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Altenburger Seniorenanlage Jahnpark kommt Bau einen Schritt näher

Stadtratsbeschluss Altenburger Seniorenanlage Jahnpark kommt Bau einen Schritt näher

Trotz Widerständen ist die Seniorenwohnanlage Jahnpark ihrem Bau ein entscheidendes Stück nähergekommen. Hintergrund sind zwei Entscheidungen des Altenburger Stadtrats bezüglich des 20-Millionen-Euro-Projekts. Zum einen macht das Gremium aus einer Grünfläche ein Wohngebiet, zum anderen billigte es den Entwurf zum Bebauungsplan.

So soll die Seniorenwohnanlage Jahnpark an der Geraer Straße in Altenburg einmal aussehen. Das Projekt hat nun weitere Hürden genommen.

Quelle: Hentschke Bau

Altenburg. Trotz Widerständen ist die Seniorenwohnanlage Jahnpark ihrem Bau ein entscheidendes Stück nähergekommen. Hintergrund dessen sind zwei Entscheidungen des Altenburger Stadtrats bezüglich des 20-Millionen-Euro-Projekts. Zum einen billigte das Gremium auf seiner jüngsten Sitzung die Änderung des Flächennutzungsplans und zum anderen den Entwurf zum Bebauungsplan, der nun ausgelegt wird. Auf die größte Ablehnung stieß, dass das Grundstück von einer Grünfläche, die als Sportplatz genutzt werden sollte, nun in ein allgemeines Wohngebiet umgewidmet wurde.

Dass es dabei 21 Ja- und sechs Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen gab, lag auch daran, dass es der wichtigere Beschluss der beiden war. Unverständnis äußerten vor allem die Linken. „Wir können unsere Zustimmung nicht geben, weil der Sportplatz für das Friedrichgymnasium dringend gebraucht wird und dort nicht zwingend noch ein Seniorenwohnheim entstehen muss“, so Fraktionsvize Harald Stegmann. Das konterte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) mit der Geschichte von Eleonore Schnabel. Die mit 103 Jahren zweitälteste Altenburgerin lebt inzwischen in Leipzig. „Weil ihre Angehörigen in Altenburg leider keinen Kurzzeitpflegeplatz bekommen haben“, so das Stadtoberhaupt.

Allerdings enthält die Begründung des Bebauungsplans, dessen Entwurf mit 22 Ja- und vier Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen durchging, dazu einen Passus. Demnach schätzen der Landkreis als Schulträger wie auch Gymnasiumsdirektor Thomas Lahr den Weg über die viel befahrene Geraer Straße „als sehr risikoreich für die Schüler“ ein. Daher bevorzugt man als Standort für den Sportplatz eher den „Bereich Runkwitzstraße hinter dem Friedhof“ und will diesen prüfen.

Abgesehen davon wollte der Stadtratsvorsitzende Sandy Reichenbach (CDU) noch wissen, ob es inzwischen ein Nachnutzungskonzept für den Fall gebe, dass der Seniorenpark irgendwann nicht mehr als solcher betrieben werden könne. Daraufhin antwortete Uta Wolf, Referatsleiterin Stadtplanung, dass der Betrieb laut Investor für 20 Jahre vorgesehen ist und zweimal verlängert werden kann. „Sollte die Nachfrage nicht mehr da sein, könne man die Seniorenresidenz als Wohngebäude und das Pflegeheim als Beherbergung nutzen.“

Auf dem über 9000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen An den Geraer Linden, Gabelsbergerstraße, Jahnplatz und Geraer Straße will die Hentschke Bau GmbH aus Bautzen zwei Gebäude errichten. Das näher An den Geraer Linden stehende soll laut Plan vier Geschosse haben, in H-Form entstehen und ein Pflegeheim mit 143 Plätzen werden. Das benachbarte Haus soll nur dreigeschossig sein, in U-Form gebaut werden, maximal 76 Wohnungen für betreutes Wohnen und eine Tagespflege mit höchstens 20 Plätzen beherbergen.

Vermarktet werden beide Einrichtungen, in denen rund 120 Arbeitsplätze entstehen sollen, von der nahe München sitzenden Firma EMC, die bereits Betreiber gefunden hat. Demnach übernimmt die bundesweit agierende Unternehmensgruppe Casa Reha das Pflegeheim und Advita, ein in Mitteldeutschland und Berlin tätiger Pflegedienst, das betreute Wohnen. Die geplante Eröffnung Ende 2018/Anfang 2019 erscheint jedoch kaum noch haltbar. Gegen die Pläne hatte es im Vorjahr eine Unterschriftensammlung und Proteste von ansässigen Konkurrenten sowie Anwohnern gegeben.

Während die Befürchtung, dass der Altenburger Pflegemarkt aufgrund fehlender Fachkräfte kollabieren könnte, weiter im Raum steht, hat der Investor zum Teil auf die Ängste vor Lärm und Natureingriffen reagiert. So erhalten beide Häuser nur eine Zufahrt über die Geraer Straße und separate PKW-Stellplätze vor und zwischen den Gebäuden. Mit 4300 Quadratmetern soll zudem fast die Hälfte des Areals begrünt werden, wobei einige der jetzt noch stehenden Bäume integriert werden. Noch vor den Beschlüssen waren die übrigen Bäume auf dem einstigen Tennisplatz gerodet worden. Dafür ist nun eine Reihe Neupflanzungen geplant. Außerdem sind als Ersatz für den für Tiere verlorenen Lebensraum Fledermaus- und Vogelkästen vorgesehen.

Von Thomas Haegeler

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