse der zurückliegenden Wochen zu lüften: Wer wirft bei den im kommenden Jahr anstehenden Wahlen des neuen Landrats sowie des Altenburger Oberbürgermeisters aus den Reihen der Sozialdemokraten den Hut in den Ring? „Weißt Du was?“, war deshalb eine viel getuschelte Frage von so manchem der 40 von insgesamt 123 im Kreis organisierten Sozialdemokraten untereinander. Um dann nur ein mehr oder weniger überzeugendes „Nein“ der nicht Eingeweihten oder ein hinhaltendes „Warts mal ab“ der Wissenden zu erhalten.

Auch Finanzministerin Heike Taubert, stellvertretende Landeschefin der Partei, die gerade auf Bundesebene mit ihrer Abkehr zum kategorischen Nein zur großen Koalition die Basis der Genossen vor eine Zerreißprobe stellt, wirkte einigermaßen ahnungslos, als Kreischef Frank Rosenfeld die versammelte Runde zum knapp dreistündigen Parteitag bat, auf „dem wir heute viel erfahren werden“.

Das sah auch Taubert so, der als höchstrangiger Besucherin der Eröffnungspart oblag: „In der SPD gibt es viel zu diskutieren. Auch, wie wir uns künftig aufstellen“, meinte sie.

Tritt bei der Landratswahl als SPD-Spitzenkandidat an: Frank Rosenfeld. Quelle: Mario Jahn

Lange spannten die wissenden Genossen – nach Aussagen eines Insiders ein kleiner Kreis, beschränkt auf den Kreisvorstand und die Ortsvorsitzenden – die noch unwissenden dann aber nicht auf die Folter. Als erster warf Frank Rosenfeld seinen Hut im bevorstehenden Kampf um den Chefposten im Landratsamt in den Ring. Aber wer den Rechtsanwalt kennt, der weiß, dass dies nicht mit einer kurzen kernigen Ansage geschieht, sondern mit einer wohl temperierten wie rhetorisch ausgefeilten Einlaufkurve. Die politische Führung des Landkreises beschränke sich derzeit darauf, sich von Kreishaushalt zu Kreishaushalt zu hangeln. „Visionen? Gibt es keine. Statt dessen eine fehlende Aufbruchstimmung in der Verwaltung des Landratsamtes, die einhergeht mit einem hohen Krankenstand und fehlender Arbeitsmoral.“ Was aber keineswegs an den dort Beschäftigten liege, sondern vielmehr am fehlenden Führungsstil. Was sich auch in der gezeigten Flüchtlingspolitik zeige, die augenscheinlich Priorität genießt. Dafür werden andere Themen wie Wirtschaftsförderung vernachlässigt.

Rosenfeld bekannte, mit vielen über eine Kandidatur um den Chefposten in der Behörde gesprochen, sich aber mehrfach Absagen geholt zu haben. Und dann habe er so eine Art Schlüsselerlebnis gehabt: „Mir fiel dann noch eine Person ein, die es machen könnte. Die es machen muss, um der Verantwortung eines SPD-Kreisvorsitzenden gerecht zu werden“, so Rosenfeld, der damit seine Kandidatur öffentlich machte.

Die zweite Baustelle der Genossen dürfte die wohl noch Größere sein: Als Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf nach 18 Jahren als Rathauschef vor kurzem verkündete, für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen, kamen die Schockwellen innerhalb der Sozialdemokraten einem Erdbeben gleich. Immerhin ging ihnen so der Frontmann von der Fahne, an dem sich mit Sicherheit alle Kontrahenten mehr oder weniger erfolglos abgearbeitet hätten. Der jetzt aber weg ist.

Will Oberbürgermeisterin in Altenburg werden: Katharina Schenk. Quelle: Mario Jahn

Nikolaus Dorsch, dem SPD-Chef im Altenburger Stadtrat, war es dann ein sichtliches Vergnügen, in den sprichwörtlichen Zylinder zu greifen, und mit Katharina Schenk die mögliche sozialdemokratische Nachfolgerin im Altenburger Rathaus zu präsentieren. Als persönliche Referentin des OB´s steht die 29-jährige Leipzigerin erst seit rund acht Wochen im Dienste Altenburgs. „Für uns ist dies auch ein Zeichen eines Generationenwechsels. Hier tritt jemand an, der einen unverstellten Blick von außen auf Altenburg mitbringt“, so Dorsch.

„Viele werden jetzt sicher sagen, ich bin zu jung und zu unerfahren. Und ich lebe gar nicht hier“, meinte Schenk. Letzteres werde sich im Februar kommenden Jahres ändern, wenn sie mit ihrer Familie nach Altenburg zieht. Und an Selbstbewusstsein fehlt es der jungen Frau obendrein nicht: „Altenburg fehlt in den Köpfen vieler Leipziger, was ich nur zu gut weiß. Das kann man ändern. Ich habe keine Scheu, in die großen Fußstapfen zu treten, die Michael hinterlassen wird“, so Schenk.

Dafür gab’s Applaus, wie auch für Rosenfelds angekündigten Sturm auf das Amt in der Lindenaustraße. Zuvor muss er aber noch offiziell auf einem weiteren Parteitag am 6. Januar von der Basis als Kandidat bestätigt werden.

Von Jörg Wolf

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