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Altenburg Altenburger Theaterplatz 6 ist noch immer nicht verkauft
Region Altenburg Altenburger Theaterplatz 6 ist noch immer nicht verkauft
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05:00 22.07.2016
Vor vier Jahren wurde die Fassade des Hauses Theaterplatz 6 saniert, ein Käufer fand sich seitdem aber nicht. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

900 000 Euro hat die Stadt Altenburg in das Wohn- und Geschäftshaus Theaterplatz 6 investiert. Im August 2012 wurden die aufwendigen Arbeiten an dem Haus, in dem sich zu DDR-Zeiten das als „Drehscheibe“ bezeichnete Spirituosen-Geschäft befand, abgeschlossen, nachdem es bereits zwei Jahre zuvor notgesichert werden musste. Die Stadt hatte es in einem sogenannten Zwischenerwerber-Modell angekauft, um es vor dem drohenden Abriss zu bewahren.

Danach stellte sich heraus, dass nur die Fassaden-Seite erhalten und saniert werden konnte, der Rest wurde abgerissen und neu errichtet, allerdings nur der Rohbau. Innenputz, Fußboden und Wandbekleidung sollte der neuen Eigentümer nach seinem Gusto gestalten.

Doch den neuen Besitzer gibt es nicht. Die seit nunmehr vier Jahren andauernden Verkaufsbemühungen tragen keine Früchte. Und so fragt sich nicht nur Leserin Brigitte Lampe, die deswegen in dieser Woche in der Redaktion anrief, warum das Haus so lange leer steht.

Die Verkaufsverhandlungen gestalten sich schwierig, vor allem, weil es keine separate Zufahrt zum Gebäude gibt, erläuterte Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) die Problematik. Nutzer des Gebäudes müssten über ein Nachbargrundstück fahren, und das gehöre dem Landkreis. Das Landratsamt sei jedoch aus Sicherheitsgründen nicht daran interessiert, dass Fremde die Einfahrt nutzten. Daher habe er das Haus auch dem Landratsamt zum Kauf angeboten, sagte der OB. Bislang aber auch ohne Ergebnis.

Eine neue Chance könnte sich durch die geplante Kreisgebietsreform ergeben. Falls Altenburg den Kreissitz erhalte und damit neue Kompetenzen bekomme, würde das Landratsamt womöglich weitere Gebäude benötigen und eventuell den Theaterplatz 6 nutzen. Wolf rechnet damit, dass darüber etwa in einem halben Jahr Klarheit besteht. Falls der Deal platzt, werde neu ausgeschrieben oder das Gebäude versteigert.

Klar ist, dass der bei einem Verkauf zu erzielende Betrag weit unter jenen 900 000 Euro liegen wird, die für die Sanierung ausgegeben wurden. Für diese Diskrepanz war Altenburg bereits bei anderen im Zwischenerwerber-Modell gesicherten Objekten, wie beispielsweise dem Schwarzen Bär, vom Bund der Steuerzahler kritisiert worden. Deswegen wurde auch der Landesrechnungshof aktiv. Denn der für 471 000 Euro sanierte Schwarze Bär wurde für 31 000 Euro verkauft, beim Weißen Ross betrug das Verhältnis 584 000 zu 128 000 Euro.

OB Wolf verteidigte das Modell dennoch als den richtigen Weg, um städtebauliche Missstände zu beseitigen und das Stadtbild prägende Häuser zu erhalten. „Um diese Ziele zu erreichen, muss man investieren. Wir haben hier gar nichts falsch gemacht.“

Von Jens Rosenkranz

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