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Altenburg Altenburger Spieletag steigt zum 20. Mal – ein Großereignis
Region Altenburg Altenburger Spieletag steigt zum 20. Mal – ein Großereignis
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09:37 01.11.2018
Sie freuen sich am Samstag ab 14 Uhr auf die 20. Auflage des Altenburger Spieletages: Gabriele und Thomas Orymek. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Ein bisschen müde sind sie, Gabriele Orymek und ihr Mann Thomas, denn die Nacht war kurz. „Wir waren erst halb eins zurück aus Essen“, erzählt er. Was sie dort gemacht haben, erschließt sich sofort, denn im Wohnzimmer der Familie stapeln sich rund 80 neue Gesellschaftsspiele – die Ausbeute von vier Tagen Spielemesse im Ruhrpott, rechtzeitig vorm großen Jubiläum am kommenden Samstag. Dann steigt der 20. Altenburger Spieletag in den Räumen der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in der Zeitzer Straße 39 und ein beträchtlicher Teil aus dem riesigen Spielefundus der Orymeks inklusive einiger Messe-Neuheiten darf ausgiebig ausprobiert werden.

2400 Spiele für alle von 0 bis 99 Jahren

Noch lagern die über 2400 Spiele jedoch fein säuberlich sortiert in etwa 140 grauen Kisten in einem stetig wachsenden Lager. „Unsere Tochter und der Schwiegersohn haben System reingebracht. Welcher Raum? Welches Regal? Welche Kiste? Sonst finde wir nichts mehr“, erzählt die 47-Jährige lachend. Dass mal ein eigenes Computerprogramm vonnöten sein würde, um den Überblick über ihre große Leidenschaft zu behalten, ihr Herzensprojekt, das „rein zufällig“ und sehr zäh begann, erstaunt sie selbst immer noch. „Wenn wir gewusst hätten, was das für Ausmaße annimmt...“, lässt sie den Satz in der Luft hängen und schwenkt stattdessen zurück zu den jüngsten Messe-Erlebnissen inklusive Kurzzusammenfassung der erbeuteten Spiele. „Das hier kommt aus Indonesien und wird gar nicht in deutschen Läden verfügbar sein. Auch im Internet gibt es das nicht.“

Von der Krankenschwester zur „Spieletante“ zur Spieltherapeutin

Aus der gelernten Kinderkrankenschwester ist in den vergangenen zehn Jahren ein wandelndes Spiele-Lexikon geworden, eine zertifizierte Spieltherapeutin, die ihren Spitznamen „Spieletante“ heiß und innig liebt: „Ich bin die Spieletante. Ich sehe es als ein Geschenk Gottes!“, schwärmt die gläubige Christin.

Gefragt nach dem ersten Spieletag, muss sie schallend lachen. „Wir sind da sehr naiv und blauäugig rangegangen, hatten 42 Verlage angeschrieben, von denen uns überhaupt nur zehn antworteten. Und nur sieben wollten uns Spiele zur Verfügung stellen“ – darunter 55 Kartenspiele, die sie sich bei der hiesigen Spielkartenfabrik abholen durften. Aufgestockt mit Klassikern aus dem eigenen Bestand, wie „Siedler von Catan“, „Halma“ oder „Alhambra“, hatten die 80 Besucher zur Premiere immerhin 233 Spiele zur Auswahl.

„Dominion“ für immer und ewig die Nummer 1

Längst hat sich das um ein Vielfaches potenziert. Der unangefochtene Liebling der „Spieletante“ ist dabei zum 20. Mal am Start: „Dominion“ inklusive „Nocturn“, der jüngsten Erweiterung des Klassikers. „Ich finde das Spiel einfach genial. Es war 2008 eines der ersten ’deck building games’, das rauskam. Es ist sehr leicht zu verstehen und macht einfach Laune“, schwärmt die Mutter zweier Töchter.

Apropos Laune: Der Spaß, das „gute Grundgefühl“, wie sie es nennt, ist ihr bei(m) Spielen am wichtigsten. „Ich mag alles, wo ich was kriege“, gibt sie grinsend zu. Wo es darum geht, gemeinsam etwas zu erleben, zusammen Spaß zu haben und miteinander zu kommunizieren. „Für viele ist das Spielen eine Pause vom Alltag. Eine Flucht in eine andere Welt und ein Weg durchzuatmen.“

Der Schlüssel zum Erfolg

Dass sie nun schon zum 20. Mal zum kollektiven Spielenachmittag laden kann, verdanke sie ihrer Gemeinde, die ganz großartig mitspiele und die Räumlichkeiten zur Verfügung stelle – und einem cleveren Schachzug damals, vor dem ersten Spieletag: „Ich hatte die Website www.spielekult.de entdeckt, wo jegliche Art von Gesellschaftsspielen rezensiert werden, und gefragt, ob ich mitmachen könnte.“ Sie durfte – und öffnete damit die Tür zum Kosmos Gesellschaftspiele.

Am Sonnabend wird das nächste Kapitel der Spieletage-Saga geschrieben, die gespickt ist mit so manch wundersamer Begebenheit. „Es ist schon vorgekommen, dass wir abends spontan im Gemeindesaal mit einem Schwung Kinder übernachtet haben oder Leute vorab um Einlass baten, damit sie trotzdem rechtzeitig zu ihrer eigenen Feier kommen“, schwelgt Gabriele Orymek in Erinnerungen. Bleibt abzuwarten, was am 3. November passiert. Die Türen öffnen sich um 14 Uhr – offiziell.

Von Maike Steuer

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