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Altenburg Altenburger begeistern ihr Publikum im Goldenen Pflug
Region Altenburg Altenburger begeistern ihr Publikum im Goldenen Pflug
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20:40 05.03.2018
Schwungvoll übers Parkett und in die zweite Bundesliga-Saison – die Standardformation hat den Klassenerhalt geschafft. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Zum ersten Mal konnte das tanzsportbegeisterte Altenburger Publikum am Sonnabend im Goldenen Pflug ein Turnier auf Bundesliga-Niveau erleben. Und das Schönste daran: Es war nicht das letzte Mal. Denn noch vor dem abschließenden Turnier am 17. März in Rüsselsheim hat die Standardformation des Tanzsportclubs Tanzkreis Schwarz-Gold Altenburg den Klassenerhalt perfekt gemacht (die OVZ berichtete). Den Schützlingen von Henriette Schaller reichte das kleine Finale und der dort souverän errungene fünfte Platz, um das Saisonziel zu erreichen. Auch 2019 tanzen sie also in der 2. Bundesliga. Entsprechend groß war die Freude bei den acht Paaren und ihrer Trainerin.

Standard: Große Beachtung in ganz Thüringen

Wie sehr die Skatstädter damit für Furore sorgen, ließ sich gleich zu Beginn des Heimturniers ermessen. Der Vizepräsident des Thüringer Tanzsportverbands, Holger Schilling, überreichte dem Tanzsportclub 500 Euro für die Vereinskasse. „Denn der Altenburger ist der einzige Sportverein im gesamten Bundesland der an Formationsturnieren teilnimmt,“ zollte Schilling Hochachtung für solch außergewöhnliches Engagement. Und zweitens war zum ersten Mal bei einem Altenburger Formationstanzturnier ein Kamera-Team des MDR vor Ort, und hat sich viel Zeit genommen. Angekündigt war der Bericht für das Thüringen-Journal am Montag (5. März).

Doch nicht nur das. Auch ehemalige Tänzer lockte die Aussicht, einmal Wettbewerbe in der Bundesliga zu tanzen, wieder aufs Parkett. Vor sieben Jahren hatte Mario Eiselt mit seiner Partnerin Berit Grimm die Tanzschuhe an den berühmten Nagel gehängt, ist in Meerane sesshaft geworden und hat eine Familie gegründet. Doch jetzt wollte er es noch einmal wissen. „Der Wiedereinstieg war schon ganz schön anstrengend, dreimal pro Woche Training, daran muss man sich erst einmal wieder gewöhnen“, bekennt der inzwischen 38-Jährige. Auch einige Extra-Schichten habe er einlegen müssen. „Es ist schon ein deutlich höherer Schwierigkeitsgrad und ein größeres Tempo. Aber gerade beim Standard zählt auch die Erfahrung. Da bin ich in meiner Altersklasse nicht der einzige.“

Ob er auch in der nächsten Saison wieder mit von der Partie ist, weiß Mario Eiselt noch nicht. Doch schon jetzt steht fest, dass der Start in der 2. Bundesliga keine Eintagsfliege war. Im nächsten Jahr wollen die Schützlinge von Henriette Schaller dann auch mit einer neuen Choreografie aufwarten. Als Neulinge haben sie diesmal auf die Erfolgschoreografie des Aufstiegs „Musica E“ gesetzt. „Es wäre einfach ein zu großes Risiko gewesen, mit etwas komplett Neuem an den Start zu gehen,“ erläutert die Trainerin. Denn die Skatstädter trafen auf eine starke Konkurrenz aus insgesamt sechs weiteren Formationen, darunter beispielsweise mit dem Boston-Club Düsseldorf einen Absteiger aus der 1. Bundesliga. Die Tänzer aus Nordrhein-Westfalen festigten mithin nicht unerwartet mit einem Sieg in Altenburg ihren ersten Platz in der laufenden Saison. Dem Wiederaufstieg in die höchste Tanzklasse dürfte damit nichts mehr im Weg stehen.

