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Altenburger Skatstadtmarathon auf der Überholspur

Schlagzeilen aus 25 Jahren OVZ Altenburger Skatstadtmarathon auf der Überholspur

Der Altenburger Skatstadtmarathon ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. 2009 fiel der Startschuss für das Lauf-Event, das inzwischen zu den beliebtesten Veranstaltungen seiner Art in Deutschland zählt. In der Serie „Schlagzeilen aus 25 Jahren“ blickt die OVZ zurück – und voraus aufs Jubiläum.

Die Schülerläufe bilden den Auftakt beim jährlichen Skatstadtmarathon. Mehrere hundert Kinder und Jugendliche gingen zur neunten Auflage im Juni in die Spur.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Am 6. Juni 2009 war es so weit: Nach Monaten der Vorbereitung fiel in Altenburg der Startschuss zum 1. Skatstadtmarathon. Was damals weder jemand ahnte noch jemand wusste: Es war zugleich der Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Denn schon bei ihrer Premiere übertraf die Veranstaltung die kühnsten Erwartungen der Organisatoren vom Kanu- und Laufverein (KLV) Altenburg-Windischleuba. Waren doch statt der 1000 erhofften Starter gleich 1700 Teilnehmer dabei. Inzwischen darf sich der Skatstadtmarathon über den inoffiziellen Titel des mit Abstand größten Sportevents im Landkreis freuen.

Mit 3903 Anmeldungen und 3436 Zieleinläufen verzeichnete das Altenburger Lauf-Fest dieses Jahr zum neunten Mal in Folge neue Teilnehmerrekorde. Aber darum geht es den Machern nicht vorrangig. Wichtiger als die Jagd nach Rekorden sind Vereinschef Andreas Pautzsch & Co. organisches Wachstum und eine Veranstaltung mit Herz – von Läufern für Läufer. So wundert es wenig, dass man ausgerechnet im Rahmen des legendären Rennsteiglaufs auf die Idee kam, etwas in dieser Art auch in Altenburg auf die Beine stellen zu wollen.

Genau genommen ging der Gedanke zuerst Michael Blacher durch den Kopf – und danach über die Lippen. Nach einigen Diskussionen und schlaflosen Nächten hatte er Pautzsch, Ingo Sander und Frank Karsupke mit der Idee infiziert. Kein Wunder also, dass der plötzliche Tod des Arztes und Gründungsvaters im Vorjahr die KLV-Macher ins Mark traf. Allerdings zeigten sie einmal mehr Herz, als sie bei der neunten Auflage – die Idee stammte aus dem Klinikum Altenburger Land – mit von 1300 Läufern getragenen „Danke Blachi“-Aufklebern dem Ideengeber die letzte Ehre erwiesen. „Ein besseres Andenken konnten wir Micha nicht organisieren“, sagt Skatstadt-Marathon-Sprecher Helmut Nitschke noch heute ergriffen.

Als das Quartett Blacher, Pautzsch, Ingo Sander und Frank Karsupke am 18. Oktober 2008 seine Marathon-Pläne in der OVZ erstmals öffentlich machte, schüttelten jedoch nicht wenige mit dem Kopf. „Voller Ungewissheit hatten wir beim OB vorgesprochen“, erinnert sich Pautzsch, der als einziges Gründungsmitglied noch dabei ist. Neben Blacher weilt auch Sander nicht mehr unter den Lebenden und Karsupke stieg aus beruflichen Gründen aus. Entgegen der bisherigen Überlieferung war Oberbürgermeister Michael Wolf allerdings nicht sofort Feuer und Flamme. „Was wollt ihr machen? Eine Marathonlauf-Veranstaltung?“, soll Wolf seinerzeit gefragt haben, um selbst zu antworten, dass man doch lieber einen „Stadtlauf oder so“ machen solle.

Das bezeichnet Pautzsch inzwischen als „erste Kante“, die man sich abgeholt habe. Und die zweite legte der Rathauschef sofort nach: Er könne das Projekt gern unterstützen, wolle aber vorher ein Finanzkonzept sehen. Erst als die Vier das vorlegten, war OB Wolf überzeugt, sicherte Hilfe zu und übernahm die Schirmherrschaft. In der Folge kamen Nitschke, der laut Karsupke nervte, so sehr wollte er mitmachen, Jürgen Ronneburger, Ulf Pohling, Heiko Krahnert und Jens Hauser hinzu, mit denen der KLV nicht nur die Premiere, sondern auch alle weiteren Skatstadtmarathons stemmte.

Unvergessen, aber längst überwunden ist das Anmeldechaos zur Premiere. Und auch sonst handelten die Organisatoren stets nach der Devise: Bewährtes erhalten, behutsam Neues einführen und mit viel Liebe Details verbessern. So wurden die Strecke und einige Distanzen leicht modifiziert, weitere Wettbewerbe wie der Paar-Staffel-Marathon eingeführt und das Rahmenprogramm erweitert und verfeinert. „Neun Veranstaltungen bedeuten auch, dass wir uns etabliert haben in Thüringen und in Deutschland“, so Pautzsch. Dafür spricht auch die fast stetige Verbesserung in den jährlichen Umfragen des Internet-Fachportals marathon4you. Demnach ist der Skatstadtmarathon seit Jahren nach dem Rennsteiglauf die zweitbeliebteste Laufstrecke in Thüringen. In den neuen Ländern belegt man inzwischen – vor Leipzig – Rang vier und bundesweit Platz 21.

„Wir wollen unter die Top 20 und nächstes Jahr die 4000 Anmeldungen knacken“, gibt Nitschke selbstbewusst das Ziel vor. Um das zu schaffen, feilt das inzwischen um Skadi Schädlich und Frank Jahn verstärkte KLV-Team auch diesmal wieder am Detail. „Aber wir werden auch beim zehnten Mal keinen Kenianer oder A-Promi für viel Geld holen“, dämpft der Sprecher die Erwartungen, verspricht zugleich aber eine Überraschung. Dazu passt, dass man mit 800-Meter-Olympiasieger Nils Schumann schon mal einen Stargast von Format hat, der Vorgängern wie Dieter Baumann, Waldemar Cierpinski oder Jens Weißflog in nichts nachsteht. Zudem will man die Startnummern für diejenigen, die alle zehn Läufe absolviert haben, besonders kennzeichnen und die Lautstärke auf dem Markt versuchen zu reduzieren. Das sollte auch diesmal reichen, um auf der Überholspur zu bleiben.

 

Von Thomas Haegeler

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