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Altenburger atmen auf: 2018 soll es aus der Kanalisation nicht mehr stinken

Gewerbegebiet Poschwitz Altenburger atmen auf: 2018 soll es aus der Kanalisation nicht mehr stinken

Für die Erschließung des Gewerbegebiets Poschwitz hat der Freistaat Thüringen die Bereitstellung von rund 4,5 Millionen Euro Fördergelder in Aussicht gestellt. Damit kann der Bau einer neuen Abwasserleitung in Angriff genommen werden. Sie ist Voraussetzung, damit endlich die Geruchsbelästigung durch den Schlachthof der Vergangenheit angehört.

Geruchsbelästigungen aus der Kanalisation durch die Abwässer des Schlachthofs sollen bald der Vergangenheit angehören.
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg.  Für die Erschließung des Gewerbegebiets Poschwitz hat der Freistaat Thüringen die Bereitstellung von rund 4,5 Millionen Euro Fördergelder in Aussicht gestellt. Diese überaus erfreuliche Nachricht konnte der Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) am Donnerstag vor der Presse verkünden. Das Vorhaben, für das sich die Stadt Altenburg stark gemacht hatte, sei jetzt vom Landesverwaltungsamt als „förderwürdig“ eingestuft worden. „Das ist so gut wie eine Zusage“, so Wolf. Jetzt könne man die Sache nur „verhauen“, wenn man keine Planung vorlege oder nicht baue.

Sobald der Bescheid über die Bewilligung der Fördermittel vorliegt, kann insbesondere der Bau einer Abwasserdruckleitung vom Gewerbegebiet aus zur zentralen Altenburger Kläranlage in Primmelwitz in Angriff genommen werden. Weitere wichtige Vorhaben sind die Erschließung der Straße Am Poschwitzer Park und die Errichtung eines Regenrückhaltekanals in der Remsaer Straße.

Diese Maßnahmen sind Voraussetzung für die Weiterentwicklung sowohl der ansässigen Betriebe, darunter der Schlachthof und die Senffabrik – letztere hat beispielsweise die Absicht, sich zu erweitern – als auch für die Neuansiedlung von Unternehmen. Mit der Inbetriebnahme der Abwasserdruckleitung wird auch die Kanalisation im Bereich der Brunnenstraße und am Richard-Wagner-Platz entlastet, was für die Anwohner eine gute Nachricht ist. In der Vergangenheit hatten sie sich wiederholt über Geruchsbelästigungen beklagt (die OVZ berichtete).

Das Gewerbegebiet Poschwitz am Stadtrand von Altenburg umfasst 31 Hektar. Bei etwa 30 Unternehmen verschiedener Branchen sind rund 700 Mitarbeiter beschäftigt. Für die Stadt ist daher die Entwicklung dieses Areals, das genau hinter dem Gewerbegebiet Weißer Berg beginnt, nicht zuletzt deshalb wichtig, weil eine erhebliche Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse dem produzierenden Gewerbe zuzurechnen sind.

Dank der beabsichtigten Investitionen erhöht sich die Kapazität der Abwasserentsorgung nachhaltig. Zur Modernisierung der Infrastruktur wird neben dem Bau einer etwa acht Kilometer langen Abwasserleitung auch die Errichtung zweier Pumpwerke gehören. Insgesamt werden sich die Erschließungskosten laut Investitionsplan auf knapp 5,4 Millionen Euro summieren. Die Differenz zur Fördersumme trägt die Stadt. „Wir schlagen mit dem Bau der neuen Leitung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe“, freut sich der OB. So werde nicht nur die Ver- und Entsorgung des Gewerbegebiets gesichert, sondern auch die Kapazitätserhöhung des Schlachthofs auf lange Sicht ermöglicht, die bereits erwähnte Geruchsbelästigung beseitigt, Hochwasserschutz und Reinhaltung der Gewässer gewährleistet und sogar eine zusätzliche Gewerbefläche geschaffen.

„Ich bin dem Thüringer Wirtschaftsministerium und dem Landesverwaltungsamt für die in Aussicht gestellten Fördergelder sehr dankbar“, so der Oberbürgermeister, „denn ohne diese Unterstützung könnten wir die Erschließung nicht stemmen.“ Ein Dankeschön gebühre zudem dem Projektsteuerer Jürgen Kepke von der Wirtschaftsfördergesellschaft Ostthüringen, der sich ebenfalls sehr für das Millionenprojekt eingesetzt habe.

Das Stadtoberhaupt verbucht die Einstufung der geplanten Erschließung als „förderwürdig“ als „sehr großen Erfolg“ für den Wirtschaftsstandort. Nun kann mit dem nächsten Planungsschritt begonnen werden. Dieser schafft die Voraussetzung, dass im Sommer der Förderbescheid erteilt wird. Sobald er vorliege, müsse es losgehen.

Regie bei Planung und Ausführung des Millionenprojekts wird der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) führen. Erklärtes Ziel ist es, schon in diesem Jahr mit den Bauarbeiten ein gutes Stück voranzukommen. 2018, so der aktuelle Zeitplan, sollen die Investitionen im Gewerbegebiet Poschwitz abgeschlossen sein.

Einschließlich der rund fünf Millionen Euro Fördermittel, die in den zweiten Bauabschnitt des Gewerbegebiets Poststraße fließen, erhält die Stadt laut Wolf eine der höchsten vom Freistaat in diesem Jahr zur Verfügung gestellten Förderungen.

Von Ellen Paul

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