Die Bundesliga ist also in Altenburg angekommen, bei den Fans allerdings offenbar noch nicht so ganz. Denn wider Erwarten blieben am Sonnabend recht viele Plätze im Goldene Pflug frei und auch die Stimmung war nicht so frenetisch wie gewohnt. Ein reines Standard-Turnier ist eben allein schon des Programms und der Musikauswahl wegen nicht so stimmungsvoll und mitreißend wie ein Lateinturnier.

Latein-Team: Noch eine Schippe drauflegen

Kein Wunder also, dass tags darauf die Hütte wieder krachvoll und die Stimmung am Siedepunkt war. Und dass, obwohl des A-Team der Lateinformation des Tanzkreises Schwarz-Gold nach dem Abstieg aus der Regionalliga in dieser Saison „nur“ in der Oberliga tanzt. Doch die Schützlinge des Trainerduos Birgit und Therese Schaller haben sich viel vorgenommen: den erneuten Aufstieg in die Regionalliga. Mit einem dritten Platz zu Saisonbeginn in Rüsselsheim legten sie den Grundstein für dieses Ziel. Nun hieß es also, beim Heimturnier am Sonntag mit der ohrenbetäubenden Unterstützung der Fans noch eine Schippe draufzulegen.

Frenetischer Beifall klang schon auf, als die Tänzerinnen und Tänzer die Tanzfläche betraten. Sie hatten die Startnummer 1 gezogen und eröffneten das Turnier. Mit der Choreografie „From Russia With Love“ – einer Übernahme aus der vergangenen Saison – begeisterten sie einmal mehr das Publikum und überzeugten auch die Wertungsrichter, die den Auftritt mit dem Einzug ins große Finale belohnten.

Genug Gesprächsstoff also für die große Pause, die traditionell mit Kaffee und dem berühmten hausbackenen Kuchen oder bei Rostern und Bier oder Limo verbracht wurde. Schnell bildeten sich kleine Gruppen, in denen ausgiebig die Tanzteams nach eigenem Ermessen bewertet wurden. Und: Immer wieder sehenswert die kleinsten Gäste der Tanzveranstaltung. Mit sichtbarer Freude bewegten sie sich auf der nun freien Tanzfläche und sammelten die begehrten Glitzersteine auf, die an den Kostümen der Tänzerinnen nicht fest genug hafteten.

Dann war es endlich soweit: das große Finale. Atemlos verfolgten die Altenburger den Tanz ihres Teams, das regelrecht zu Höchstform auflief. Die schwierigsten Figuren absolvierten sie – zumindest für den Laien – fehlerfrei, was zu einem Aufschrei beim Publikum und zu großer Freude beim Tanzteam führte. Gespannt wurden die Auftritte der anderen Mannschaften verfolgt und auf die Bewertung gewartet. Abermals ein Aufschrei des Publikums, dieses Mal allerdings aus Enttäuschung: Das Altenburger A-Team wurde „nur“ mit dem dritten Platz bewertet.

Es ist schwer nachvollziehbar, was die Kampfrichter anders sahen als das Publikum. Aber sie sind die Fachleute, und so ist nun einmal der Sport. Dennoch: Die Altenburger müssen sich mit ihrer Darbietung keineswegs hinter den beiden Erstplatzierten verstecken, deren Leistungen vom Publikum ebenfalls mit viel Beifall honoriert wurden. Allerdings räumt Trainerin Birgit Schaller ein, dass man sich mehr erwartet hatte, vor allem nach diesem tollen Auftritt. Da am Saisonende nur der Erstplatzierte aufsteigt, sind die Hoffnungen für die Altenburger damit verschwindend gering geworden. „Doch wir werden auch in den drei noch ausstehenden Turnieren nicht aufstecken“, verspricht Birgit Schaller.

Schöne Ideen für die beliebte Veranstaltung

Übrigens hatte sich der Veranstalter in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen, um die längeren Pausen nach dem Einmarsch der Teams – ihnen wird Zeit zur Vorbereitung gegeben – zu überbrücken. So präsentierten sich sowohl das B-Team der Lateinformation, das komplett neu aufgebaut wird und deshalb in dieser Saison pausiert, als auch die HipHop-Kids der Tanzschule Schaller vor großem Publikum im Goldenen Pflug. Schöne Idee.

Von Ellen Paul und Margitta Tittel

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