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Altenburg Altenburger Schloss verschwindet hinter Bäumen
Region Altenburg Altenburger Schloss verschwindet hinter Bäumen
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19:10 15.02.2017
Insbesondere vom Pauritzer Teich aus ist das Altenburger Residenzschloss mächtig zugewachsen. Im Frühjahr verschwindet es nahezu ganz hinter den Bäumen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Das Thema Tourismus in Altenburg hat es Klaus-Dieter Cramer angetan. „Über was da alles diskutiert wird, doch alle Vorschläge und Anregungen müssen ja auch noch im Stadtrat diskutiert und genehmigt und letztendlich noch ausgeführt werden“, schreibt der Serbitzer. Nehme man die Posse um den Marktbrunnen, so weiß man, dass sich nichts tun werde. Als gebürtiger Altenburger sei er aber sehr daran interessiert, wie sich die Skatstadt Fremden präsentiert. „Und hier muss ich, getragen von Unverständnis über die einfachsten Dinge, einen Missstand anprangern, welcher nicht nur mich, sondern jeden Touristen fragen lässt: Warum versteckt Altenburg sein schönes Schloss?“

Als Kind war es für Cramer und seine Freunde ein Muss, „beim Passieren des Schlossareals über die Felsen zu klettern“. Heute seien diese weder zu erkennen, noch zu begehen. „Letzteres ist sicher auch nicht mehr gewollt, doch das dichte Unterholz lässt das Schloss wie im Dornröschenschlaf erscheinen“, so der Serbitzer. „Da sieht man die Notwendigkeit, die Fassade des Schlosses zu sanieren, doch das Umfeld vergisst man einfach. Ist man schon so sehr an diesen Wildwuchs gewöhnt, oder ist einfach noch keiner auf die Idee gekommen?“ Er wette, dass sich „irgendwelche Argumente finden werden“, die seinem Wunsch, den Wildwuchs zu beseitigen, verhindern.

Die gibt es in der Tat. „Bei der momentanen kostentechnischen Lage ist es nicht finanzierbar“, sagte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). Völlig irrelevant sei das Thema aber nicht. „Wir haben das vor zehn oder zwölf Jahren gemacht.“ Man könne das Freischneiden des Schlosses jedoch nicht jede Dekade wiederholen. „Da vergehen sicher 20 bis 25 Jahre, ehe es wieder in den Fokus rückt.“

Seine Erinnerung trügt Wolf jedenfalls nicht. Denn im August 2007 ließ die Skatstadt in großem Umfang Bäume und Sträucher rings um das Schloss entfernen, was die Bevölkerung aufschreien ließ. Doch die Rodung geschah mit dem Segen des Naturschutzbundes und mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. Und zwar genau aus dem Grund, den auch der OB ins Kalkül zieht: „Die Felsen dienten einst dem Schutz und müssen deshalb frei gehalten werden.“ Mehr noch: Der Schlossberg diente bis ins 20. Jahrhundert hinein der Verteidigung, der Repräsentation und der Futtergewinnung. Deshalb waren die Hänge – bis auf einzelne Baumgruppen – um 1900 auch mit Wiesen bedeckt.

Das wiederum käme nun Klaus-Dieter Cramer zupass. Denn gebürtige Altenburger schlägt als Alternative für den dichten Wildwuchs Bodendecker vor, die „sichern den Hang und sind etwas fürs Auge“ und bieten obendrein Spinnen und anderem Getier einen Lebensraum.

Damit könnte sich auch Michael Wolf anfreunden. Demnach sehe bereits das überarbeitete Konzept für die Landesgartenschau einen grünen Gürtel vor, zu dem der Schlossfels gehöre. „Wir können uns dort Bepflanzung vorstellen, die Nachhaltigkeit garantiert und keinen Aufwuchs hat“, so der Rathauschef. Bis es so weit ist, vergehen demnach also mindestens sechs bis sieben Jahre. Kommt die Landesgartenschau nicht, dauert es länger.

Von Thomas Haegeler

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