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Altenburger Senf-Fabrik plant Neubau

Altenburger Senf-Fabrik plant Neubau

Die Altenburger Senf und Feinkost GmbH und Co. KG stößt an ihre Grenzen. Deshalb plant das von Gründer Karl Jungbeck geführte Familienunternehmen nun einen Neubau seiner Firmenzentrale.

Altenburg.

Nur wenige Meter neben dem heutigen Sitz soll 2015/16 an der Remsaer Straße für etwa drei Millionen Euro auf gut 13 000 Quadratmetern eine neue Produktions- und Lagerhalle samt Büro entstehen.

 

"Wir platzen aus allen Nähten", begründet Karl Jungbeck die geplante Investition. "Das Unternehmen floriert, wir sind gut drauf und wissen kaum noch wohin mit unseren Roh- und Fertigwaren." Die 1500 Palettenstellplätze reichen nicht mehr. Angesichts dessen wolle er die Fläche des derzeit rund 4000 Quadratmeter großen Firmengeländes mehr als verdreifachen und in einer neuen Halle sowohl das Lager als auch die Produktion samt der Büros unterbringen. "Es wird ein kompletter Umzug, nur das Kochstudio bleibt, wo es ist."

 

Die Wahl fiel dabei auf das benachbarte rund 17 000 Quadratmeter große Grundstück in der Remsaer Straße 21, das früher als Gartenbaubetrieb und Moto-Cross-Strecke genutzt wurde. "Direkt neben der alten Crash-Diskothek", sagt Jungbeck. Damit würde die Firma zudem ein Problem lösen. "Das Vorhaben kommt dem Interesse der Stadt Altenburg zur verträglichen Nachnutzung der Brache sehr entgegen", heißt es in einer Beschlussvorlage für den Stadtrat, der diese bereits auf seiner Sitzung am 27. März einstimmig verabschiedet hatte. Demnach wird Jungbeck damit beauftragt, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu erstellen. Mit dessen Fertigstellung rechnet der gebürtige Bayer noch in diesem Jahr. "2015/16 ist dann wahrscheinlich Baustart", so der Unternehmer, der die Altenburger Senf-Fabrik 1992 aus der Taufe hob.

 

Rund drei Millionen Euro wollen er und seine Familie investieren. "Vielleicht wird es auch ein bisschen weniger oder mehr", meint Jungbeck. "Bei uns ist das ja nicht so wie bei Porsche, sondern wir sind ein kleines überschaubares Familienunternehmen. Und wir sind auch keine Kommune, bei der es nachher viel teurer wird." Für den Bau wolle er die in den vergangenen Jahren entstandenen Netzwerke nutzen und - falls witterungsbedingt möglich - im Winter anfangen, das Gelände baufertig zu machen, um Geld zu sparen. Geht der Plan auf, will Jungbeck die aktuell 31-köpfige Belegschaft um mindestens sechs Leute erweitern und mit dem neuen Firmensitz die Geschäfte in die Hände seiner Tochter Julia übergeben. Ihre Zweifel daran, dass er sich völlig zurückzieht, teilt Jungbeck jedoch: "Da hat sie wohl recht." In welchem Umfang aber, ließ er offen: "Dass ich wie früher 6.30 Uhr anfange, mache ich jetzt schon nicht mehr. 8 Uhr oder 8.30 Uhr reicht völlig."

 

Angesichts der Entwicklung der Altenburger Senf-Fabrik erscheint die nun geplante Expansion logisch. Fing Jungbeck Anfang der 1990er-Jahre mit drei Mitarbeitern an, scharfen und mittelscharfen Senf zu produzieren, sind es heute etwa 300 Sorten - vom Bauern- bis zum Schwarzbier-Senf, dazu Ketchup, Gewürzdips und Konfitüren. Knapp zehn Millionen Gläser stellt die Firma jährlich her, von denen 1,8 Millionen übers Internet und in den sechs Läden von Altenburg über Dresden und Greifswald bis Unna verkauft werden. Der Rest geht zu den Handelsketten.

 

"Wir sind eine Manufaktur, bei uns kommt keine Chemie in den Senf, kein Aroma, nur natürliche Inhaltsstoffe", beschreibt der Geschäftsführer das Erfolgsrezept. "Es geht darum, sich gesund zu ernähren." Dem entsprechend ergänzen seit 2010 auch Salze und Mineralwasser die Angebotspalette. 150 Tonnen Salz produziert das Unternehmen inzwischen pro Jahr auf der Grundlage des Rohstoffs aus der Kalahari-Wüste sowie durch die Investition von einer halben Million Euro in eine Abfüllanlage auch 10 000 Flaschen Wasser im Monat. Das alles bringt laut Jungbeck derzeit jährlich einen einstelligen Millionen Betrag an Umsatz.

Thomas Haegeler

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