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Altenburger Sportwagenhersteller präsentiert in Genf Neuheiten

Altenburger Sportwagenhersteller präsentiert in Genf Neuheiten

Der in der Skatstadt ansässige Sportwagenbauer Gumpert setzt auf noch mehr PS für seine Boliden. Der Nischenanbieter hat auf dem Autosalon in Genf zwei neue Varianten seines Supersportwagens Apollo enthüllt - die am schwächsten motorisierte leistet 780 PS.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Nils Vor den Tharen

Die Altenburger fügen sich mit ihren Neuheiten in Genf nahtlos ein in eine ganze Reihe von Supersportwagen, die zwischen all den Alltagsautos die Blicke auf sich ziehen - vom Ferrari F12berlinetta mit 740 PS bis zum Lamborghini Aventador J, der es auf 700 PS bringt und nur wenige Meter vom Gumpert-Stand in den Genfer Messehallen entfernt präsentiert wird.

"Zugegeben, ein bisschen verrückt ist es schon, das extremste, gerade noch straßenzugelassene Fahrzeug noch ein wenig extremer zu machen", sagt Geschäftsführer Roland Gumpert. Gemeint ist damit die Premiere der Sonderedition Gumpert Apollo Enraged. Ausgestattet mit 780 PS ist der Enraged der stärkste straßentaugliche Apollo, der die Manufaktur in Altenburg jemals verlassen hat. Den Sprint auf Tempo 100 absolviert das Auto in 2,9 Sekunden. Selbst der neue Porsche Boxster, der in Genf ebenfalls Weltpremiere feiert, braucht dafür doppelt so lange.

Große Absatzzahlen lassen sich mit solchen Autos allerdings nicht verwirklichen. Etwas mehr als 60 Fahrzeuge der Apollo-Reihe wurden in Altenburg nach Unternehmensangaben bislang gebaut, seit 2004 der erste Prototyp entstand. Im vergangenen Jahr verließen statt der erwarteten 20 laut einem Unternehmenssprecher "knapp über zehn" Fahrzeuge der Apollo-Serie die Manufaktur, in der derzeit rund 40 Mitarbeiter beschäftigt sind. In diesem Jahr werde aber erneut ein Absatz von 20 Fahrzeugen angestrebt. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Der Apollo Enraged wird die Verkaufszahlen dabei jedoch nicht kräftig ankurbeln. Die Stückzahl ist auf drei Fahrzeuge limitiert.

Und auch der ebenfalls in Genf präsentierte Apollo R, der ebenso wie der Enraged mehr als eine halbe Million Euro kosten soll, ist nur etwas für ein handverlesenes Publikum. Mit ihrer zweiten Neuheit haben die Thüringer nach eigenen Angaben erstmals einen reinen Rennwagen entwickelt. Damit habe das Unternehmen auf die gestiegene Nachfrage vor allem aus Asien reagiert, so Gumpert. "Viele unserer Kunden bewegen ihren Apollo auf der Rennstrecke", sagte der Manufakturchef. Der Apollo R bringt es für diese Zwecke auf 860 PS.

Vorerst auf Eis gelegt wurden die Pläne, neben der Apollo-Reihe ein zweites Modell auf die Straße zu bringen. Der im Vorjahr in Genf als Studie vorgestellte Tornante by Touring sollte eigentlich in diesem Jahr in Serie gehen und für gut 400 000 Euro erhältlich sein. Doch die im Anschluss an die Messe durchgeführten Marktbefragungen seien "nicht ganz zufriedenstellend" ausgefallen, sagte der Sprecher. "Wir werden das Auto wohl nicht als zweites Modell auf den Markt bringen." Offenbar komme das im Vergleich zum Apollo elegantere Design des Tornante nicht so gut an wie erhofft.

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