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Altenburg Altenburger Schüler diskutieren über Toleranz und Diskriminierung
Region Altenburg Altenburger Schüler diskutieren über Toleranz und Diskriminierung
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00:19 15.06.2017
Schauspieler Björn Harras (r.) sprach mit den Schülern über eigene Erfahrungen und Einstellungen – und blendete dabei auch kontroverse Meinungen nicht aus. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Eine besondere Unterrichtsstunde konnten am Montag die Schüler der Klasse 9b am Spalatin-Gymnasium erleben. Statt über Zahlen oder Gedichten zu brüten, wurde ausgiebig über Toleranz, Diskriminierung und Rassismus diskutiert.

Eigens dafür war das Projekt „Störungsmelder on Tour“ des Berliner Vereins „Gesicht zeigen!“ nach Altenburg gekommen. Seit inzwischen elf Jahren sind die Initiatoren an Schulen in ganz Deutschland unterwegs, bieten Informations- und Diskussionsangebote für Jugendliche an – stets mit prominenter Unterstützung.

Diese Rolle füllte beim Besuch in Altenburg Björn Harras aus. Der in Gera aufgewachsene Schauspieler, unter anderem durch die Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannt, hatte sich dabei ganz bewusst für die Skatstadt entschieden. „Die Region ist nicht nur meine Heimat, gerade vor dem Hintergrund der Debatte rund um Vorfälle am Theater war mir der Besuch wichtig“, betonte er. „Ich möchte Leute hier mit solchen Dingen nicht alleine lassen, sondern für die Problematik sensibilisieren“

Beim Termin am Spalatin-Gymnasium, so unterstrich auch Goska Soluch, pädagogische Mitarbeiterin des Projekts, gehe es jedoch nicht darum, den Schülern ein bestimmtes Denkmuster vorzugeben. „Wir wollen aufklären, aber nichts aufzwingen.“ Vielmehr solle die Diskussion frei von eventuellen Ängsten und ohne Scheu geführt, auch vermeintlich abseitige Meinungen zugelassen werden.

Entsprechend lebhaft ging es in der gut zweistündigen Veranstaltung zu. So diskutierten die Jugendlichen – zu denen auch vier Schüler aus Syrien, Afghanistan und dem Irak gehören – etwa über die Grenzen der Toleranz. Auch Reizthemen wurden nicht ausgespart. Intensiv geführt wurde etwa eine Debatte über den Umgang mit Homosexualität: Während einige bekannten, durchaus Vorbehalte gegenüber Schwulen oder Lesben zu haben, forderten ihre Mitschüler entschieden Akzeptanz auch für andere Lebensentwürfe ein.

Auch Rollenspiele standen auf dem Programm. So erläuterte Schauspieler Harras etwa am Beispiel von Belästigungen in öffentlichen Verkehrsmitteln Möglichkeiten, Zivilcourage zu zeigen. Das sei enorm wichtig, allerdings solle man beim Einschreiten auch stets auf die eigene Sicherheit bedacht sein.

Von Bastian Fischer

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