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Altenburger Schüler legen Schweigeminute ein

Gedenken an Terror-Opfer Altenburger Schüler legen Schweigeminute ein

Mit einer Schweigeminute und einer Andacht haben am Montag Schüler Altenburger Gymnasien den Terror-Opfern von Paris gedacht. Das ökumenische Friedensgebet in der Brüderkirche und die an schließende Lichterprozession standen ebenso im Zeichen des Gedenkens.

Schweigend gedenken die Schuler einer 11. Klasse des Friedrichgymnasiums gemeinsam mit Schulleiter Thomas Lahr und Lehrerin Barbara Grubitzsch (Mitte) der Opfer von Paris.
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Meuselwitz.  Deutschland hielt am Montagmittag inne. Wie allerorten wurde auch im Altenburger Land um 12 Uhr mit einer Schweigeminute der Opfer von Paris gedacht. Was sich im öffentlichen Raum als hinlänglich schwierig erwies, war in größeren Firmen und vor allem in Schulen aber praktikabel und berührend.

So bat der Direktor des Altenburger Friedrichgymnasiums, Thomas Lahr, kurz vor 12 Uhr via Schulfunk die Schüler mit dem Verweis auf das unsagbare Leid, das die Betroffenen erfahren haben, um eine Schweigeminute. „In allen Klassen erhoben sich die Mädchen und Jungen in ehrendem Gedenken von ihren Plätzen. Es war eine fast unheimliche Stille im Gebäude, sehr emotional“, so Lahr. Das Thema habe viele den ganzen Tag über beschäftigt, besonders im Französisch-Unterricht, wo es ja eine besondere Beziehung zu Land und Leuten gebe. Viele dieser Schüler hätten Frankreich ja schon besucht, unter anderem bei Schüleraustauschen.

Am Spalatin-Gymnasium in Altenburg waren Lehrer und Schüler am Morgen mit einer Andacht und später bei einem Workshop mit einer Schweigeminute bei den Opfern in der französischen Hauptstadt. In Gedanken waren die Spalatiner auch bei ihrer französischen Partnerschule Jules Ferry in der Conty. „Die Betroffenheit ist unwahrscheinlich groß“, gab Direktorin Birgit Kriesche die Gefühle der Schüler wieder. Regelrecht erschrocken sei sie gewesen, weil man sich seit Montag mit der Projektwoche zum globalen Lernen unter dem Thema „Wie wir zu Friedensstiftern werden können?“ eben jener akuten Problematik stelle, sagte Kriesche. Dort wird über Möglichkeiten geredet, wie es in der Welt etwas weniger menschenverachtend und gewaltsam zugehen könnte.

Auch in allen Klassen des Meuselwitzer Seckendorff-Gymnasiums erhoben sich um 12 Uhr die Schüler zu einer Schweigeminute für die Terroropfer von Paris von ihren Plätzen. Doch nicht nur bei diesem Gedenken beschäftigten sich die Schüler am Montag mit den Geschehnissen in Frankreich. An der Europaschule haben sich Lehrer und Schüler besonders im Französischunterricht damit auseinandergesetzt. Durch eine junge Französin, die derzeit an der Schule hospitiert, gibt es eine besondere Verbindung zum Land der Trikolore.

Privatpersonen fühlen sich in diesen Tagen Frankreich ebenfalls auf besondere Weise verbunden. So erzählte die Chefin der Altenburger Tourismus GmbH, Christine Büring, die fließend französisch spricht und in Summe vier Jahre in Paris lebte, von einem regelrechten Schockerlebnis. Ihr Sohn Clemens habe in diesem Jahr eine Sommerschule in London besucht und dort eine französische Mitschülerin kennengelernt. Jetzt habe er von ihr über Facebook erfahren, dass ihre Mutter zu den Toten in der Konzerthalle Batanclar gehört. Zugleich bittet Büring darum, in der Trauer über die Opfer von Paris nicht zu vergessen, dass solch brutale Taten in anderen Ländern der Welt beinahe täglich passieren und deren Opfer zu schnell in Vergessenheit geraten. „Der Frieden ist kein Normalzustand, sondern ein Geschenk, das leider nur wenigen vergönnt ist“, so die bekannte Skatstädterin. Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen. Und: „Die Terroristen haben an dem Tag gewonnen, an dem wir unsere Sicherheitsmaßnahmen überall überziehen.“

Von Ellen Paul, Marlies Neumann und Jens Rosenkranz

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