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Altenburger Schülerinitiative „Pro Humanity“ zieht positive Bilanz

Hilfsprojekte für Flüchtlinge Altenburger Schülerinitiative „Pro Humanity“ zieht positive Bilanz

Zu Beginn des Schuljahrs 2015/2016, als die Flüchtlingsproblematik wie kein anderes Thema die Öffentlichkeit bewegte, wollten sich auch die Pennäler des Friedrichgymnasiums einmischen und eine Lanze für Toleranz brechen. Etwa ein Jahr ist das inzwischen her und die Schülerinitiative „Pro Humanity“ zählt mittlerweile 30 Mitstreiter.

Engagieren sich bei der Initiative „Pro Humanity“: Schüler des Friedrichgymnasiums.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, diese alte Weisheit haben offensichtlich ein Dutzend Schüler aus Altenburg zu Herzen genommen. Zu Beginn des Schuljahrs 2015/2016, als die Flüchtlingsproblematik wie kein anderes Thema die Öffentlichkeit bewegte, wollten sich auch die Pennäler des Friedrichgymnasiums einmischen und eine Lanze für Toleranz brechen. „Aber es hatte wenig Sinn, darüber im Freundeskreis zu sprechen, da dort sowieso alle der gleichen Meinung sind“, sagt Valentin Rühlmann.

Etwa ein Jahr ist das inzwischen her und die Schülerinitiative „Pro Humanity“, die sich aus diesem Gedanken heraus gebildet hat, zählt mittlerweile 30 Mitstreiter. Und sie verfolgen neben anderen Ansätzen auch immer noch ihre Ursprungsidee. „Wir möchten gern eine breite Masse erreichen“, erklärt Valentin Rühlmann. Ein Video wollen die Jugendlichen drehen, in dem sie mit Vorurteilen aufräumen wollen. „Am Ende der Ferien haben wir den Drehtermin“, kündigt Lilly Schickentanz an.

Bis dahin ist aber noch einiges zutun. Beispielsweise wollen die Schüler weiter am Konzept des Videos arbeiten. Außerdem sitzen sie über der Vorbereitung eines interkulturellen Festes, das im Wohngebiet Altenburg Süd-Ost stattfinden soll. „Dafür suchen wir unter anderem noch ein geeignetes Gelände“, informiert Chris Oliver, Vorsitzender der Initiative. Die Zehnt- und Elftklässler wollen für ihr Fest unter anderem Sport- und Spielangebote organisieren. „Vor allem wollen wir, dass an diesem Tag Kinder von Einheimischen und Flüchtlingen gemeinsam Spaß haben“, nennt Lilly Schickentanz die Absicht dahinter. Einen Termin gebe es aber noch nicht.

Die Jugendlichen sprühen förmlich vor Tatendrang, denn auch ein Unterrichtsprojekt haben sie sich auf den Tisch gezogen. Im kommenden Jahr wollen sie an Altenburger Schulen im Ethikunterricht der achten Klassen, wenn das Thema Vorurteile behandelt wird, Vorträge halten. „Das haben wir auch schon mit Lehrern besprochen, und die waren begeistert“, erzählt Chris Oliver. In dieses Projekt hätten die Leute von „Pro Humanity“ bereits so viel Arbeit gesteckt, „dass es auf jeden Fall stattfindet“, so Lilly Schickentanz. Sie denkt dabei auch noch an einen anderen Effekt: Die Schülerinitiative braucht unbedingt kontinuierlich Nachwuchs, um zukünftig weiter zu bestehen, wenn sie zum Beispiel nicht mehr am Gymnasium ist.

Die Initiative hat aber nicht nur einiges vor, sie hat auch einiges vorzuweisen. Schließlich waren die Schüler bis jetzt auch nicht untätig. Los ging’s mit einer Kleider- und Spielsachen-Sammelaktion, bei der ein ganzer Raum bis unter die Decke voll wurde. „Das haben wir dann der Diakonie übergeben, die es weiter an die Flüchtlinge verteilt hat“, erläutert Valentin Rühlmann. Es folgten Kuchenbasare, etwa zum 1. Mai oder beim interkulturellen Straßenfest des Theater. Dabei kamen rund 250 Euro zusammen, die nun sogenannten Deutsch-als-Zweitsprache-Klassen zugute kommen sollen. „Bei den Flüchtlingen fehlt es oft schon am nötigsten. Das geht bei Stiften und Heften los“, erklärt Lilly Schickentanz, die ihre Abitur-Projekt-Arbeit zu diesem Thema schreibt.

Trotz allem Engagement für Flüchtlinge, die große Überschrift über den Aktionen der Schülerinitiative „Pro Humanity“ lautet: Jugendliche für Jugendliche. „Vor uns gab es hier keine Schülerinitiative, die sich sozial engagiert“, sagt Lilly Schickentanz. Die Gruppe will Jugendliche aller Schulen erreichen, deren soziales Engagement fördern und sie für Politik sensibilisieren, damit sie sich ihre eigene Meinung bilden können. Schickentanz: „Aber nicht zu verklemmt, sondern locker mit Freude. Wir wollen einfach Spaß an der guten Sache wecken.“

Von Jörg Reuter

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